b_350_1200_16777215_00_images_201213_besserwisser_bw_abbruch.jpgFür viele unverständlich brach Schiedsrichter Manuel Schüttengruber die gestrige Partie zwischen Wacker Innsbruck und Sturm Graz in der Nachspielzeit ab. Ein kleiner Blick in die Regelkunde zeigt, warum:

 

In der "Regel 5 - Der Schiedsrichter" heißt es, wie folgt: Der Schiedsrichter soll das Spiel erst abbrechen, wenn er alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen getroffen hat.

• Lautsprecherdurchsagen
• Ordnerdienst die Möglichkeit geben, die Missstände zu beheben

Wann ist das Spiel abzubrechen:

• Die Spielerzahl sinkt unter sieben
• Dunkelheit: Abbruch, falls kein Flutlichteinsatz möglich
• Witterungseinflüsse: Boden unbenutzbar bzw. eine Gefahr für die Spieler darstellt
• Ausfall der Flutlichtanlage (Bericht Wartezeit ca. 30 Minuten)
• Bruch des Torgehäuses (Bericht Wartezeit ca. 30 Minuten)
• Kein Ball mehr vorhanden
• Abschuss von Raketen (kein Auffordern des Vereins, dies abzustellen - Lautsprecherdurchsage)
• Werfen von Gegenständen durch Zuschauer gegen den Schiedsrichter, Assistenten oder den 4. Offiziellen: wenn Gegenstand trifft - Abbruch, wenn nicht - kein Abbruch
• Ein Messerwurf oder dergleichen führt zum sofortigen Abbruch

Was ist am Samstag passiert: Nach dem 0:1 in der 90. Spielminute für Sturm Graz warfen Zuschauer von der Osttribüne Gegenstände wie Bierbecher, Feuerzeuge oder eine Plastikflasche in Richtung des Assistenten 2. Von diesem über Funk informiert, unterbrach der Schiedsrichter aus Sicherheitsbedenken das Spiel und zog sich nach kurzer Rücksprache mit den Stadionverantwortlichen mit seinem Team in die Schiedsrichterkabine zurück.

Nach einigen Minuten kehrte SR Manuel SCHÜTTENGRUBER dann mit seinem Team auf das Spielfeld zurück und versuchte das Spiel in geordneten Bahnen weiterzuleiten. Aber auch das zusätzliche Sicherheitspersonal, das vor dem Ostsektor aufgezogen wurde, konnte nicht verhindern, dass sofort nach Wiederaufnahme des Spieles wieder Gegenstände verschiedenster Art in Richtung Assistent 2 geworfen wurden. Es ist nicht bekannt, ob der Assistent getroffen wurde, man muss aber davon ausgehen, da SR Manuel SCHÜTTENGUBER sofort danach das Spiel abgebrochen hat. Sollte der Assistent tatsächlich getroffen worden sein, ist der Abbruch absolut regelkonform.

Den einzigen wirklichen Vorwurf, den man dem Schiedsrichter machen muss: Er hätte zur Deeskalation der Situation beitragen können, in dem er nach Wiederbeginn der erzwungenen kurzen Pause diese Partie noch während der regulären Nachspielzeit an- und sofort wieder abgepfiffen hätte. Auch dieses Vorgehen wäre regelkonform gewesen und hätte allen Beteiligten einiges erspart.

 

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