stefan gloecknerAuch für die Damenabteilung des FC Wacker Innsbruck geht es nach der Winterpause demnächst wieder los. Höchste Zeit also mit Trainer Stephan Glöckner ein Resümee über die vergangenen Monate zu ziehen und einen Einblick in die Vorbereitung für die zweite „Halbzeit“ der Meisterschaft zu bekommen. Leider gilt es auch über einen Aderlass zu berichten.

 

Zur Halbzeit der Meisterschaft liegt das Team am fünften Tabellenplatz. Nach dem eher schleppenden Start ging es dann aufwärts! Worin siehst du Ursachen für diesen Saisonverlauf?

Der Start war sehr schwach. Wir mussten einige Neuzugänge erst integrieren. Auch das Glück war nicht auf unserer Seite. Bis auf das Spiel gegen St. Pölten waren wir immer das bessere Team, haben aber zum Teil vor dem Tor versagt und größte Chancen nicht genutzt. Bei einigen Spielerinnen hat am Saisonbeginn auch die entsprechende Einstellung gefehlt. Das haben wir klar angesprochen und auch das Training etwas umgestellt, seitdem ging es bergauf.

Von Platz Zwei bis Sieben liegen die Teams recht knapp beisammen (10 – 18 Punkte). Welche Erwartungen, Hoffnungen und Minimalziele setzt du dir mit deinen Spielerinnen?

Aufgrund eventueller Abgänge bzw. dem Karriereende von zwei Stammspielerinnen ist es ein großer Erfolg, wenn wir die derzeitige Position halten. Derzeit stehen wir gut da. Von Platz Zwei sind wir nur vier Punkte entfernt. So knapp waren wir da in fünf Jahre noch nie dran. Aber man rutscht auch schnell auf Platz Acht und weiter ab, wenn man nicht aufpasst. Jeder ab Platz Zwei kann jeden schlagen. Da müssen die Spielerinnen in jeder Situation hoch konzentriert und motiviert sein, das erwarten wir von unseren Spielerinnen. Wir werden auch bewusst einigen jungen Spielerinnen die Chance geben sich zu beweisen.

Meine Hoffnung ist, dass der Verein endlich kapiert, dass es im Damenfußball nachweislich sinnvoll ist, diesen entsprechend zu unterstützen und hoffe, dass der Verein bzw. die Funktionäre das ähnlich sehen und sich wirklich einmal jemand einsetzt und aktiv auf Sponsorensuche geht.

Das Ausscheiden aus dem Cupbewerb war eher unglücklich. Wie sehr schmerzt es mit einer Niederlage in die Winterpause zu gehen?

Die Punkte in der Meisterschaft sind mir lieber, aber das Halbfinale hätten wir sicher gerne gespielt.

In der Tabelle ist St-Pölten-Spratzern mit 27 Punkten ganz überlegen. Die seit mehr als zehn Jahren dominierende Mannschaft Neulengbach hat 18 Zähler. Überrascht dich diese Entwicklung?

Ja, doch. Ich habe Neulengbach stärker erwartet, weil sich auch deren Kader kaum verändert hat. St. Pölten ist aber klar stärker und wird sich den Titel nicht mehr nehmen lassen.

Fürchtest du wichtige Spielerinnen im Winter zu verlieren?

Fürchten nein, das ist normal im Fußball. Cäcilia Metzler und Abresha Jahai beenden leider aus beruflichen und privaten Gründen sofort ihre Karrieren. Da verlassen uns zwei tolle Persönlichkeiten. Weitere Abgänge sind zu befürchten, da der Verein ihnen einfach nichts oder nur sehr, sehr wenig bieten kann. Die Aufwandsentschädigungen bei anderen Vereinen sind zum Teil 20-fach höher. Der Vorteil ist, dass andere Spielerinnen sich aufdrängen können und werden. Wir sind gespannt, wer diese Rollen übernehmen wird.

Die Trainerteams der beiden Damenmannschaften arbeiten zusammen. Siehst du wieder Spielerinnen, die bald in der Bundesliga spielen können?

Wir haben schon in der Herbstsaison einige junge Spielerinnen wie Julia Billa und Miriam Hochmuth eingesetzt. Und es drängen immer wieder einige nach. Kathi Pregartbauer leistet da sehr gute Arbeit.

Es wird im Fußball so viel von Spielsystemen gesprochen. Hast du mit deinen Damen ein oder mehrere „eintrainiert“? Hängt dies auch von den zur Verfügung stehenden Spielerinnen im Kader ab?

Ja natürlich, wir sind da sehr flexibel und können von unserem 4-4-2 auch auf 3-4-3 umstellen. Wir haben auch schon mit nur einer Stürmerin gespielt - je nach Gegner und dem zur Verfügung stehenden Spielerkader.

Ab wann stehen „deine Damen“ wieder im Training? Gibt es ein „Heimprogramm“, um die Fitness möglichst gut zu konservieren?

Im Dezember ging es mit dem Hallentraining weiter. Über die Feiertage gab es für die Spielerinnen ein Heimprogramm. In die Vorbereitung mit bis zu 5 Terminen pro Woche starten wir Ende Jänner.

Sind Vorbereitungsspiele geplant? Gibt es dabei wieder den einen oder anderen prominenten Gegner?

Die Tiroler Hallenmeisterschaft in Wattens in der Halle haben wir bereits gewonnen. Es folgt ein Turnier in Zell am Ziller sowie 4 Testspiele (Wattens U15, Wacker U15, Kaufbeuren und ein interner Test).

Plagen einzelne Spielerinnen Verletzungssorgen oder können alle die gesamte Vorbereitung bestreiten?

Zum Start der Vorbereitung sollten alle Verletzten wieder fit sein.

 

 

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Heidi Roznovsky Heidi Roznovsky

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