b_350_1200_16777215_00_images_201112_hintergruende_24.pngEs war einmal... So beginnt so gut wie jedes Märchen. Doch märchen- oder gar traumhaft war die Zeit zwischen der letzten Winterpause und der eben laufenden für den FC Wacker Innsbruck leider ganz und gar nicht. Hoffte man im Lager der Schwarz-Grünen zu Winterbeginn 2013 noch auf den Klassenerhalt, erwies sich dieser gar nicht so märchenhafte Wunsch als unerfüllbar und endete mit einem bitteren Abstieg in die Sky Go Erste Liga. Nun tröstete man sich im Umfeld des 101-jährigen Patienten mit Aussicht auf Besserung der Situation. Zuerst änderte sich das Mannschaftsgesicht und es wurde einerseits deutlich jünger, andererseits mit Erfahrung garniert. Junge aufstrebende Spieler kamen an den grünen Inn oder rückten aus der zweiten Mannschaft in den Blickpunkt. Die Erfahrung wies bekannte Tiroler Gesichter und internationales Flair auf. Mit dieser Mischung durfte sich der Rekordspieler und trotz Abstiegs nach wie vor Trainer des Traditionsklubs Michael Streiter über gute Ergebnisse in der Vorbereitung gegen namhafte Gegner freuen. Doch kaum ging es um Meisterschaftspunkte, sah sich der treue Anhänger in die Bundesliga versetzt. Die ersten Spiele wurden zum Teil unglücklich und auch mit wenig guten Leistungen verloren.

Doch dann schien plötzlich wieder die Sonne über der Nordkette. Das Team begann langsam aus der Krise zu finden und bliebe einige Spiele ungeschlagen. Da erwachte die Hoffnung, doch eine wichtige Rolle im Kampf um die Tabellenspitze spielen zu können. Aber der dünne Faden riss wieder. Unerklärliche Formschwankungen, unnötige Ausschlüsse und schwaches Abwehrverhalten ließen die Gegner jubeln und die eigenen Fans verzweifeln. Immer weniger kamen ins Tivoli, um die Schwarz-Grünen zu unterstützen. So kam es, wie es kommen musste: Der Trainer musste das Feld räumen und der Sportdirektor geriet immer mehr in die Kritik. Auch er konnte trotz zum Teil besserer Leistungen der Mannschaft als „Übergangsübungsleiter“ nicht zu einem Stabilisieren der Leistungen beitragen. Da hatte man vor schütterer Kulisse im heimatlichen Tivoli im Cup die „großen Bullen aus Salzburg“ über 90 Minuten eine heroische Abwehrschlacht geliefert und zwang sie in die Verlängerung. Das schwarz-grüne Team schaffte es sogar die Führung der Bullen auszugleichen, aber postwendend, der Jubel über den Ausgleich war noch nicht verhallt, gelang diesen die endgültige Entscheidung.

Die Stimmung heizte sich immer mehr gegen die unterirdisch agierenden Spieler, den Sportdirektor und den Vorstand auf. Wie in Märchen gab es aber in der Realität böse Dinge, die sonst nur aus schlechten Filmen bekannt sind. Fans forderten die Wende und das Abtreten des Sportdirektors, aber weder das eine gelang noch das andere wurde erfüllt. So weht ein eisiger Wind bei doch so frühlingshaften tatsächlichen Temperaturen durch das Tivoli, denn die lange Pause muss der Traditionsverein auf einem Abstiegsplatz verbringen. Der „neue Besen“ – ein gebürtiger Steirer, der kurz beim Erzrivalen, der Salzburger Austria, engagiert war, muss für eine bessere Stimmung und stabilere Leistungen sorgen, sonst verschwindet der einst so geliebte Klub in einem „schwarzen Loch“ und mit ihm die verantwortlichen Entscheidungsträger.

Aber wie es Märchen so an sich haben, versprechen sie ein gutes Ende. Trotz der weit verbreiteten Skepsis sehe ich ein großes helles Licht am Ende des Tunnels und blicke optimistisch in ein gesundes wirtschaftliches und sportliches Jahr 2015. Obwohl tatsächlich schon im 102. Jahr (Gründungsjahr 1913) darf man doch auch noch 2015 feiern. Denn im Februar 2015 gab es den Verein ganz offiziell im Vereinsregister. So sind Parallelen zu 2013 und dem „Wunder von Wolfsberg“ erwünscht, wo es gelungen war, in letzter Sekunde den Gang in die Zweitklassigkeit abzuwenden. Damals wurde gemeinsam überschwänglich gefeiert und so soll es wieder werden.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben – nein so freuen sie sich im Mai 2015 über eine doch noch gut ausgegangene Meisterschaft.

Die Redaktion des tivoli12 magazins wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und vom Christkind den Klassenerhalt!

 

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Heidi Roznovsky Heidi Roznovsky

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