b_350_1200_16777215_00_images_201718_fanleben_fv15.jpgDas darf doch nicht wahr sein. Den Tabellenführer phasenweise an die Wand gespielt, bis zur 94. Minute geführt und am Ende das Spielfeld mit gesenkten Köpfen verlassen. So könnte man den Freitagabend aus Sicht des FC Wacker Innsbruck sehen. Dieses Spiel hatte so einiges zu bieten. Besonders die Innsbrucker boten den 3702 Fans am Tivoli einen hervorragenden Fußball. Weil es aber die Unseren verabsäumt haben, den Sack vorzeitig zu schließen und der SV Ried in letzter Sekunde der völlig unverdiente Ausgleich gelang, verspürten unsere Anhänger nach dem „Rausch“ der vorangegangenen 94 Minuten, einen Riesenkater. Und das von einer Sekunde auf die Andere.

Toll und dennoch enttäuschend

Dieses Spiel begann mit einer tollen Choreographie auf der Tivoli Nordtribüne. Schade, dass so viele Plätze leer geblieben sind. Die Choreo und das Spiel des FC Wacker Innsbruck hätten mindesten doppelt so viele Zuschauer verdient. 3702 sind dann doch etwas enttäuschend. Und dennoch, sämtliche restliche Konkurrenten in der Liga wären über diese Zahl wohl heilfroh. Und die, die gekommen sind, haben in den 94 Spielminuten für ein richtiges Spektakel gesorgt. Angefangen vom Fahnenmehr der stimmgewaltigen Tivoli Nord bis hin zu den Anfeuerungen aus den Seitentribünen, dem Wechselgesang zwischen der Nordtribüne und dem Rest des Stadions, die Atmosphäre am Tivoli ist wieder einzigartig. Und diesmal gab es auch einen guten Gegensupport der rund 100 mitgereisten Wikingern. Ganz anders als letzte Woche beim Tiroler Derby.

Tolles Spiel

Die erste Ballberührung dieses Spitzenspiels hatten allerdings zwei Ladys. Golden Member Mitglieder der ersten Stunde hatten die Ehre des Ehrenanstoßes. Golden Member? : http://fc-wacker-innsbruck.at/informati ... mbers.html
Dann aber ging die Post ab. Nach einer kurzen Abtastphase übernahmen die Schwarz-Grünen aus Tirols Landeshauptstadt ganz klar das Kommando. Innsbruck hatte in der Folge mehr Torchancen. Wenn man von richtig gefährlichen Szenen schreibt, so sind da die Innsbrucker klar im Vorteil gewesen. Wenn dieses Spiel auch ausgeglichen in Statistik und Zahlen rüberkommt, es war ein tolles Spiel der Unseren. Mit Tempo, Power und guten Balleroberungen. Einziger Wehrmutstropfen, man hat die Innviertler am Leben gelassen. Und als alles schon mit einem Sieg gerechnet hat, geschah das Unglaubliche. Es ist klar, dass ein Gegner der hinten liegt, in den letzten Minuten alles nach vorne wirft. Ein Einwurf, eine Flanke, unglücklich verteidigt und schon war es geschehen. Ausgleich in der letzten Sekunde vor dem Schlusspfiff. Völlig aus dem Nichts, völlig unverdient für die SV Ried. Aber was soll man machen. Auch so etwas macht den Fußball aus. Einmal geht’s gut und dann eben nicht. Man muss in den 94 Minuten davor einfach effizienter auftreten. So haben am Ende die Rieder den Punkt gefeiert, als wären sie gerade Meister geworden.

Schock

Das Spiel war gut und die Leistung des FC Wacker Innsbruck eine Ausgezeichnete. Dennoch war es nach dem Ausgleichstreffer des Tabellenführers muckmäuschen still im Tivoli. Man hätte den Flügelschlag einer Motte hören können. Einfach unglaublich so ein Spiel am Ende nicht zu gewinnen. Zumal es so wichtig gewesen wäre. Dann wäre man bis auf zwei Punkte an der Spitze dran gewesen. Das war ein Schock und es sind sogar Tränen geflossen. So manchen Wackerianer schwirrte die Szene, welche zum Ausgleich geführt hat, wohl noch die ganze Nacht durch den Kopf. Immer und immer wieder.....
So schlimm sehe ich das jetzt nicht. Auch wenn der Last-Second-Treffer der Innviertler extrem schmerzlich ist. Die Leistungen der letzten Spiele bringen Kraft und die Meisterschaft geht noch 21 Runden. Nun kommen zwei schwere Auswärtsspiele. Montag in einer Woche geht’s zum FC Liefering. Die sind unmöglich auszurechnen. Haben über 40 hervorragende Nachwuchsspieler in deren Kader und laufen einmal so und dann wieder so auf. Bei ihrem 2:2 gegen den FAC Wien wurden gegenüber ihrer letzten Partie kurzerhand acht Spieler ausgetauscht. Da hilft nur eins, das eigene Spiel konsequent durch zu ziehen und drei Punkte holen!
Dann geht es nach Wr. Neustadt zum FC Salihi. Den unter Kontrolle zu bringen, ist schon die halbe Miete.
Zuvor geht es aber am Mittwoch nach Klagenfurt. Im ÖFB Cup wartet Austria Klagenfurt auf dem FCW. Eine undankbare Aufgabe. Man kann dort Selbstvertrauen danken, aber sich auch blamieren. Der Regionalligist hat in der zweiten Cuprunde den KSV1919 klar aus den Bewerb geschossen. Die Schwarz-Grünen sind also gewarnt. Es bleibt alles extrem spannend. Und das in zwei Bewerben. Einerseits lässt ein Weiterkommen im Cup auf ein Hammerlos hoffen und zweitens gilt es in der Meisterschaft vom dritten Platz weiter nach vorn zu kommen!

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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