b_350_1200_16777215_00_images_201617_rundum_komm_finanz.jpgWieder einmal Wirbel pur um den FC Wacker Innsbruck. Man könnte auch sagen "im Westen nichts neues" oder "jährlich grüßt das Murmeltier (Finanzdiskussion)". Jedoch dieses würde es wohl eher auf den Punkt bringen: "Same Procedure as every Year, Miss Sophie". Grund für die Aufregung ist ein Zeitungsbericht der Tiroler Tageszeitung vom 11 Jänner. Wieder einmal wird der FC Wacker Innsbruck genüsslich in den Abgrund geschrieben. Wohl etwas zu voreilig.

 

Ärgerlich!

Es ist zum aus der Haut fahren! So viel wäre in Innsbruck möglich und auch machbar, so viele Fans würden hinter dem FC Wacker Innsbruck stehen und sind mit diesen Verein schon durch die ärgsten Wellentäler gegangen. Bei den Fans und Fanclubs tut sich hinter den Kulissen auch so einiges. Aber der FC Wacker Innsbruck kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Und die schwarz-grünen Mitglieder, so wie die vielen Anhänger unseres Vereins hängen wieder einmal in der Luft und wissen nicht, was an den Medienberichten der Tiroler Tageszeitung alles dran ist. Zumal die Kronenzeitung eher Entwarnung und von voreiligen Schlussfolgerungen geschrieben hat. Ja was ist denn nun?

Vom Vorstand und General Manager des FC Wacker Innsbruck hört man zu dieser Causa - wieder einmal - nichts. Die Kommunikationspolitik der schwarz-grünen Entscheidungsträger seinen Mitgliedern gegenüber lässt einmal mehr zu wünschen übrig. Es wird auf den noch zu terminisierenden Vereinsabend vor der Generalversammlung verwiesen...

Anzunehmen ist inzwischen aber, dass diesmal Peter Nindler in der TT eine "Auftragsarbeit" abgeliefert hat um Druck auf den Vorstand auszüben und so dem FCW gezeigt wird, was passiert wenn man sich gegen ein Diktat von außen zur Wehr setzt. Man weiß woher dieser Wind weht. Aber auch das ist nicht neu. Neu ist nur, dass sich Nindler zu so etwas hergibt, denn bisher waren solche Arbeiten Florian Madl vorbehalten. Es passt allerdings zum Credo Nindlers, der inzwischen kaum eine Gelegenheit auslässt den FCW auf polemische Art und Weise darzustellen. Besonders skurril wird es, wenn er sich dann wundert, dass ihm im Tivoli nicht der rote Teppich ausgerollt wird.

Business as usual?

Dem FC Wacker Innsbruck fehlten im Dezember also Gelder, um die laufenden Kosten abzudecken. Der geneigte FCW-Fan kann sich genau an dieses Szenario weit rückreichend erinnern: Schon in den FCT-Zeiten gab es das allseits bekannte Dezemberloch (kaum Einnahmen im Dezember, aber Auszahlungen des Weihnachtsgelds), das damals Swarovski immer abdeckte. Seit der Neugründung kamen die jährlichen Dezember-Probleme wie das Amen im Gebet. So gesehen nichts Neues. Wurden unter den diversen Vorständen in der Vergangenheit für die Abdeckung dieses Lochs persönliche Haftungen unterschrieben, so versuchte man vermutlich heuer mit einer Forderungszession die Sicherheiten für einen kurzzeitigen Kontokorrentkredit auf die Beine zu stellen, bis im Jänner wieder Sponsorzahlungen eintrudeln und/oder das Geld aus Transfererlösen reinkommt. So gesehen alles business as usual.

Was wäre möglich?

Eines ist sicher, in Innsbruck wäre ein großes Potential an Fußballanhängern vorhanden. Eine Emotionalität, wie sie nicht viele Vereine im Staate vorweisen könnten. Und da meine ich bei weiten nicht nur die Fanclubs, denn diese würden so und so immer da sein. Es geht um ein Publikum, dass sehr oft enttäuscht worden ist, das begeisterungsfähig wäre, wie kaum ein anderes und regelrecht nach Spitzenfußball dürsten würde. Aber werden die alle im hl. Landl nicht hinters Licht geführt? Es ist ja schon eine enorme Kraftanstrengung in unserer zweiten Leistungsstufe ein konkurrenzfähiges Budget auf die Beine zu stellen. Da sind immer noch einige Vereine über uns zu stellen oder zumindest gleichwertig, was das sportliche Budget angeht.
Der FC Wacker Innsbruck ist auch überproportional in den Medien. Es vergeht kein Tag ohne Bericht und jeder Fehler des Vereins wird ausgeschlachtet bis zum geht nicht mehr. Dass es der FC Wacker Innsbruck geschafft hat, von über € 1,4 Millionen in der Kreide auf eine schwarze Null zu kommen, mussten Tirols Fußballfans im Kleingedruckten suchen. Wer aber so viel "Ehr" besitzt, so häufig in den Medien zu sein, der hat auch einen sehr hohen Stellenwert im Land - aber auch viel "Feind".

Zu hohe Erwartungen?

Gleichzeitig zu solchen Berichten fordert unser Medienpartner aber immer wieder den Aufstieg. Kürzt in der zweiten Leistungsstufe dennoch seine Sponsorleistungen an den FCW und sucht die Gründe unserer andauernden wirtschaftlichen Gegebenheiten recht einseitig.

Aber wird da nicht Tirols Fußballanhänger einiges vorgegaukelt. Wäre es nicht ehrlicher zu sagen, so ist es, so sind unsere Möglichkeiten und wir müssen das Beste daraus machen. Tirols große Wirtschaftsbetriebe setzen aus verschiedenen Gründen nicht aufs Sportsponsoring und wenn dann, im kleinen Rahmen. Ja, nicht einmal die Firma Swarovski, denn sonst würde die WSG nicht auch den Weg zum Landhaus gesucht haben und hätten wesentlich mehr Budget zur Verfügung und keine rote Zahlen auf ihren Konto.
Wie aber aus "Kleinmist" an den Rest von Österreich heran kommen? Ist so in Tirol überhaupt Fußball auf hohem Niveau möglich, wie der allgemein erwartet und gefordert wird? Wohl eher nicht. Bis jetzt hatte jeder Präsident, jeder Vorstand in Innsbruck die selben Probleme. Das Arbeiten am absoluten Limit und weil die sportlichen Leistungen mit der hohen Erwartungshaltung in Innsbruck selten mit halten konnten, immer die selben wirtschaftlichen Probleme. Das zieht sich durch die Geschichte des FC Wacker Innsbruck wie ein roter Faden.
Klar muss der Verein hohe Ziele setzen. Aber als Tiroler Fußballfan sollte man den tatsächlichen Rahmenbedingungen rund um unseren Profifußball ins Auge schauen und sich fragen, ob man nicht zu viel erwartet. Egal was die Medien schreiben.

Nichts ist, wie es oft scheint

Und jenen, die uns schon abschreiben, sei ins Stammbuch geschrieben: Unser Wacker ist noch lange nicht tot. Sicher wurde nach den verkorksten Saisonauftakt vermehrt über die Leistungen der Schwarz-Grünen diskutiert. Aber alleine schon die Tatsache, dass so viel diskutiert, gewettert und geschimpft wurde und wird, zeigt auch, dass das Geschehen rund um den FC Wacker Innsbruck viele im Land (und darüber hinaus) nicht einfach kalt lässt. Die Unserien der Unseren lösten in unserem Landl weit mehr Diskussionen aus, als anderswo Siege der Konkurrenten...

Autoren: Rudolf Tilg & Christian Hummer

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