b_350_1200_16777215_00_images_201718_fanleben_fv3.jpgNicht selten stellt man sich die Frage nach dem Sinn. Sommer, Hitze und kilometerlange Staus wohin man kommt. Aus Tirol kommt man ohne Stopp nicht hinaus - den Grenzkontrollen sei Dank. Obwohl "Kontrolle" ist wohl der falsche Ausdruck für so was...  Doch nicht nur alle Wege führen nach Rom, sondern viele auch aus Tirol hinaus, wo nicht kontrolliert wird. Nur, wenn man in den Osten will, muss man über irgendein Deutsches Eck. Im Großen davon finden „Grenzkontrollen“ statt und im Kleinen behindern einem Baustellen. Ist diese Hürde einmal überwunden, geht es im Stop-and-Go Richtung Salzburg, wo man nach einer gefühlten Ewigkeit dann doch angelangt um wieder - eh schon wissen - im Stau zu stehen.

Weiter geht’s

Und dann, ja erst dann geht es voran. Aber wo fährt man denn Richtung Styria? Die A10 bis zur Ausfahrt Radstadt, von wo man über die Ennstal-Bundesstraße in die Grüne Mark kommt, ist laut Verkehrsfunk verstopft. Also geht es ans Voralpenkreuz und dann über die A9, der Pyhrnautobahn Richtung Hartberg, das Ziel der Reise. Nur was wie eine Autobahn aussieht, ist in Wirklichkeit ein baustellen-geschwängertes Etwas für das man auch noch fleißig Maut zahlen darf. Aber dafür darf man dann sehr lange auf dieser Strecke verweilen, ehe es wieder zügiger vorwärts geht. Und man glaubt es kaum, endlich – nach einer Tortur von über sieben Stunden - ist man am Ziel.

Wofür?

Dennoch ist Hartberg immer eine Reise wert. Dort herrscht eine nette Atmosphäre mit freundlichen Leuten. Rund 80 Schwarz-Grüne haben im Auswärtssektor im Stadion Hartberg auf einen Sieg der Ihren gehofft. Die Stimmung und die Atmosphäre dort wäre eigentlich ausgezeichnet gewesen. Doch unsere Fans sind wieder einmal bitter enttäuscht worden. Eine Frechheit was unser Team von hinten bis vorne da für einen Schmarrn zusammen gespielt hat!
Vom stolzen FC Wacker Innsbruck keine Spur. Vom Anpfiff weg, ängstlich wie ein Kaninchen vor der Schlange. Und dieses Reptil Namens TSV Hartberg hatte vom ersten Schuss weg eine ganz andere Gangart eingelegt und hätte zur Pause eigentlich weit höher führen können. Und unser Team? Bis auf eine nennenswerte Chance nicht vorhanden! 

Petrus einer von uns

Die beiden Mannschaften kamen schon unter strömenden Regen zurück auf das Spielfeld. Angepfiffen wurde nicht mehr. Der Himmel hatte seine sämtlichen Schleusen geöffnet. Dazu ein heftiger Wind und ein ordentliches Donnerwetter. Oft nützt ja das Donnerwetter vom Trainer in den Kabinen nichts. Aber das von Petrus hat genützt - zum Glück. An ein Weiterspielen war nicht mehr zu denken. Dieser Petrus wird sich schon gedacht haben, wenn ich schon das halbe Jahr über verrückt spiele, kann ich damit doch gleich einmal den bedauernswerten Schwarz-Grünen aus Innsbruck helfen. Hoffentlich wurde damit nicht schon unser Glück für die gesamte Saison verbraucht.

Wetterfest

Eine Stunde Unwetter konnte den mitgereisten Wackerianern nichts anhaben. Auf der kleinen und netten Auswärtstribüne unter Dach wurde gefeiert, was das Zeug hielt. Und draußen übte sich die Welt im "Untergang". So was habe ich ja noch nie erlebt. Und dabei ist mir schon einiges untergekommen. Einen Abbruch mit Rückstand (allerdings am Tivoli) habe ich schon einmal erlebt. Am 17 September 1986 wurde das UEFA Cup Spiel gegen Sredets Sofia beim Stande von 0:1 und einer chancenlosen Innsbrucker Elf wegen eines Wolkenbruchs abgebrochen. Den Nachtrag gewannen die Innsbrucker souverän mit 3:0 und sind dann bis ins Halbfinale vorgestoßen. Vielleicht ein gutes Omen für die weitere Meisterschaft?

Warum? Darum!

Die Heimfahrt aus Hartberg ist dann ruhiger verlaufen. Zwar hat uns über weite Strecken der Regen begleitet, aber so irgendwann gegen 5 Uhr früh ist man doch zu Hause angelangt. Den Riesenstau gab es auch, aber zum Glück in die Gegenrichtung. Bleibt die Frage nach dem Sinn. Die Mannschaft ist es nicht, die Erfolgsaussicht erst recht nicht. Da wären die ja schon längst alleine. Es ist der Mythos FC Wacker Innsbruck, der Fußball, die Kameradschaft und die Zeit, welche man mit Freunden verbringt. Es ist ein Lebensstil, ein Leben für diesen Sport. Und wenn es für sieben Minuten Fußball ist, wie etwa bei den stau-geschädigten IFuriosi in Hartberg. Verrückt, aber mitunter trotz enormer Anstrengungen geil! Andere Sachen, andere Dinge und andere Hobbys sind mitunter auch zeitraubend und anstrengend, aber vielleicht nicht einmal im Ansatzs so lässig.

Weiter geht’s

Am Dienstag kommt die Lustenauer Austria auf das Tivoli (18.30 Uhr). Für beide Teams geht’s da bereits um den Anschluss an die Spitze. Verlieren ist jedenfalls verboten. Aufgrund der Auswärtsstärke der Vorarlberger wird dieses Spiel ein echter Gradmesser werden.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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