b_350_1200_16777215_00_images_201718_fanleben_fv17.jpgFreitagabend in Wr. Neustadt bei eisigen Temperaturen und ein Spiel, das den Zuschauern trotz spielerischer Magerkost so richtig eingeheizt hat. Manche sahen das „Spitzenspiel“ der Sky Go Ersten Liga zwischen den Tabellenführer SC Wr. Neustadt und unseren FC Wacker Innsbruck (fünfter) eher als Langweiler, oder fad. Spielerisch hat sich da nicht viel getan. Es hat eine kleine Ewigkeit gedauert, bis sich die Blauen nach vorne getraut haben und das Tor von Christopher Knett gefährdet wurde. Ihr Trainer wollte augenscheinlich den FC Wacker Innsbruck mit jenen Mitteln schlagen, welche die Schwarz-Grünen bei der ersten Begegnung in dieser Saison am Tivoli angewandt haben - Ball und Spiel dem Gegner überlassen und eiskalt zuschlagen. Das Spiel des SC Wr. Neustadt also. Dass das aber wieder nicht geklappt hat, lag am FC Wacker Innsbruck. Die Unseren hatten zwar mehr den Ball. Aber so leicht hat man sich nicht locken lassen. Es entwickelte sich ein Rasenschach vom feinsten.

Und ewig lockt der Gegner

Trainer Roman Mählich hat geglaubt, besonders klug zu sein. Aber diese Rechnung hatte er wohl ohne sein Gegenüber gemacht. Geduld ist das Zauberwort gewesen und herauslocken haben sich die Innsbrucker trotz einer exklusiven niederösterreichischen Einladung nicht lassen. Die Torfabrik der Wr. Neustädter, Hamdi Sahili wurde abgemeldet, die Mehrheit der Zweikämpfe gewonnen und speziell in Halbzeit zwei hat unser FCW um einiges mehr in den Sieg investiert als die ängstlichen Blues. Dazu kam eine sehr hohe Passgenauigkeit und eine riesige Portion Disziplin! Obwohl der FC Wacker Innsbruck in der 53 Minute erstmals (!) so richtig gefährlich auf das gegnerische Tor geschossen hat (Kopfball knapp drüber) ist dieser Sieg am Ende verdient gewesen.

Brutaler Sport

Mitunter kann die Sportart Fußball so richtig brutal sein. Weniger wegen der körperlichen Robustheit der Spieler, sondern wie gemein sich die Spiele manchmal entwickeln. Ein Wechselbad für Spieler und Fans. Man stelle sich vor, der aktuelle Tabellenführer wird an die Wand gespielt. Aber das Spiel dann in letzter Sekunde doch nicht gewonnen. Statt bis auf zwei Punkte dran, bleibt der Abstand gleich. Dazwischen geht eine Cuppartie gegen einen Regionalligisten aber so was von in die Hosen und bekommt dort glatt vier Gegentore. Auch das nächste Ligaspiel wird verloren. Und das aufgrund des Spielerverlaufs alles andere als unverdient. Die Konkurrenz gewinnt zum Teil und plötzlich steht man mit dem Rücken zur Wand. Immerhin geht’s nun zum neuen Tabellenführer in die Fremde. Und dort hat der FC Wacker Innsbruck in der laufenden Saison bekanntlich Heimweh. Außerhalb von Tirol wurden erst vier Punkte erobert. Das kann nur eine Nervensache werden. Das Brutale daran, in weniger als 187 Minuten hätte man bei einer Niederlage im niederösterreichischen Wr. Neustadt so acht (!) Punkte auf die Spitze verloren. Dass es anders gekommen ist, spricht für unseren FC Wacker Innsbruck. Das ist eine Qualität, die im Aufstiegskrimi noch entscheidend werden könnte.

Ausgelassene Stimmung

So gesehen sind die Fans des FCW hin und her gerissen. Die Mannschaft gibt alles, kämpft kratzt und beißt. Man kann niemanden etwas vorwerfen. Es will halt nicht immer klappen und unsere Spieler bringen sich manchmal selbst in Bedrängnis - Schwamm drüber, das Team genießt viel Kredit. Das könnte auch ein Vorteil zugunsten des FCW werden.
Und das hat man auch in Wr. Neustadt gesehen. Am Spielfeld war nicht viel los. Es ging zwar hitzig zur Sache, aber auf Strafraumszenen warteten die Zuschauer vergebens und Schach ist doch nicht jedermanns Sportart. Dennoch ging es im Sektor der Schwarz-Grünen so richtig rund. Weit mehr als ein Zehntel der 1.110 Zuschauer im Stadion waren im Lager des FCW. Die Mehrheit davon aus dem Osten Österreichs. Erstaunlich von wo unsere Fans überall anreisen. Und trotzdem ist nach dem Schlusspfiff überschwänglich „Innschbrugger Jungs“ ertönt. Eine ausgelassene und tolle Stimmung im weiten Oval des Neustädter Stadions. Zumindest im Lager der Innsbrucker. Spieler und Fans sind sich Buchstäblich in den Armen gelegen. Aber auch auf der Haupttribüne haben sich nicht wenige über den Sieg des FCW gefreut. Da ist allen ein riesen Felsbrocken vom Herzen gefallen. Nun geht es mit einem Heimspiel gegen den FAC Wien weiter (17.11). Dananch folgt auswärts Blau-Weiß Linz und vor der Winterpause ist noch der KSV1919 zu Gast am Tivoli. Man darf träumen!

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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