Martin Svejnoha privat

In Teil 2 des InTeam-Interviews mit Martin Svejnoha treffen wir den wackeren Defensivmann ganz privat, und über Privates spricht unsere Nummer 8 auch mit der t12-Redaktion. Seine Schwächen und Stärken, sein Tattoo und wie er zu diesem kam, Musik, abendliches Unterhaltungsprogramm und natürlich seine Familie bleiben kein Geheimnis mehr. Und auch die für ihn so wichtige Familie klammert er im Gespräch nicht aus, erzählt von der ersten Begegnung mit seiner Frau wie auch von den Problemen mit der neuen Sprache und Umgebung, die wohl die Liebsten jedes Legionärs in der neuen Heimat begegnen. Und, ob Tirol denn seine Heimat bleiben könnte…

 
 
 
 
 
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Martin, in diesem Teil stehst du jetzt als Person im Mittelpunkt. Wie würdest du dich selbst beschreiben?
 
Tja, das ist schwierig. Ich glaube, ich bin ein sehr ruhiger Mensch… Ja, das ist schwierig (lacht). Familiär, und ich gehe gerne mit Freunden einen Kaffee trinken – das ist wirklich sehr schwer…
 
Was sind deine negativen Eigenschaften?
 
Ich glaube, ich habe keine! (und lacht wieder)
 
Auf deinem Unterschenkel ist eine große Tätowierung. Welche Bedeutung hat diese?
 
Das ist nur ein Ornament. Ich wollte schon vor Jahren ein Tattoo machen lassen, hatte aber bisher keine Zeit. Es werden auch noch ein, zwei folgen. Die Kinder will ich irgendwie verewigen, aber ich weiß noch nicht, wie genau.
 
Was ist die Geschichte hinter der Tätowierung?
 
Ich war jung und blöd. Nein, ich habe mit zwei Freunden zusammengewohnt, und beim Ausgehen haben wir einmal gesagt, wir machen uns jetzt eine Tätowierung. Und im Urlaub haben wir das dann gemacht.
 
Du hast gesagt, du gehst gerne aus. Wo kann man Martin Svejnoha privat in Innsbruck treffen?
 
Meinst du am Abend oder untertags? Am Abend kann ich nicht so viel ausgehen, aber ich gehe mit der Mannschaft aus, dort, wo die Spieler sind, bin ich auch. Jetzt sind wir zwei, drei Mal im Hofgarten gewesen, auch im Stadtcafe. Aber das ist momentan nichts für mich, die Musik ist zu laut, ich mag es lieber, ein bisserl zu reden, zu quatschen. Das Beste, das mache ich in der Tschechei beim Ausgehen: Wir gehen zuerst ein paar Bier trinken, reden, spielen Karten, und dann gehen wir in eine Bar zu einer Art Karaoke, und da singen wir dann slowakische und tschechische Lieder. Das ist für mich das Feinste.
 
Jeder kennt den tschechischen Sänger Karel Gott…
 
(lacht) …das ist der einzige tschechische Sänger, oder?
 
Ist das Biene-Maja-Lied deine große Stärke?
 
Ja, ich glaube schon.
 
Welche Musik hörst du generell?
 
Das ist unterschiedlich, ich mag jede Musik. Naja, Volksmusik mag ich nicht so gerne, aber Pop, Rock, Dancemusic, alles eigentlich.
 
Welche Situationen ärgern dich?
 
Wenn man nicht ehrlich ist.
 
Wenn du noch einmal jung wärst, welchen Traum würdest du dir erfüllen?
 
Ich habe bisher ein super Leben. Vielleicht international spielen… Aber ich sage immer: Ich habe eine super Familie, gesunde Kinder, und das ist für mich das Wichtigste. Ich schaue nicht gerne zurück, ich finde, man sollte immer nach vorne schauen und neue Situationen schaffen. Das ist das Wichtigste.
 
Gibt es etwas, das du in deinem Leben bereust?
 
Naja, ich habe viel Blödsinn gemacht, aber ich glaube, das gehört dazu, wenn man jung ist. Aber bereuen, nein…
 
Machst du in der Kabine auch viel Blödsinn?
 
Ab und zu.
 
Welchen Streich spielt Martin Svejnoha seinen Mitspielern?
 
Gestern waren wir zum Beispiel in der Kraftkammer, und ich hasse Klimmzüge, ich hasse diese Übung. Florian (Co-Trainer Florian Klausner, Anm.) war dabei, und ich habe gesagt, Simon (Physiotherapeut Simon Egger, Anm.) sucht dich. Er ist weggegangen - und ich habe nur ein paar gemacht… Wir haben in der Tschechei viel gescherzt, aber ich bin in Deutsch nicht so stark, deswegen kann ich da jetzt nicht so viel erzählen.
 
Was ist dein liebstes Urlaubsziel?
 
Das ist mir egal, für mich ist wichtig, dass ich mit der Familie fahre. Super ist, wenn noch andere Familien, Freunde mitfahren, das ist für mich immer das Beste. Da ist es dann egal, ob es in der Tschechei oder im Ausland ist. Perfekt ist es für mich im Herbst, wenn wir Urlaub haben, dann fahren wir mit vier anderen Familien zum Schifahren. Das ist ganz, ganz super.
 
Martin, war der Wechsel zum FC Wacker Innsbruck, der Wechsel ins Ausland für deine Frau ein schwerer Schritt?
 
Ja, das stimmt, das war am Anfang sehr, sehr schwer. Sie hat die Sprache nicht gekannt, hatte hier keine Oma, keinen Opa, keine Freunde, das war brutal, kann man sagen. Das erste halbe Jahr war sehr schwer, aber sie hat das super geschafft, und für mich war das auch eine große Hilfe.
 
Wie hast du deine Frau kennengelernt, wie lange bist du schon mit ihr zusammen?
 
Das war beim Ausgehen. Sie hat in einer Bar gearbeitet, dann gab es ein paar „Kurze“… Dann hab ich sie geküsst, und das war es dann (lächelt). Die zweite Frage war… Ach ja, wie lange. Da muss ich selbst überlegen – 10 Jahre ungefähr, und verheiratet sind wir… Da muss ich schaun… Ich glaube 04.04.2009. (zieht sich den Ring vom Finger und liest) Ja, genau, 04.04.2009. 
 
Kannst du dir vorstellen, auch nach der Karriere in Tirol zu bleiben?
 
Ja, sowieso! Wichtig sind dabei allerdings die Angebote, aber ich muss nicht unbedingt zurück ziehen.
 
Wie würdest du die Unterschiede zwischen Tschechien und Österreich beschreiben hinsichtlich des Lebensstils?
 
Ich sehe da keine großen Unterschiede. In Österreich hat man vielleicht ein bisschen mehr Möglichkeiten, der Lebensstandard ist hier etwas höher.
 
Soll dein Sohn selbst einmal Fußballprofi werden?
 
Nein, nicht unbedingt.
 
Aber du würdest ihm nicht davon abraten?
 
Nein, das auch nicht. Er spielt momentan Fußball und Eishockey in Wattens, im Sommer kommt vielleicht noch Tennis dazu. Ich will ihm die Möglichkeiten geben, aber er muss sich dann selbst entscheiden, was er will. Aber das Hauptaugenmerk ist auf die Schule gerichtet, dort muss er brav sein, und dann kann er alles machen. Das Wichtigste ist die Schule, ich war ja selbst nicht so ein „Profischüler“, ich war nicht gerade der beste Schüler. Mein Sohn soll das schon anders machen als ich das gemacht habe.
 
Dein Sohn wächst ja zweisprachig auf, er lernt ja Deutsch und Tschechisch.
 
Ja, er wird jeden Monat besser, aber es ist halt nicht so einfach. Wenn wir in der Tschechei sind, redet er nur Tschechisch. Vor zwei Wochen habe ich mit der Tante aus dem Kindergarten geredet, die hat gemeint, dass er ganz brav lernt und ständig besser wird.
 
Es war ja gerade Ostern. Gibt es in Tschechien eine besondere Ostertradition oder ist es vergleichbar mit Österreich?
 
Das ist schwierig zu sagen. Manche Tschechen haben auch viele Traditionen rund ums Osterfest, ich eher nicht. Wir färben Eier, in den Dörfern gibt es noch den Brauch, dass die Buben die Mädchen mit Wasser bespritzen, aber in der Stadt ist davon nicht mehr viel zu sehen.
 
Würdest du dich als einen gläubigen Menschen bezeichnen?
 
Nein, ich bin nicht gläubig, gehe nicht in die Kirche.
 
Danke, Martin!
 
Gerne!
 

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    Stefan Weis Stefan Weis

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