b_350_1200_16777215_00_images_201213_besserwisser_regel12.jpgDen zweifelhaften Rekord für die schnellste bekannte Rote Karte hält der walisische Amateur-Fußballer Lee Todd. Er reagierte im Jahr 2000 auf den Anpfiff des Schiedsrichters mit den Worten „Fuck me, that was loud“ und wurde wegen „foul language“ bereits nach zwei Sekunden vom Platz gestellt. Oft wird auch David Pratt von Chippenham Town FC als schnellster Rotsünder genannt, der in einem Spiel gegen Bashley wegen Foulspiels nach drei Sekunden des Feldes verwiesen wurde.
Allerdings gab es noch zwei schnellere Feldverweise, welche sich allerdings nach der Einwechslung der jeweiligen Spieler ereigneten und nicht wie im ersten Fall nach dem Anpfiff der Partie. Walter Boyd vom walisischen Klub Swansea City sah den roten Karton nach genau genommen null Einsatzsekunden. 1999 musste er im Spiel gegen Darlington volley vom Platz, weil er einem Gegner den Ellbogen ins Gesicht rammte, noch bevor der Schiedsrichter die Partie wieder anpfeifen konnte. Keith Gillespie von Sheffield United gelang das selbe "Kunststück" im Jänner 2007.

Fouls und unsportliches Betragen sind in der nachstehend beschriebenen Form
zu ahnden:

 

Direkter Freistoß

Ein Spieler verursacht einen direkten Freistoß für das gegnerische Team, wenn er eines der nachfolgend aufgeführten sieben Vergehen nach Einschätzung des Schiedsrichters fahrlässig, rücksichtslos oder mit übermäßiger Härte begeht:

• einen Gegner tritt oder versucht, ihn zu treten,
• einem Gegner das Bein stellt oder es versucht,
• einen Gegner anspringt,
• einen Gegner rempelt,
• einen Gegner schlägt oder versucht, ihn zu schlagen,
• einen Gegner stößt,
• einen Gegner bedrängt.

Dem gegnerischen Team wird ebenfalls ein direkter Freistoß zugesprochen, wenn ein Spieler eines der nachfolgenden drei Vergehen begeht:

• einen Gegner hält,
• einen Gegner anspuckt,
• den Ball absichtlich mit der Hand spielt (gilt nicht für den Torwart im eigenen Strafraum).

Der direkte Freistoß wird an der Stelle ausgeführt, an der sich das Vergehen ereignete
(siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).

Strafstoß

Begeht ein Spieler eines der genannten zehn Vergehen im eigenen Strafraum, ist dies durch einen Strafstoß zu ahnden, vorausgesetzt, der Ball ist im Spiel.
Dabei ist unerheblich, wo sich der Ball zum Zeitpunkt des Vergehens befindet.

Indirekter Freistoß


Ein Torwart verursacht einen indirekten Freistoß für das gegnerische Team, wenn er innerhalb seines Strafraums eines der folgenden vier Vergehen begeht:

• Er hält den Ball mehr als sechs Sekunden lang in seinen Händen, bevor er ihn für das Spiel freigibt.
• Nachdem er den Ball freigegeben hat, berührt er ihn erneut mit der Hand, bevor ein anderer Spieler den Ball berührt hat.
• Er berührt den Ball, den ihm ein Mitspieler mit dem Fuß absichtlich zugespielt hat, mit der Hand.
• Er berührt den Ball, den er direkt von einem Einwurf eines Mitspielers erhalten hat, mit der Hand.

Außerdem verursacht ein Spieler einen indirekten Freistoß für das gegnerische Team, wenn er nach Ansicht des Schiedsrichters

• gefährlich spielt,
• den Lauf des Gegners behindert,
• den Torwart daran hindert, den Ball aus seinen Händen freizugeben,
• ein anderes Vergehen begeht, das nicht bereits in Regel 12 erwähnt wird und für das die Partie unterbrochen wird, damit der fehlbare Spieler verwarnt oder des Feldes verwiesen werden kann.

Der indirekte Freistoß wird an der Stelle ausgeführt, an der sich das Vergehen
ereignete (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).

Disziplinarmaßnahmen

Die gelbe Karte zeigt an, dass ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler verwarnt wird.
Die rote Karte zeigt an, dass ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler des Feldes
verwiesen wird.
Rote oder gelbe Karten können nur einem Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselten Spieler gezeigt werden. Disziplinarstrafen darf der Schiedsrichter vom Betreten des Spielfelds bis zum Verlassen des Feldes nach dem Schlusspfiff aussprechen. Wenn sich ein Spieler inner- oder außerhalb des Spielfelds eines verwarnungs- oder feldverweiswürdigen Vergehens gegenüber einem Gegner, Mitspieler, Schiedsrichter, Schiedsrichterassistenten oder einer anderen Person schuldig macht, wird er der Schwere des Vergehens entsprechend bestraft.

Verwarnungswürdige Vergehen

Ein Spieler wird verwarnt, wenn er eines der folgenden sieben Vergehen
begeht:

• unsportliches Betragen,
• Protestieren/Reklamieren durch Worte oder Handlungen,
• wiederholtes Verstoßen gegen die Spielregeln,
• Verzögerung der Wiederaufnahme des Spiels,
• Ignorieren des vorgeschriebenen Abstands bei Eckstoß, Freistoß oder Einwurf,
• (Wieder-)Betreten des Spielfelds ohne Erlaubnis des Schiedsrichters,
• absichtliches Verlassen des Spielfelds ohne Erlaubnis des Schiedsrichters.

Ein Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler wird verwarnt, wenn er
eines der folgenden drei Vergehen begeht:

• unsportliches Betragen,
• Protestieren/Reklamieren durch Worte oder Handlungen,
• Verzögerung der Wiederaufnahme des Spiels.

Feldverweiswürdige Vergehen

Ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler wird des Feldes
verwiesen, wenn er eines der folgenden sieben Vergehen begeht:

• grobes Foulspiel,
• Tätlichkeit,
• Anspucken eines Gegners oder einer anderen Person,
• Verhindern eines Tors oder Vereiteln einer offensichtlichen Torchance des Gegners durch
absichtliches Handspiel (gilt nicht für den Torwart im eigenen Strafraum),
• Vereiteln einer offensichtlichen Torchance für einen auf sein Tor zulaufenden Gegenspieler durch ein Vergehen, das mit Freistoß oder Strafstoß zu ahnden ist,
• anstößige, beleidigende oder schmähende Äußerungen und/oder Gebärden,
• zweite Verwarnung im selben Spiel.

Ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler, der des Feldes verwiesen wird, muss die Umgebung des Spielfelds und die technische Zone verlassen.

Grundvoraussetzungen für ein Foulspiel

Damit ein Vergehen als Foulspiel gewertet wird, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

• Das Foulspiel wurde von einem Spieler begangen.
• Das Foulspiel erfolgte auf dem Spielfeld.
• Das Foulspiel erfolgte bei laufendem Spiel.

Hat der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen, weil es außerhalb des Spielfelds (bei laufendem Spiel) zu einem Vergehen gekommen ist, wird die Partie mit einem Schiedsrichterball an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand. Wurde das Spiel innerhalb des Torraums unterbrochen, erfolgt der Schiedsrichterball auf der Torraumlinie parallel zur Torlinie so nahe wie möglich bei der Stelle, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand.

Fahrlässigkeit, Rücksichtslosigkeit, übermäßige Härte

„Fahrlässigkeit" liegt vor, wenn ein Spieler unachtsam, unbesonnen oder unvorsichtig in einen Zweikampf geht.

• „Fahrlässige" Fouls ziehen keine disziplinarische Maßnahme nach sich. „Rücksichtslosigkeit" liegt vor, wenn ein Spieler ohne jede Rücksicht auf die Gefahr oder die Folgen seines Einsteigens für seinen Gegner vorgeht.
• „Rücksichtslose" Fouls ziehen eine Verwarnung nach sich. „Übermäßige Härte" liegt vor, wenn ein Spieler übertrieben hart in einen Zweikampf geht und die Verletzung des Gegners in Kauf nimmt.
• „Übermäßige Härte" zieht einen Feldverweis nach sich.

Zweikampf

Als Zweikampf gilt der Kampf um Raum in Ballnähe mit Körperkontakt, jedoch ohne den Einsatz von Armen und Ellbogen. Im Zweikampf als unzulässig und als Vergehen gelten

• Fahrlässigkeit,
• Rücksichtslosigkeit,
• Übermäßige Härte.

Halten eines Gegners

Halten liegt vor, wenn ein Spieler seinen Gegner durch den Einsatz von Händen oder Armen oder durch sonstigen Körpereinsatz daran hindert, an ihm vorbei oder um ihn herumzulaufen.
Die Schiedsrichter sind angewiesen, das Halten von Gegnern frühzeitig zu ahnden und entschlossen durchzugreifen, insbesondere im Strafraum bei Eck- und Freistößen.

Der Schiedsrichter hat folgende Möglichkeiten:

• Er ermahnt Spieler, die einen Gegner halten, bevor der Ball gespielt wird.
• Er verwarnt Spieler, die ihren Gegner nach einer Ermahnung weiter halten, bevor der Ball gespielt wird.
• Er entscheidet auf direkten Freistoß oder Strafstoß, falls das Vergehen erfolgte, nachdem der Ball gespielt worden war.

Wenn ein Verteidiger einen Angreifer außerhalb des Strafraums zu halten beginnt, ihn jedoch bis in den Strafraum weiter festhält, entscheidet der Schiedsrichter auf Strafstoß.

Disziplinarmaßnahmen

• Hält ein Spieler einen Gegner fest und hindert ihn so daran, in Ballbesitz zu gelangen oder eine günstige Position einzunehmen, wird er wegen unsportlichen Betragens verwarnt.
• Nimmt ein Spieler dem gegnerischen Team durch Halten eines Gegners eine klare Torchance, wird er des Feldes verwiesen.
• In allen übrigen Situationen zieht das Halten eines Gegners keine disziplinarischen Maßnahmen nach sich.

Spielfortsetzung

• Direkter Freistoß am Ort des Vergehens (siehe Regel 13 – Ort der Freistossausführung) oder Strafstoß bei Halten im Strafraum.

Handspiel

Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt. Der Schiedsrichter achtet bei der Beurteilung der Situation auf

• die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des Balls zur Hand),
• die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes Zuspiel),
• die Position der Hand (Das Berühren des Balls an sich ist noch kein Vergehen.),
• das Berühren des Balls mit einem Gegenstand in der Hand des Spielers (Kleidung, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen darstellt,
• das Treffen des Balls durch einen geworfenen Gegenstand (Schuh, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen darstellt.

Disziplinarmaßnahmen

Unter gewissen Umständen sind Spieler bei einem absichtlichen Handspiel wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, z. B. wenn der Spieler

• durch ein absichtliches, klares Handspiel verhindert, dass der Gegner in Ballbesitz gelangt,
• versucht, durch ein absichtliches Handspiel ein Tor zu erzielen. Vereitelt ein Spieler durch ein absichtliches Handspiel ein Tor oder eine klare Torchance des gegnerischen Teams, wird er des Feldes verwiesen. Grund für diese Strafe ist nicht das absichtliche Handspiel an sich, sondern die Tatsache, dass durch eine unerlaubte und unfaire Aktion ein Gegentor verhindert wurde.

Spielfortsetzung

• Direkter Freistoß am Ort des Vergehens (siehe Regel 13 – Ort der Freistossausführung) oder Strafstoß.

Für den Torhüter gelten bei Handspiel außerhalb des Strafraums die gleichen Regeln wie für alle übrigen Spieler. Berührt der Torhüter den Ball innerhalb seines Strafraums mit der Hand, kann deswegen weder ein direkter Freistoß noch eine Strafe gegen ihn ausgesprochen werden. Indirekte Freistöße aufgrund anderer Vergehen des Torhüters sind jedoch möglich.

Vergehen des Torhüters

Der Torhüter darf den Ball nicht länger als sechs Sekunden in den Händen halten. Der Torhüter hält den Ball in den Händen, wenn er

• den Ball mit beiden Händen festhält oder ihn mit einer Hand gegen eine Oberfläche hält (z. B. am Boden, gegen den eigenen Körper),
• den Ball in der ausgestreckten, offenen Hand hält,
• den Ball auf den Boden prellt oder ihn in die Luft wirft. Kontrolliert der Torhüter den Ball mit den Händen, darf er von einem Gegenspieler nicht angegriffen werden.

Der Torhüter darf den Ball im eigenen Strafraum in folgenden Fällen nicht mit der Hand berühren:

• Nachdem er den Ball freigegeben hat, berührt er den Ball erneut, bevor er von einem anderen Spieler berührt wurde.
• Der Torhüter ist im Besitz des Balls, wenn er ihn irgendwie mit der Hand oder dem Arm berührt. Dies gilt nicht, wenn der Ball zufällig vom Torhüter wegspringt, z. B. nach einer Parade.
• Als Ballbesitz durch den Torhüter gilt auch, wenn der Torhüter den Ball absichtlich abwehrt.
• Ein Mitspieler hat ihm den Ball mit dem Fuß absichtlich zugespielt.
• Er hat den Ball direkt von einem Einwurf eines Mitspielers erhalten.

Spielfortsetzung

• Indirekter Freistoß am Ort des Vergehens (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).

Vergehen gegen Torhüter

• Hindert ein Spieler den Torhüter daran, den Ball aus seinen Händen abzuspielen, gilt dies als Vergehen.
• Tritt ein Spieler den Ball oder versucht er, den Ball zu treten, während der
Torhüter diesen abspielen möchte, wird der Spieler bestraft.
• Das Behindern des Torhüters durch unfaires Bedrängen, z. B. bei einem Eckstoß, gilt als Vergehen.

Gefährliches Spiel

Als gefährliches Spiel gilt jede Aktion beim Spielen des Balls, durch die jemand verletzt werden könnte (einschließlich des Spielers selbst), die sich in der Nähe eines Gegners zuträgt und diesen aus Angst vor einer Verletzung daran hindert, den Ball zu spielen. Ein Fallrückzieher oder Scherenschlag ist erlaubt, sofern nach Ansicht des Schiedsrichters dadurch kein Gegenspieler gefährdet wird.
Gefährliches Spiel liegt nur vor, wenn kein Körperkontakt zwischen den Spielern erfolgt. Kommt es jedoch zum Körperkontakt, gilt die Aktion als Vergehen und wird mit einem direkten Freistoß oder Strafstoß geahndet. Bei gefährlichem Spiel mit Körperkontakt hat der Schiedsrichter zudem zu prüfen, ob auch unsportliches Betragen vorliegt.

Disziplinarmaßnahmen

• Gefährliches Spiel im Rahmen eines „normalen" Zweikampfs zieht keine Disziplinarmaßnahme nach sich. Nimmt der fehlbare Spieler bei seiner Aktion eine Verletzung des Gegners in Kauf, wird er vom Schiedsrichter verwarnt.
• Verhindert ein Spieler durch gefährliches Spiel eine klare Torchance, wird er vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen.

Spielfortsetzung

• Indirekter Freistoß am Ort des Vergehens (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).
• Bei Körperkontakt liegt ein anderes Vergehen vor, das mit einem direkten Freistoß oder Strafstoß geahndet wird.

Behindern des Gegners

Behindern des Gegners liegt vor, wenn sich ein Spieler in den Weg eines Gegenspielers stellt und ihn dadurch auflaufen lässt, zum Abbremsen oder zu einer Richtungsänderung zwingt, wobei sich der Ball für beide Spieler außer Reichweite befindet.
Jeder Spieler darf seine Position auf dem Feld selbst bestimmen. Er darf dem Gegner zwar im Weg stehen, ihm jedoch nicht in den Weg treten.
Das Abschirmen des Balls ist gestattet. Schirmt ein Spieler, der den Ball in spielbarer Distanz kontrolliert, diesen aus taktischen Gründen vor einem Gegner ab, ohne dass er dazu seine Arme oder seinen Körper benutzt, liegt kein Vergehen vor. Befindet sich der Ball in spielbarer Distanz, darf der Spieler vom Gegner regelkonform angegriffen werden.

Verzögerung der Spielfortsetzung wegen gelber oder roter Karte

Entscheidet sich der Schiedsrichter, einen Spieler zu verwarnen oder des Feldes zu verweisen, wird die Partie erst nach Zeigen der Karte fortgesetzt.

Verwarnung für unsportliches Betragen

Ein Spieler ist wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, wenn er

• eines der sieben Vergehen, die mit einem direkten Freistoß geahndet werden, rücksichtslos begeht,
• zur Unterbindung oder Verhinderung eines aussichtsreichen Gegenangriffs ein taktisches Foul begeht,
• einen Gegner hält, um ihn dadurch vom Ball zu trennen oder um zu verhindern, dass der Gegner in Ballbesitz gelangt,
• den Ball mit der Hand spielt, damit der Gegner nicht in Ballbesitz gelangen oder einen Gegenstoß ausführen kann (gilt nicht für den Torhüter im eigenen Strafraum),
• versucht, durch ein Handspiel ein Tor zu erzielen (dabei ist unerheblich, ob der Versuch erfolgreich war.),
• versucht, den Schiedsrichter durch das Simulieren einer Verletzung oder eines angeblichen Fouls (Schwalbe) zu täuschen,
• während des Spiels oder ohne Erlaubnis des Schiedsrichters seinen Platz mit dem Torhüter tauscht,
• sich gegenüber dem Spiel respektlos verhält,
• beim Verlassen des Spielfelds den Ball tritt, nachdem er die Erlaubnis erhalten hat, das Spielfeld zu verlassen,
• einen Gegner während des Spiels oder bei der Fortsetzung der Partie verbal ablenkt,
• auf dem Spielfeld unerlaubte Markierungen anbringt,
• bei einem Rückpass zum eigenen Torhüter den Ball absichtlich auf unkonventionelle Art mit dem Kopf, der Brust oder dem Knie spielt, um die Regel zu umgehen. Dabei ist unerheblich, ob der Torhüter den Ball anschließend mit der Hand berührt oder nicht. Die Aktion wird als Vergehen geahndet, weil der Spieler damit Sinn und Geist von Regel 12 untergräbt. Die Partie wird mit einem indirekten Freistoß fortgesetzt,
• bei der Ausführung eines Freistoßes den Ball auf unkonventionelle Art zum eigenen Torhüter zurückspielt und damit die Regel umgeht. Der Spieler wird verwarnt und der Freistoß wiederholt.

Torjubel

Zwar ist es einem Spieler erlaubt, seiner Freude nach einem Treffer Ausdruck zu verleihen, doch darf der Torjubel nicht übertrieben werden. Torjubel ist in angemessenem Rahmen gestattet. Zu unterbinden sind jedoch „choreografierte" Jubelszenen, wenn dadurch zu viel Zeit verloren geht. Die Schiedsrichter sind angewiesen, in solchen Fällen einzuschreiten.
Ein Spieler wird verwarnt, wenn er:

• nach Meinung des Schiedsrichters mit provozierenden, höhnischen oder aufhetzenden Gesten jubelt,
• an einem Zaun hochklettert, um einen Treffer zu feiern,
• sein Hemd auszieht oder es über seinen Kopf stülpt,
• Kopf oder Gesicht mit einer Maske oder Ähnlichem bedeckt.

Das Verlassen des Spielfelds beim Torjubel ist an sich noch kein verwarnungswürdiges Vergehen, doch sind die Spieler gehalten, so rasch wie möglich auf das Feld zurückzukehren.
Von den Schiedsrichtern wird erwartet, dass sie in solchen Situationen präventiv auf die Spieler einwirken und bei der Beurteilung des Torjubels gesunden Menschenverstand walten lassen.

Reklamieren/Protestieren

Zeigt sich ein Spieler mit einer Schiedsrichterentscheidung nicht einverstanden, indem er protestiert (verbal/nonverbal), wird er vom Schiedsrichter verwarnt.
Der Kapitän genießt gemäß Spielregeln weder einen Sonderstatus noch besondere Privilegien, trägt aber eine gewisse Verantwortung für das Verhalten seines Teams.

Verzögerung der Spielfortsetzung

Der Schiedsrichter verwarnt jeden Spieler, der die Spielfortsetzung verzögert, indem er

• einen Freistoß absichtlich an der falschen Stelle ausführt, um damit den Schiedsrichter zu zwingen, die Ausführung wiederholen zu lassen,
• einen Einwurf vorbereitet, dann aber plötzlich den Ball einem Mitspieler überlässt,
• nach einer Spielunterbrechung durch den Schiedsrichter den Ball wegspielt oder ihn mit den Händen wegträgt,
• die Ausführung eines Einwurfs oder eines Freistoßes unnötig verzögert,
• bei seiner Auswechslung das Spielfeld absichtlich langsam verlässt,
• eine Auseinandersetzung provoziert, indem er den Ball absichtlich in die Hand nimmt, nachdem der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen hat.

Wiederholtes Verstoßen gegen die Spielregeln

Die Schiedsrichter achten stets auf Spieler, die wiederholt gegen die Spielregeln verstoßen. Dabei bedenken sie, dass auch Spieler, die verschiedene Vergehen begehen, wegen wiederholten Verstoßens gegen die Spielregeln verwarnt werden müssen.
Wie viele Vergehen erforderlich sind, um einen Spieler wegen wiederholten Verstoßens gegen die Spielregeln zu verwarnen, ist Ermessenssache. Die Beurteilung eines möglichen Verhaltensmusters muss immer im Sinne einer optimalen Spielleitung erfolgen.

Grobe Fouls

Ein Spieler begeht ein grobes Foul, wenn er bei laufendem Spiel im Kampf um den Ball übermäßig hart oder brutal in einen Zweikampf einsteigt. Gefährdet ein Spieler in einem Zweikampf die Gesundheit seines Gegners, ist dies als grobes Foul zu ahnden. Ein Spieler, der im Kampf um den Ball von vorne, von der Seite oder von hinten mit einem oder beiden Beinen in einen Gegenspieler hineinspringt und durch übermäßige Härte die Gesundheit des Gegners gefährdet, begeht ein grobes Foul.
Bei groben Fouls wird nicht auf Vorteil entschieden, es sei denn, im Anschluss an die Szene ergibt sich eine klare Torchance. Der Schiedsrichter zeigt dem fehlbaren Spieler bei der nächsten Spielunterbrechung die rote Karte.
Grobe Fouls werden mit einem Feldverweis geahndet. Die Partie wird mit einem direkten Freistoß an der Stelle, an der sich das Vergehen ereignete (siehe Regel 13 – Ort der Freistossausführung), oder mit einem Strafstoß fortgesetzt (falls sich das grobe Foul im Strafraum des betreffenden Spielers ereignete).

Tätlichkeit

Eine Tätlichkeit liegt vor, wenn ein Spieler einen Gegner abseits des Balls übermäßig hart oder brutal attackiert. Als Tätlichkeit gelten auch übertriebene Härte oder Gewalt gegen eigene Mitspieler, Zuschauer, Spieloffizielle oder sonstige Personen. Zu Tätlichkeiten kann es auf oder neben dem Spielfeld und bei laufendem oder unterbrochenem Spiel kommen. Bei einer Tätlichkeit wird nicht auf Vorteil entschieden, es sei denn, im Anschluss an die Szene ergibt sich eine klare Torchance. Der Schiedsrichter zeigt dem fehlbaren Spieler bei der nächsten Spielunterbrechung die rote Karte. Tätlichkeiten können oft in einen Tumult ausarten, weshalb die Schiedsrichter angewiesen sind, präventiv einzugreifen. Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselte Spieler, die eine Tätlichkeit begehen, werden des Feldes verwiesen.

Spielfortsetzung

• Bei unterbrochenem Spiel wird die Partie gemäß der vorangegangenen Entscheidung fortgesetzt.
• Bei laufendem Spiel und einer Tätlichkeit außerhalb des Spielfelds gilt:

– Befindet sich der Spieler beim Begehen der Tätlichkeit bereits außerhalb des Spielfelds, wird die Partie mit einem Schiedsrichterball an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand. Wurde das Spiel innerhalb des Torraums unterbrochen, erfolgt der Schiedsrichterball auf der Torraumlinie parallel zur Torlinie so nahe wie möglich bei der Stelle, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand.
– Verlässt der betreffende Spieler für die Tätlichkeit das Spielfeld, ist die Partie mit einem indirekten Freistoß an der Stelle fortzusetzen, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung befand (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).

• Bei laufendem Spiel und einer Tätlichkeit auf dem Spielfeld gilt:

– Bei einer Tätlichkeit an einem Gegenspieler wird die Partie mit einem direkten Freistoß an der Stelle, an der sich das Vergehen ereignete (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung), oder mit einem Strafstoß fortgesetzt (falls sich die Tätlichkeit im Strafraum des betreffenden Spielers ereignete).
– Bei einer Tätlichkeit an einem Mitspieler wird die Partie mit einem indirekten Freistoß am Ort des Vergehens fortgesetzt (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).
– Bei einer Tätlichkeit an einem Auswechselspieler oder einem aus gewechselten Spieler wird die Partie mit einem indirekten Freistoß an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung
befand (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).
– Bei einer Tätlichkeit am Schiedsrichter oder einem Schiedsrichterassistenten wird die Partie mit einem indirekten Freistoß an der Stelle des Vergehens fortgesetzt (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).
– Bei einer Tätlichkeit an einer sonstigen Person wird die Partie mit einem Schiedsrichterball an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand. Wurde das Spiel innerhalb des Torraums unterbrochen, erfolgt der Schiedsrichterball auf der Torraumlinie parallel zur Torlinie so nahe wie möglich bei der Stelle, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand.

Vergehen durch Werfen von Gegenständen (inkl. Ball)

Wirft ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler bei laufendem Spiel rücksichtslos einen Gegenstand auf einen Gegner oder eine andere Person, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel und verwarnt den betreffenden Spieler.
Wirft ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler bei laufendem Spiel mit übermäßiger Härte einen Gegenstand auf einen Gegner oder eine andere Person, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel und verweist den betreffenden Spieler wegen einer Tätlichkeit des Feldes.

Spielfortsetzung

• Wirft ein Spieler im eigenen Strafraum einen Gegenstand auf einen Gegner außerhalb des Strafraums, wird die Partie mit einem direkten Freistoß für den Gegner an der Stelle fortgesetzt, an der das Objekt den Gegner getroffen hat oder hätte.
• Wirft ein Spieler außerhalb des eigenen Strafraums einen Gegenstand auf einen Gegner, der sich im Strafraum befindet, entscheidet der Schiedsrichter auf Strafstoß.
• Wirft ein Spieler auf dem Spielfeld einen Gegenstand auf eine Person außerhalb des Spielfelds, wird die Partie mit einem indirekten Freistoß an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung befand (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).
• Wirft ein Spieler außerhalb des Spielfelds einen Gegenstand auf einen Gegner auf dem Spielfeld, wird die Partie mit einem direkten Freistoß für den Gegner an der Stelle, an der das Objekt den Gegner getroffen hat der hätte, oder einem Strafstoß (falls der Gegner innerhalb des eigenen Strafraums getroffen wurde oder worden wäre) fortgesetzt.
• Wirft ein Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler außerhalb des Spielfelds einen Gegenstand auf eine Person auf dem Spielfeld, wird die Partie mit einem indirekten Freistoß für den Gegner an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung befand (siehe Regel 13 – Ort der Freistoßausführung).

Verhindern eines Tors oder Vereiteln einer Torchance

Das Verhindern eines Tores oder das Vereiteln einer offensichtlichen Torchance des gegnerischen Teams wird mit einem Feldverweis bestraft. Dabei ist unerheblich, ob das Vergehen im Strafraum erfolgte oder nicht.
Entscheidet der Schiedsrichter bei einer klaren Torchance auf Vorteil und entsteht daraus direkt ein Tor, obwohl ein Gegner den Ball mit der Hand gespielt oder einen angreifenden Spieler gefoult hat, kann der betreffende Spieler nicht des Feldes verwiesen werden, muss jedoch verwarnt werden.
Die Schiedsrichter berücksichtigen beim Entscheid über einen Feldverweis für
das Verhindern eines Tors oder das Vereiteln einer Torchance folgende Aspekte:

• Distanz zwischen Vergehen und Tor
• Wahrscheinlichkeit, dass das angreifende Team in Ballbesitz bleibt oder kommt
• Richtung des Spiels
• Position und Anzahl verteidigender Spieler
• Das Vergehen, durch das eine offensichtliche Torchance vereitelt wird, kann ein Foul darstellen, das mit einem direkten oder indirekten Freistoß geahndet werden.

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