Weiterlesen: Eine BestandsaufnahmeWie Nebelschwaden geisterten die Testspielergebnisse in den letzten Wochen durch das Land. Interpretationsspielraum gab es zu Genüge über das tatsächliche Leistungsvermögen jener Mannschaft, die nun den Verbleib in der Bundesliga sicherstellen soll. Jener luftleere Raum zwischen Trainingslagern, Gekicke auf hartgefrorenem Boden und dem ersten Pflichtspiel im neuen Jahr gibt jedem Hobby-Trainer Gelegenheit, über den tatsächlichen Entwicklungsstand seiner Lieblingsmannschaft zu philosophieren. Bei Vereinen wie dem FC Wacker Innsbruck zehrt er an den Nerven, ist doch die tatsächliche Unwissenheit ein Luxus, den sich wohl nur die Elite der Liga erlauben kann. Wenn hingegen das sportliche Überleben auf dem Spiel steht, bleiben Fakten die beste Medizin. Und diese sollten dem treuen Tivoli-Besucher eigentlich recht gut schmecken. Denn je näher der Frühjahrsstart an uns herantritt, umso deutlicher wird, dass der FC Wacker Innsbruck zum Beginn des Jahres 2013 wenig mit der Vorjahresmannschaft gemeinsam hat. Ist dies nicht ein Widerspruch, wenn die meisten Köpfe schon im Herbst im schwarz-grünen Dress steckten?

Weiterlesen: Auf Kurs trotz sinkender Einnahmen?Die Geschäftszahlen des FC Wacker Innsbruck für die Saison 2011/12 liegen seit der Generalversammlung am 18.1.2013 offen am Tisch. Mit einem Überschuss von 122.000 Euro liegt der Tiroler Traditionsverein gerade so im Rahmen der Bundesliga-Auflage, binnen zehn Jahren den verbleibenden Schuldenberg von einer knappen Million Euro abzutragen. Finanziell alles paletti also?

Weiterlesen: Die Tirol-Seuche„Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“. Dieses Zitat von Victor Hugo wird wohl Neo-Landesrat Thomas Pupp im Hinterkopf gehabt haben, als er in der vergangenen Woche im Rahmen eines Forums seine Visionen für den Tiroler Sport präsentiere. Nach dem, was der interessierte Zuschauer dort an Inhalten hören durfte, kommt mir nur mehr der folgende gut gemeinte Ratschlag des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt in den Sinn: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen, nicht in die Politik“.

Weiterlesen: Positives und NegativesJeder von uns kennt das. Bei einer Trennung bleibt meistens ein negativer Beigeschmack zurück und wenn man sich erinnert, hat man das Gefühl, es gibt nur schlechte Erfahrungen. Vergessen ist all das Schöne, das man zusammen erlebt und geschaffen hat.
Man erinnert sich an die Schulzeit. Schlechte Noten, Zoff mit den Lehrern und so manchem Mitschüler. Vergessen die unbeschwerte Zeit, die ausgeheckten Streiche, der Zusammenhalt damals.
Ähnlich ergeht es auch dem FC Wacker Innsbruck. Immer noch hängt der Konkurs des FC Tirol nach. Das spürt man bei der Sponsorensuche, in den Medien und auch unter den Fans. Vergessen sind die guten Zeiten, die vielen schönen Momente, die Verbundenheit mit dem Verein. Stattdessen wird gejammert, genörgelt und der Verein für kränkelnd oder gar für tot erklärt.

Medienschelte

Schlägt man frühmorgens die Zeitungen auf, liest man schon auf Seite eins nur mörderische Schlagzeilen. Da bleibt einem schon vom Inhalt her der Löffel mit dem Ei im Mund stecken. Dabei soll man den Tag positiv beginnen. Wie denn auch, wenn man nichts anderes als über Korruption, Katastrophen und Kriege liest?
Schlägt man dann die letzte Seite auf, bleibt nicht nur der Löffel stecken, nein es dreht einem geborenen Schwarz-Grünen erst recht den Magen um. Viele Sportschreiberlinge üben sich darin, wer den Verein noch tiefer in den Dreck zieht. Dabei leben diese „Redakteure“ zum Großteil von der Berichterstattung rund um den FC Wacker Innsbruck. Bei der Generalversammlung des FC Wacker Innsbruck war so ziemlich unbemerkt ein Redakteur der Süddeutschen Zeitung zugegen. Da wirkt es schon komisch, dass eine große deutsche Qualitätszeitung auf den FCW aufmerksam wird und den Verein trotz seiner Schwierigkeiten "interessant und gut" befindet (Zitat des Süddeutsche-Redakteurs), die heimischen Medien (darunter sogar ein Sponsor) hingegen ständig darauf herumtreten.

Das Negative zählt

Man kennt das ja. Ist jemand wenig erfolgreich, kämpft um die Existenz, so ist er anfällig für indirektes Mobbing. Man tritt drauf, nörgelt, weiß alles besser und für den FC Wacker Innsbruck sind plötzlich tausende Präsidenten und Trainer im Land vorhanden. Jeder hat einen Plan, ein Konzept und über den Wacker wird hergezogen, wie über die böse Schwiegermutter. Da bietet sich der FC Wacker Innsbruck an, denn viele sonst nicht so erfolgreiche, wollen sich zumindest am Fußballplatz als Sieger fühlen. Und so kommt es, dass die Stimmung über den Tiroler Bundesligaverein auch unter manchen „Anhängern“ nicht die Beste ist. Man haut drauf, verbreitet sogar Unwahrheiten und bezieht sich dann auf die Pressefreiheit. Es ist den Herrn und Damen so ziemlich egal, ob sie damit jemandem schaden oder nicht. Hauptsache ihr Klientel wird befriedigt.

Die andere Seite

Vergessen sind sie, die zehn Meistertitel, die sieben Cup-Siege, zwei Mitropacup-Titel und die vielen tollen internationale Spiele und Schlachten. Ob in Gladbach, Glasgow, Salzburg, Lüttich oder Turin – die letzte erfolgreiche derartige Schlacht ereignete sich vor tausend mitgereisten schwarz-grünen Fans in Florenz – ist alles Vergangenheit und scheint nicht mehr zu zählen. Aber ist es nicht so, dass ein Fußballverein immer von Traditionen und Vergangenem lebt?
Wer der diesjährigen Generalversammlung des FC Wacker Innsbruck beigewohnt hat, weiß, wovon ich spreche. Langjährige Fans, Mitglieder und auch Funktionäre wurden geehrt. Es gab sogar nach langer Zeit wieder die ersten beiden Ehrenmitgliedschaften. Und sah man sich im Saal um, waren nicht wenige zu sehen, die schon seit den Sechzigern dem FCW die Treue halten.

Spielte man in den Neunzigern nicht um den Meistertitel mit, waren nicht einmal 2000 Fans am Tivoli. Und da reden wir jetzt nicht vom Abstiegskampf, sondern vom „Fight“ um die Europacupplätze. Höhepunkt war ein Spiel gegen den Erzrivalen Austria Salzburg, das nicht einmal 800 Zuschauer sehen wollten...

Treue Fans

Es wird immer gejammert: so wenige Zuschauer, so wenig Interesse. Sind fast 2000 Mitglieder nichts? Und trotz einer „fast“ katastrophalen Jahresbilanz unserer Kampfmannschaft darf man sich aktuell über einen Zuschauer Schnitt von knapp 5500 „erfreuen“. Es könnten mehr sein - sicher! Aber man soll auch mal anerkennen, wie sehr sich jene, die ständig kommen, mit dem Verein identifizieren, ihn unterstützen und dem FC Wacker Innsbruck auch weiterhin die Treue halten werden, weil sie Schwarz-Grün sind und sich von der Medienhetze nicht anstecken lassen.
Und bei den Anderen schließt sich der negativ denkende Kreis.  Stressiges in Zeitungen und im Fernsehen – immer mehr Druck am Arbeitsplatz – immer mehr Übersättigung sogenannter Großklubs im Pay-TV und eine Vielzahl an Freizeitmöglichen, ohne dass man große Wege auf sich nehmen muss, lassen die Massen am Tivoli schwinden. Qualitativ sind wir so stark, wie noch nie, wie auch die laufende Spendenaktion unserer Fans rund um die leidige Strafe der Bundesliga zeigt: http://www.tivoli12.at/nachspielfuer-den...ellig.html

Reden wir nicht immer über die, die fernbleiben, sondern über jene, die wir haben. Und die Anderen muss man zurück holen. Das geht aber nur über starke Leistungen der Mannschaft. Da helfen keine Tormelodie und keine „einzigartige“ Dress und es gibt auch kein sonstiges Wundermittel dafür. Die Wahrheit liegt am Platz!

Weiterlesen: Nur gemeinsam!Nun hat das lange Warten ein Ende gefunden. Der FC Wacker Innsbruck hat für das Jubiläumsjahr einen neuen Trainer verpflichtet und verbindet damit auch die Hoffnung, dieses 100-Jahr-Fest in der Bundesliga begehen zu können.