Der Wirt aus dem PasseierTirol verdankt einem Wirt aus dem Passeiertal einen Heldenmythos, der zum Kitt für das Tiroler Selbstverständnis wurde und reichlich verklärt auch heute noch stolz vorangetrieben wird. Just in dem Gasthof, in dem Andreas Hofer seine letzte Mahlzeit in Freiheit eingenommen haben soll und nach seinem Tod praktischer Weise auch gleich der Leichenschmaus stattfand, hat sich der FC Wacker Innsbruck einquartiert. Der jetzige Wirt, Florian Fontana, begrüßte den Tiroler Traditionsverein auf urige und herzliche Weise in seinem Martinerhof.


Georg Fraisl lässt die Leser seines Artikels über das Kurztrainingslager des FCW wissen, dass die Zimmer im Hotel für einen gewissen "FC Tirol" reserviert wurden. Versucht der Journalist der Kronenzeitung unsere Südtiroler Freunde als Hinterwäldler darzustellen, die nicht mitbekommen, was da hinter den Bergen abläuft? Bezichtigt er sie gar der Ignoranz? Immerhin gibt es den FC Tirol seit 11 Jahren nicht mehr. Wird ein weiteres Beispiel dargelegt, wie wenig Wert der heimische Gast im Tiroler Fremdenverkehr ist? Keineswegs, denn schließlich meint Fraisl, dass dies ohnehin nur die Nordtribüne stören würde.

Fraisl versucht mal wieder ein Feuer zu entfachen, das so niemals brannte. Nach etlichen Diskussionen, wissenschaftlichen Markenanalysen und einer mehr als eindeutigen Abstimmung der Generalversammlung ist der Tiroler Traditionsverein vor sechs Jahren endlich wieder zu seinem Gründungsnamen zurückgekehrt. Wir Wackerianer und Wackerianerinnen wissen natürlich, dass dies nicht allen passt. Trotzdem ging es nie um eine Entscheidung gegen "Tirol", sondern immer für die Rückkehr zum Gründungsnamen. Hätte dieser vor gut 100 Jahren beispielsweise Blau-Weiß Hötting gelautet, wäre man dafür eingetreten. Vielleicht macht es jetzt auch bei Fraisl endlich "klick" - Zeit würde es werden.

Florian Fontana und seiner Belegschaft, die die deutsche Nationalmannschaft zur WM-Vorbereitung in seinem Hause beherbergen werden, bleibt zu wünschen, dass er diese nicht als DDR begrüßt. Der Aufschrei wäre um einiges größer als bei uns...

 

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Christian Hummer Christian Hummer

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