freeFußball ist die beliebteste Sportart der Welt. Täglich beschäftigen sich Milliarden von Menschen quer über die Kontinente mit dem Spiel und seinem Umfeld, das durch die Hingabe, Leidenschaft und Entwicklung von Fankulturen zu einem gesellschaftlichen Phänomen geworden ist. Nicht verwunderlich, dass sich etliche wissenschaftliche Studien dem Thema Fußball widmen. Aktuell beschäftigt sich das von der Europäischen Union unterstütze Projekt FREE - Football Research in an Enlarched Europe mit dieser Thematik.
Das Projekt

FREE ist ein vielschichtiges, kollaboratives Forschungsprojekt, das sich mit Europas wichtigster Form der Populärkultur beschäftigt: dem Fußball. Es zielt darauf ab, in interdisziplinärer Zusammenarbeit die sozialhistorischen, politischen und anthropologischen Dimensionen des europäischen Fußballs zu erforschen. FREE basiert auf der Überzeugung, dass Fußball ein bis dato nicht erschöpftes Potential hat, neue europäische Wahrnehmungsmuster und Identitätsdynamiken des 21. Jahrhunderts zu erfassen und zu analysieren. Es untersucht auf innovative Weise, inwiefern die Frage nach der Wahrnehmung und Akzeptanz der „Anderen" innerhalb Europas beantwortet werden kann. Dies geschieht anhand aus führlicher Analysen dieses real existierenden, diskursiv hergestellten, europäischen Kommunikationsraumes, den der Fußball hervorgebracht hat.
Das Projekt, das vom 7. Europäischen Forschungs-Rahmenprogramm unter dem Call „The Anthropology of European Integration" ausgewählt wurde, ist auf drei Jahre angesetzt und wird von Wissenschaftern von neun Universitäten in acht Ländern umgesetzt.

Forschungsziele

FREE will zu einem besseren Verständnis von Fußball als einem in hohem Maße bedeutsamen sozialen und kulturellen Phänomen in Europa beitragen. Das Projekt wendet dabei quantitative wie qualitative Forschungsmethoden an, um zu untersuchen,

  • in welchem Maß europäische Fußballgeschichte, transnationale Medienberichterstattung und kollektive Erinnerung einen subkulturellen europäischen Öffentlichkeits- und Kommunikationsbereich innerhalb der EU und über ihre Grenzen hinaus geschaffen haben;

  • in welchem Maß Wahrnehmungsmuster durch transnationale Fußballbegegnungen aufgrund stark angestiegener Mobilität von Spielern und Zuschauern Änderungen erfahren und in welchem Maß diese Tatsache es Individuen ermöglicht, ein reflektiertes Verständnis ihrer eigenen Identifikations bedürfnisse zu entwickeln;

  • in welchem Maß die zunehmende „Feminisierung" des Fußballs einen neuen Beitrag zurdiskursiven Genderforschung leisten kann und auf welche Weise sich Frauen an nationalen und transnationalen Begegnungen und Diskursen beteiligen;

  • in welchem Maß die europäische Fußballgemeinschaft sich der Existenz eines „Europäischen Sportmodells" und der Notwendigkeit, ein solches Modell zu erhalten, bewusst ist.


Um dies zu erreichen wurde eine europaweite Online-Umfrage erstellt, die ihr hier findet: FREE - Online-Umfrage

Mehr zum Projekt: free-project.eu

 

Hinweis / Autor

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Christian Hummer Christian Hummer

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