InTeam mit Georg Harding Teil II Im zweiten Teil des InTeam-Interviews mit Georg Harding wenden wir uns seiner Zeit in Innsbruck zu, an dessen Anfang eine spannende Zweitligasaison mit dem Finale in Pasching stand. „Schurl" erzählt von seiner Umschulung auf rechten Außenverteidiger, den nervenaufreibenden Tagen vor dem Entscheidungsspiel und dem fulminanten Start in die Bundesligasaison 2010/11. Auch zu den gegen ihn von Salzburger Seite erhobenen und wieder zurückgezogenen Vorwürfen nimmt der Stellung und plaudert aus dem Alltag eines Fußballers. Und endet vorerst mit einem Ausblick auf Ziele und Zukunft in Schwarz-Grün...

 

 

 

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"Steirerman san very good, very, very good for Hollywood!" heißt es. Von Hollywood sind wir noch ein bisschen entfernt, aber zumindest sind wir inzwischen hier beim Landestheater angekommen. Und stehengeblieben sind wir bei deiner Karriere und den internationalen Einsätzen für Rapid. Als du nach Innsbruck gekommen bist, hast du auch gleich international gespielt, dein erstes Spiel war gegen den HSV. Mit welchen Zielen bist du damals nach Innsbruck gekommen?

Ganz klar: Aufstieg. Ich habe den Anruf bekommen, damals noch von Theo Grüner und von Walter Kogler, dass sie noch einen Erfahrenen holen wollen, denn die Mission lautete ganz klar Aufstieg. Ich habe damals schon den Mario Sara und Andi Schrott gekannt und gewusst, dass es keine schlechte Mannschaft ist. Ich habe gewusst, dass in Innsbruck ein super Stadion ist, dass in Innsbruck super Fans sind. Was ich auch schon von Rapid wusste, war, dass gegen Innsbruck gerne gespielt wurde, und dass sie in die erste Liga gehören. Das hat sich für mich recht gut angehört. Für mich hat es nur ein Ziel gegeben, und das habe ich von Anfang an gesagt, das war der Aufstieg. Das war die Mission, und die haben wir erfüllt.

Dann kann man also sagen: „Er kam, sah und siegte.", denn wir sind dann in der ersten Saison gleich aufgestiegen...

...in meiner ersten Saison...

...in deiner ersten Saison bei Wacker Innsbruck sind wir gleich aufgestiegen. Das Finale in Pasching ist ja ein besonderes Highlight in der jüngeren Wacker-Innsbruck-Geschichte. Was sind deine Erinnerungen an das Finale?

Nicht viel Schlaf in den letzten drei Wochen vor diesem Spiel, ziemlicher Stress, weil alles auf dieses Ziel hingearbeitet worden ist, vom ganzen Drumherum, und weil die Chance so groß war durch das, dass wir zum Schluss schon vorne waren und dass die anderen eben gepatzt haben. Mit dem Trainerwechsel bei der Admira, als dann Didi Kühbauer gekommen ist, war für mich klar, dass die nicht mehr viele Spiele verlieren werden. Das war dann schon wirklich eine Anspannung, aber eine sehr schöne Anspannung.

Debütiert hast du als defensiver Mittelfeldspieler in Schwarz-Grün, jetzt kennt man dich als rechter Außenverteidiger. Wie ist dieser Positionswechsel zustande gekommen?

Der Positionswechsel ist deswegen zustande gekommen, weil sich Fabian Koch, der jetzt bei der Austria spielt, im ersten Vorbereitungsspiel der Saison 2010 verletzt hat, gegen Burghausen. Er hat damals einen Syndesmosebandriss gehabt, das dauert einige Zeit, und wir haben das erste Spiel gegen die Admira gehabt, in der Südstadt. Da ist es eigentlich schon um viel gegangen. Wir haben dann gesucht, ich bin übriggeblieben, und ich habe meine Sache nicht so schlecht gemacht. In weiterer Folge war es dann ja so, dass ich wieder ins Mittelfeld zurückgewechselt bin, und der Kochi dann ein kleines Loch gehabt hat, wobei ich dann wieder nach rechts hinten gewechselt bin und das gut funktioniert hat und das dann auch bis zum Schluss gespielt habe. So sind wir aufgestiegen, und so ist das dann einfach geblieben.

Das klingt fast wie eine Geschichte aus einer Casting-Show – und am Ende bist du übrig geblieben.

Das Super-Talent rechts hinten, würde ich sagen!

Wir haben schon gesagt, du bist fixer Bestandteil der Aufstiegsmannschaft gewesen, du warst auch bei der ersten Euphoriewelle, als Wacker die Liga aufgemischt hat, fixer Bestandteil der Mannschaft. Warum glaubst du, jetzt im Nachhinein, war es möglich, dass Wacker Innsbruck so durch die Bundesliga marschiert?

Am Anfang war es sicherlich möglich, weil wir die Spannung bis zum Schluss haben halten müssen. Das haben wir noch aus der Vorsaison mitgenommen, dass einfach die Spannung bis zum Schluss da war, wir mussten bis zum letzten Spiel kämpfen und alles mobilisieren. Und diese Euphorie und Nervenstärke haben wir dann einfach mitgenommen. Dann spielst du die erste Runde zu Hause gegen Rapid, vor einer super Kulisse, und gewinnst gleich 4:0. Dann glaubst du in den weiteren Spielen: ja was soll dir eigentlich noch passieren? Das ist eigentlich egal. Es hat damit ja keiner gerechnet, weil die ersten drei Runden waren Rapid zu Hause, Salzburg auswärts und Sturm zu Hause, und wir haben aus den ersten zwei Spielen, weil Salzburg abgesagt worden ist, 4 Punkte gemacht. Das gibt dir dann ein enormes Selbstvertrauen, was im Fußball ganz wichtig ist, und auch eine Sicherheit vom Kopf her. Da hat dann eines das andere ergeben, dann ist die Leichtigkeit hinzugekommen, jeder hat seine Aufgabe zu 100 Prozent erfüllt, und dann hast du einfach so einen Erfolg.

Das heißt, du hast damit gerechnet, dass der Admira ähnliches gelingt?

Naja, gerechnet nicht, weil das erste Spiel haben sie auswärts gegen Rapid verloren. Und ich habe mir gedacht, dass wir, weil wir sehr gut eingekauft haben – das habe ich vom ersten Tag an auch gesehen... Ob die das auch schaffen, war mir nicht klar. Ich habe gewusst, dass sie sicherlich eine gute Rolle spielen werden. Mir war dann klar, dass sie einen Einbruch haben und nicht so durchmarschieren werden. Als dann die ersten schon geschrieben haben, wie es auch bei uns war, mit Meister und so, das war mir dann als erfahrener Spieler klar, dass sich das nicht ausgehen wird.

Ein negatives Highlight in deinem bisherigen Wacker-Innsbruck-Engagement waren ja die Rassismusvorwürfe nach dem Westderby. Gustafsson hat sich sofort nachher bei dir entschuldigt. Aber weißt du, warum du da plötzlich ins Kreuzfeuer der Kritik gekommen bist? Hast du dafür eine Erklärung?

Jeder, der mich kennt, oder der mir beim Fußballspielen ein bisschen zuschaut, weiß, dass ich einfach alles in die Waagschale werfe, damit meine Mannschaft und schlussendlich auch ich gewinne. Ich habe das auch damals beim Interview gesagt: ich arbeite zwar mit vielen Mitteln, aber mit dem nicht. Ein bisschen Trashtalk gehört dazu, das ist halt so, das muss ich mir anhorchen, das mache ich selbst auch. Dass es dann auch mich gefallen ist, tja... Das ist ja nicht das erste Spiel gegen die Salzburger gewesen. Ich glaube, dass ich den Leonardo auch recht hart bearbeitet habe, das gebe ich auch zu, habe aber nichts, keine Rote Karte bekommen. Er hat seinen Teil auch dazu beigetragen, und dass die Wahl dann auf mich gefallen ist... Das war dann halt so. Ich muss auch sagen, man soll halt nicht vorher den Mund in der Öffentlichkeit großartig aufmachen, wenn man es nicht genau weiß. Aber die Geschichte ist für mich abgehackt. Das war für mich vielleicht im ersten Moment negativ, aber so war es für mich nicht negativ, weil ich gewusst habe, dass ich nichts gemacht habe.

Würdest du sagen, das war der Tiefpunkt deines schwarz-grünen Engagements, oder gibt es einen anderen?

Nein, überhaupt nicht. Tiefpunkte... nein, Tiefpunkte... Einen Tiefpunkt herauszusuchen ist schwer. Wir haben natürlich auch Spiele verloren, die 10 Runden, als wir fast nicht gewonnen haben, auch jetzt im Herbst, als es nicht so gut gelaufen ist, das sind Täler, die erlebt man immer wieder. Einen Tiefpunkt gibt es für mich nicht, seit ich in Innsbruck bin.

Was möchtest du mit Wacker Innsbruck noch erleben?

Den Einzug ins internationale Geschäft.

Dein Vertrag läuft heuer aus. Hat es bereits Gespräche gegeben?

Nein, bisher hat mit mir noch niemand geredet. Ich habe jetzt nicht so einen Stress, ich habe zwar Familie, aber keinen solchen Stress. Wenn es nicht weiter geht, geht es nicht weiter, dann wird es Gründe geben. Wenn es weiter geht, würde mich freuen, aber das entscheidet sich in den nächsten paar Wochen, nächsten zwei Monaten. Da werden wir dann schauen, was rauskommt.

Nachdem du so hart hast arbeiten müssen, dürfen wir dich auf einen Kaffee einladen...

Sehr gerne, sehr gerne!

 

 

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Stefan Weis Stefan Weis

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