Roland KirchlerGegen Salzburg einen Punkt erkämpft, gegen Sturm Graz und Austria Wien unglücklich den Sieg verpasst - mit Rapid kommt am Samstag der nächste "Große" ins Tivoli Stadion Tirol. Vor dem Spiel David gegen Goliath traf das tivoli12 magazin auf einen zuversichtlichen Roland Kirchler, der die Länderspielpause, den Wechsel von Darko Jevtic und die Rolle der Zuschauer bei diesem Spiel beleuchtet.


Roland, die Länderspielpause ist beendet. Sind die zuletzt angeschlagenen Spieler wieder fit?


Ja! Vuleta hat zwar immer wieder ein bisschen Probleme mit der Achillessehne. Die Pause hat ihm gut getan. Er ist zu 80% einsatzfähig. Wir haben ein paar Spieler etwas weniger spielen lassen wie etwa Hinterseer oder Roman Wallner, die zuletzt relativ viel gespielt haben. Wir haben ganz gute Testergebnisse erzielt. Vor allem das Spiel gegen St. Gallen war gut. Da hat auch Jaio 90 Minuten durchgespielt, was ihm sehr, sehr gut getan hat. Milosevic hat gegen Kössen auch wieder einmal ein Spiel in die Beine bekommen. Wir haben also die Länderspielpause gut genützt. Die Ergebnisse waren okay. Leider ist Sebastian Siller jetzt ausgefallen. Er hat sich einen Virus eingefangen. Für das Rapid-Spiel wird es sich nicht ausgehen. Saurer und Milosevic sind noch rekonvaleszent aber alle anderen sind dabei.

Das heißt Christian Schilling ist auch wieder fit?

Nein, Schilling hab ich jetzt ganz vergessen. Christian liegt schon seit zwei Wochen auf der Massagebank. Er hat einen kleinen Einriss in einer Sehne in der Fußsohle, einen starken Bluterguss. Da ist er leider noch eine Woche außer Gefecht.

Du hast Kössen angesprochen. Das war ein tolle Geschichte.

Zweck erfüllt! Für die Hochwasseropfer konnte etwas Geld gesammelt werden und der Verein hat auch noch etwas draufgelegt. Ich hoffe, wir konnten etwas helfen. Wir wollten auch zeigen, dass wir nicht nur ein Fußballverein sind sondern auch ein Verein sind, der ein Herz für andere Dinge hat.

Wie erwähnt sind Saurer und Milosevic rekonvaleszent. Mit Darko Jevtic kam Verstärkung für das Mittelfeld. Wie ist es dazu gekommen?

Mit Basel verbindet uns, man kann schon sagen eine richtige Freundschaft, eine Kooperation. Stjepan Vuleta hat sehr gute Werbung für unseren Verein gemacht. Wir sind jung und in Aufbruchstimmung - ein junges Trainerteam mit einer guten Mannschaft. Wir haben von Basel ein Signal bekommen, dass noch ein Spieler kostengünstig zu haben wäre. Wohnung und Punkteprämie zahlen wir, da mussten wir natürlich zuschlagen. Darko Jevtic ist ein Spieler, der auch schon in der Schweizer Super League gespielt und auch in der Championsleague einen Einsatz hat. Er ist ein Spieler, der zum erweiterten Stamm von Basel gehört. Sportdirektor Georg Heitz hat uns versprochen, dass wir den Spieler bekommen weil er bei uns mehr Einsatzzeit erhalten kann als in Basel. Wir haben sicher ein kleines Juwel bekommen. Ich hoffe, dass er sich schnell eingewöhnt. Etwas Geduld müssen wir noch haben, aber wie man schon im Training gesehen hat kann er schon etwas. Vor allem hat er einen guten linken Fuß, guter Pass in die Tiefe. Ein schneller Spieler, der auch in der U21 Nationalmannschaft eine fixe Größe ist. Da haben wir einen, der schon fußballspielen kann.

Er kann im offensiven Mittelfeld auf allen Positionen spielen. Was heißt das für die jetzigen Spieler?

Für die Spieler heißt das gar nichts aber für mich als Trainer ist es angenehm weil ich einen Spieler habe, der auf drei Positionen spielen kann. Er hat sogar schon ganz vorne gespielt, wobei ich denke, dass das nicht seine Position ist. Das bedeutet jetzt nicht, dass ein anderer raus muss. Man sieht ja nach dem Austria-Spiel: zwei Verletzte, zwei Gesperrte. Das geht im Fußball schnell. Wir hatten letzte Saison das Problem, dass wir beispielsweise ohne Verteidiger zur Admira fahren mussten. Solche Sachen sollten heuer nicht mehr passieren. Deshalb haben wir versucht im Kader den ein oder anderen Guten noch dazu zu bekommen. Wir haben keine großen Fixkosten und bekommen einen guten Spieler zu geringen Konditionen. Ich denke, da muss jeder Verein zuschlagen.

Erklärtes Ziel für dieses Saison ist es auch einmal einen "Großen" zu schlagen. Im letzten Spiel gegen die Austria waren wir schon wieder ganz knapp dran. Schaffen wir es jetzt gegen Rapid?

Natürlich. (Lacht) Wir hätten es uns gegen die Austria verdient. Wir hätten es gegen Sturm zu Hause verdient und ohne das Eigentor auch gemacht. Wir waren schon sehr, sehr knapp dran. Zu Hause gegen Salzburg, heuer die größte Mannschaft für mich in Österreich, haben wir einen Punkt gemacht. Wir sind dran. Wir haben uns verbessert und jetzt wollen wir auch für die Zuschauer Rapid schlagen. Als 15Jähriger war ich mit meinem Vater im Stadion und schon damals war es wichtig gegen einen Großen zu gewinnen. Da geht dann jeder zufrieden nach Hause und jeder ist happy mit dem FC Wacker Innsbruck. Wir wollen den Zuschauern dieses Geschenk machen. Wenn Rapid besser ist müssen wir ihnen gratulieren, aber wir werden alles in die Waagschale werfen. Rapid ist jetzt auch nicht die Übermannschaft wie etwa Salzburg, wo man hoffen muss ohne "Packung" davon zu kommen. Wir sind sicher auf Augenhöhe und versuchen die Rapidler zu fordern. Deshalb werden wir Gas geben und versuchen diesen Sieg einzufahren.

Wie wichtig sind in so einem Spiel die Zuschauer?

Die Zuschauer sind immer wichtig! Nicht nur gegen Rapid. Die Fans haben uns immer unterstützt. Seit ich hier bin gab es keinerlei Ausschreitungen bis auf den Spielabbruch und da war es von der Osttribüne aus. Ich muss ein Kompliment an die Fans aussprechen! Immer top, immer wieder Choreographien - auch gegen Rapid soll es einiges geben. Auf der Süd sind dann auch einmal "Gegner", die Paroli bieten. Da wird es sicher eine gute Stimmung geben. Ich freue mich immer wenn Rapid zu Gast ist, denn dann gibt es auf den Tribünen immer gute Stimmung - ich hoffe friedlich. Da geben dann beide Fanszenen Gas und das spürt auch das restliche Stadion und man geht dann auch viel lieber zuschauen wie wenn beispielsweise Wr. Neustadt ohne Fans herkommt. Ich freue mich richtig auf dieses Spiel, hoffe dass alles friedlich abläuft und auf richtig gute Stimmung. 



 

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Christian Hummer Christian Hummer

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