b_350_1200_16777215_00_images_201718_fanleben_fv23.jpg"Derbysieger, Derbysieger – Spitzenreiter, Spitzenreiter" hallte es durch das Wattener Gernot Langes Stadion. Tausende Schwarz-Grüne sind nach dem Schlusspfiff im Tiroler Derby aus dem Häuschen gewesen. Der Großteil der 3150 Zuseher war im Lager der Innsbrucker. Dieses Spiel hätte eigentlich ein Mehrfaches an Zuschauern verdient. Spannend war es auf alle Fälle. Für den FC Wacker Innsbruck wie ein Heimspiel, das sich jedoch zur harten Auswärtspartie entwickelt hat. Zum Schluss mit Emotionen pur. Bleibt die Frage: War das vorerst das letzte Tiroler Derby in Wattens?

 

Fußball pur

Treffpunkt der schwarz-grünen Fans war wieder einmal der Bahnhof Fritzens-Wattens. Von dort ging es mit einem stimmungsvollen Marsch zum Stadion. In einen Auswärtssektor, der diesen Namen nicht verdient. Kaum Sicht aufs Spielfeld und die Verpflegung miserabel! Für einen ausverkauften Sektor standen da nur zwei (!) Leute im Kiosk. Selig, wer da Geduld bewiesen hat. Noch schlechter war es aber im zweiten FCW-Sektor, im südlichen Bereich der Osttribüne. Da wartete man schon vor der Pause vergebens auf Speisen. Die sind denen ausgegangen...
In Wattens ging es aber um Fußball pur. Ein Stadion wie man es aus früheren Zeiten kennt. Ein Dorf, ei was sag ich denn, eine Marktgemeinde feiert ein Fest. Und der Außenseiter aus der Kristallmetropole kam gleich besser ins Spiel. Die Innsbruck-Fans mit einer tollen Choreographie, mit einer eindeutigen Botschaft. „Wacker – egal in welcher Liga“. Selig wer solche Fans hat.
War es die „Bürde“ des Tabellenführers, der Druck des siegen müssens oder einfach der verflixte Frühlingswind? Jedenfalls agierten die Unseren in der ersten Halbzeit viel zu passiv, viel zu wenig aggressiv und in der Vereidigung überraschend fehleranfällig. Des Tabellenführers würdig war zu diesem Zeitpunkt nur der schwarz-grüne Anhang. Mit 0:1 ging es in die Kabinen.

Ein Sieg der Moral

Der FC Wacker Innsbruck auf den Spuren von Juve. Dabei sind die Turiner doch ein Kooperationspartner des Gegners. Aber der FCW hat am Freitag ein Spiel gedreht, dass eigentlich nicht zu gewinnen gewesen ist. So wie es Juve gegen Tottenham Tage zuvor vorgemacht hat. Ein Sieg des Wollens, ein Sieg der Moral und des bedingungslosen Fightes. Innsbruck wurde in der zweiten Halbzeit immer stärker und der Trainer hat wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen. Seine Einwechslung Florian Rieder gleich mal mit einem Assist zum Ausgleich. Ebenso der Siegestreffer nach einer Harrer (ebenfalls eingewechselt) Ecke. Einfach genial. Drittes Derby in der Saison - dritter Sieg!

Emotionen pur

Nach diesem Treffer in der 89 (!) Minute brachen alle Dämme. Torschütze Albert Vallci stürmte jubelnd zum Auswärtssektor, wo sich unglaubliche Szenen abgespielt haben. Die gesamte Mannschaft inklusive Ersatzspieler feierten diesen Treffer vor ihren Fans. Oder besser gesagt, mit ihnen. Der Auswärtssektor stand Kopf. "Und wir geben nie auf, heuer steigen wir wieder auf!"
Bald darauf war Schluss im Gernot Langes Stadion. Derbysieg und Spitzenreiter. Ein Blick auf die Statistik des Spiels zeigt, der Sieg war gar nicht so unverdient. Mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse aufs Tor, mehr Ecken und mehr Zweikämpfe gewonnen. Nur die WSG hatte zum Teil die besseren Möglichkeiten. Mehr Konzentration ist gefragt!

Auf nach Ried!

Haben unsere Spieler in vergangenen Zeiten immer nur kurz mit ihren Fans gefeiert, so ist das seit heuer anders. Nach ihren obligatorischen Siegestänzchen im Mittelkreis, feierten unsere Spieler nachher fast eine Viertelstunde mit uns. Einfach großartig! Der Kapitän der Mannschaft ließ es sich nicht nehmen, das Megaphon in die Hand zu nehmen und den Vorsänger zu geben. Szenen die träumen lassen - von Spielen in anderen Stadien. Auch wenn damit ein Tiroler Derby für wahrscheinlich lange, lange Zeit nicht mehr stattfinden wird.
Und so geht es am Freitag (20.30 Uhr) zur SV Ried. Und in diesem Spiel sind nicht wir der Favorit. Die SV Ried steht nach fünf Unentschieden in Folge schon gehörig unter Druck. Man darf gespannt sein, was dort passiert. Der Auswärtssektor in der „Keine Sorgen Arena" sollte aus allen Nähten platzen! Wer sind die besseren Schwarz-Grünen?

Hinweis / Autor

Dieser Text stellt geistiges Eigentum des tivoli12 magazins dar und ist somit urheberrechtlich geschützt. Um den Text, oder Teile davon nutzen zu können, setzen Sie sich bitte mit dem tivoli12 magazin in Verbindung.

Rudolf Tilg Rudolf Tilg

Artikel bisher gesamt: 445