Weiterlesen: Jahre und Lichtjahre

Der FC Wacker Innsbruck ist alt. 99 Jahre, sagen die einen. Im 99sten die anderen. Die Bürokraten mit Herz meinen gar 98, die ohne - 10. Aber man hört auch ganz andere Zahlen, nämlich 29,82 Jahre. Ach, sind wir nicht so, sagen wir 30. Das sind aber nicht die Chronisten, die das herausposaunen, und sie meinen auch nicht den Verein, sondern die Kicker. In der 31. Runde der vergangenen Spielzeit hätte man meinen können, es bräuchte Historiker für das Team bei dem Altersschnitt. Oder keinen Nachwuchs, sondern Zivis. Denn unter den 10 ältesten Startelfs der abgelaufenen Saison findet sich neun Mal der FC Wacker Innsbruck. Nur Franco Foda zauberte den Schwarz-Grünen mit Platz 5 im Bundesliga-Geriatriezentrum ein Lächeln ins Gesicht. Ein Lächeln zauberte er auch 1987 den Brasilianern im Maracana-Stadion in Rio auf die Lippen, meint sein Name doch auf Portugiesisch den unentgeltlichen Vollzug des … Na, sagen wir Paarungsaktes. Ein bisserl vulgärer halt.

Weiterlesen: UEFA siegtDas war sie also, die EURO 2012. Ups, das (TM) muss ich noch nachreichen, damit ja klar ist, dass ich mich nicht dem Ambush-Marketing strafbar mache. Schöne Glitzerwelt des europäischen Fußballs: Was bleibt davon in Erinnerung? Sicher die Tatsache, dass sich Chelseas Mauertaktik, die zum Championsleague-Titel geführt hat, von keinem einzigen Nationalteam übernommen wurde. Im Gegenteil! Der heiß geliebte Offensivfußball feierte - mal wieder - Auferstehung, auch wenn fast alle Teams auf lediglich einen nominellen Stürmer setzten und mit einem 4-2-3-1 System das Mittelfeld stärkten. Im Finale standen trotzdem andere. Die Italiener, mit ihrem "klassischen" 4-4-2 und wie erwartet die Spanier, zur Überraschung aller auch im letzten Spiel über weite Strecken mit gar keinem Stürmer.

 

Weiterlesen: Quo vadis Regionalliga?Mit Ausnahme von Wattens und dem FC Wacker Innsbruck beschlossen die Tiroler Vertreter an der Regionalliga West (RLW), unter Federführung des Tiroler Fußballverbands (TFV), den Ausstieg aus der RLW. Laut Reglement muss die Liga, vorbehaltlich einer Einigung auf einen neuen Modus, noch weitere zwei Saisonen bestehen bleiben. Was danach kommt, ist derzeit offen. Die Begleitgeräusche, die die Vereine und der Verband dabei ausstoßen, erinnern dabei eher an schlechten Populismus, denn an gesunden Menschenverstand. TFV-Päsident Sepp Geisler forciert die Nivellierung nach unten. Doch wer ernsthaft der Meinung ist, Lokalderbies und vermeintlich klingelnde Kassen vor die sportliche Perspektive zu stellen, der kann kein tatsächliches Interesse an einer eigenen Weiterentwicklung haben. Höhepunkt dieser Farce ist der Aufstiegsverzicht der Tiroler-Liga-Titel-Konkurrenten Reichenau, deren Saisonziel eigentlich der Aufstieg war, und des SC Imst. Begründung: Der Verband stehe nicht zur Regionalliga West.

Weiterlesen: Tiroler BlamageLediglich drei Klubs aus Tirol bestreiten in der kommenden Saison die Regionalliga West. Wattens, das leider den Aufstieg in die Erste Liga nicht geschafft hat, Kufstein und Wacker Innsbruck II halten das Tiroler Banner aufrecht. Wattens scheiterte mit einem Gesamtscore von 1:9 an Horn, doch die eigentliche Tiroler Blamage fand nach dem Abschluss der Liga und Relegation statt. Nach der letzten Sitzung des TFV ist es endgültig fix: Union Innsbruck zieht sich freiwillig aus der RLW zurück, der Meister der Tiroler Liga, SVG Reichenau, verzichtet auf den Aufstieg. Hall stand schon zuvor als sportlicher Absteiger aus der RLW fest.

Bemerkenswert ist die Begründung der Reichenau für den Verzicht, nachzulesen auf der Website des Tiroler Liga Meisters: "So sehr der Fußball von Emotionen lebt, diese Entscheidung war ausschließlich auf rationaler Ebene zu treffen: Der Verzichtsbeschluss stellt daher nur die Konsequenz des Aufkündigungsbeschlusses des Tiroler Fußballverbandes auf Vereinsebene dar. Der TFV hat mit 31.03.2012 die Teilnahme an der RLW gekündigt, sodass sich die Frage nach dem sportlichen Wert der Liga für ein Mitgliedsverein des TFV ohnehin nicht mehr stellt. Die Teilnahme an einer überregionalen Amateurmeisterschaft, welche vom eigenen Verband nicht gewünscht und nicht getragen wird, stellt keinen sicheren und guten Boden für den Verein dar."

Der Verband, der per Definition zur Förderung des Tiroler Fußballsports da ist, verhindert durch sein Vorgehen also den überregionalen sportlichen Vergleich. Nicht zuletzt das Beispiel Wattens hat gezeigt, wie weit der Tiroler Fußball Restösterreich hinterher hinkt. Ob sich durch einen Rückzug aus der einzig überregionalen Liga unter Federführung der Landesverbände der Tiroler Fußball verbessert, muss bezweifelt werden. Doch der TFV treibt noch weiter lustige Spielchen: Nach der Aufkündigung des Verbands an der RLW-Teilnahme läuft die Liga unverändert noch zwei Jahre weiter, ergo gibt es frühestens in der Saison 2014/15 eine neue Regelung (es sei denn die restlichen Landesverbände stimmen einer vorzeitigen Lösung zu). Nach den Erfahrungen dieser Saison beschloss das TFV-Präsidium, dass im Falle eines Nichtaufstiegs des Tiroler Liga Meisters 2013/14 in die RLW dieser Klub mit einem 6-Punkte-Abzug für die nächste Saison und dem Ausschluss aus dem ÖFB-Cup bestraft wird.

Der mehr als berechtigten Kritik aus den übrigen Landesverbänden und der Bundesliga wegen des Ausstiegs des TFV aus der RLW und dem nur in Tirol straffreien Verzicht auf Aufstieg in eine höhere Liga, hält der Tiroler Fußballverband nun diese neue Regelung entgegen. Es zahlt also ein einzelner Verein die Zeche für die Spielchen des Verbands. Wer auch immer in der kommenden Saison Meister der Tiroler Liga wird, hat also die Wahl in eine RLW aufzusteigen, die vom TFV weder "gewünscht noch getragen wird" oder die Bestrafung durch eben diesen Verband durch Punkteabzug und Ausschluss aus dem ÖFB-Cup. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen...

Weiterlesen: Sisyphos namens Wacker InnsbruckNach dem dritten Meisterschaftsviertel mit erkämpften fünfzehn Punkten lag der schwarz-grüne Traditionsverein zwar noch immer auf dem siebenten Tabellenplatz, aber bei einem sehr guten weiteren Verlauf könnte es sogar noch zu einem internationalen Startplatz für die Jubiläumssaison reichen. Betrug doch der Rückstand auf den nach 27 Runden drittplatzierten Konkurrenten SV Ried nur vier Punkte und die Leistungen im bisherigen Frühjahr waren durchaus ansprechend.