Die Wappenform ist gut erkennbarDer FC Wacker Innsbruck präsentiert seine neue, außergewöhnliche Dressengarnitur - und die kann sich wahrlich sehen lassen. Erstmals zeigt sich der Tiroler Traditionsverein in extra für ihn designten und angefertigten Dressen. Am Tivoli wird wie gewohnt in Schwarz-Grün aufgelaufen, auswärts hat man die Wahl zwischen Weiß-Grün und Gold-Schwarz. Das tivoli12 magazin hat sich mit Vereinssprecher Florian Sitz getroffen und lässt sich die Fragen rund ums Dress beantworten.  



Der FC Wacker Innsbruck startet mit einem weltweit wohl einzigartigen Dress in die neue Saison. Wie ist es dazu gekommen?



Die Idee das Dress an das Wappen anzulehnen, gibt es seit dem Start des FC Wacker Innsbruck 2007. Das ist seinerzeit von Hansjörg Krismer, unserem Markenbeauftragten, gemeinsam mit der Agentur Spectrum kreiert worden. Die Idee wurde jetzt noch verfeinert und von unserer neuen Agentur ausgearbeitet.

Für einen vergleichsweise kleinen Verein wie den FC Wacker Innsbruck ist es außergewöhnlich, dass ein Ausrüster eine exklusive Dress herstellt. 



Man muss grundsätzlich sagen, dass Jako ein super Partner ist, uns überall hilft. Ganz banal gesagt, werden ab einer gewissen Abnahmeanzahl eigene Dressen hergestellt werden. Wir haben uns sogar dazu entschieden, drei Garnituren zu produzieren. Erstens, weil wir uns sicher sind, dass die wunderschöne Dress auch bei den Fans ankommen wird und uns diese drei Varianten so gut gefallen haben, dass wir alle drei genommen haben. Als erste Variante für die Auswärtsspiele ist Gold angedacht, weil wir mit dieser Farbe überall spielen können. Aufgrund der vielen Wünsche von Fanseite haben wir uns auch dazu entschlossen, eine weiße Dress dazu zu nehmen. Wobei diese weiße Dress leider nicht so oft zum Einsatz kommen wird, weil viele Vereine Weiß in ihren Heimtrikots haben.

Wie war die Zusammenarbeit mit dem Ausrüster, wie hat Jako auf dieses Ansinnen reagiert? 



Die Zusammenarbeit war sehr gut. Man kann sich vorstellen, dass so ein Entwicklungsprozess durch die Kelchform in der Produktion sehr schwierig ist. Jeder, der die Dress dann in Händen halten wird, wird sehen sehen, dass die Wappenform außen mit einem goldenen Insert in die Dress reingenäht ist. Das Material ist sehr fein und dünn. Die Zusammenarbeit war folgendermaßen. Jako hat einen klassisch gestreiften Entwurf geschickt, den auch zig andere Vereine auf der Welt haben. Hansjörg und seine Idee das Dress in Wappenform ist uns wieder in den Sinn gekommen, die Marke Wacker Innsbruck hundertprozentig abzubilden. Um Hansjörg zu zitieren: "Das Wichtigste für die Wiedererkennung einer Marke ist die Form." Wir haben versucht die Wappenform, diesen Kelch, auf der Dress abzubilden. Überspitzt formuliert, werden wir elf Wappen am Spielfeld für den FC Wacker Innsbruck kämpfen sehen.

Die Idee ist gekommen und unsere Agentur Icarus Creative hat einen Designvorschlag gemacht, der mehrmals hin und her geschickt worden ist, bis man die umsetzbare Variante gefunden hat. Jako ging daraufhin in die Musterproduktion, die wir dann zur Begutachtung vorgelegt bekamen. Wir haben versucht, mit Jako zusammen unseren und ihren Vorstellungen gerecht zu werden. Ich denke sowohl Jako als auch wir können stolz sein, so eine außergewöhnliche Dress geschaffen zu haben.

Eine Woche vor der Präsentation sind erste Bilder der Dress im Internet aufgetaucht. Man kennt solche Marketingstrategien von diversen Konzernen. War dies in unserem Fall auch beabsichtigt?



Es war nur Zufall. Es ist für mich vielmehr ein Anzeichen dafür, wie sehr sich die Spieler auf die Dress freuen und sie ihnen gefällt. Inaki Bea hat die Dress kurz auf Facebook gestellt und sich sehr darüber gefreut. Er ist dann gebeten worden dieses Bild zu entfernen. Das hat keine Relevanz mehr, da das Dress jetzt präsentiert wird.

Die Reaktionen auf das Dress gehen in Richtung Befremdung über den Sponsoraufdruck im Wappen, den es laut Statuten und Markengrundbuch nicht geben darf. Es hat den Anschein, man werfe seine eigenen Regeln über Bord. Wurde das im Findungsprozess zur Dress berücksichtigt?

 

Das wurde natürlich bedacht. Wobei man ganz klar festhalten muss: Das ist nicht unser Wappen! Das ist eine Dress in Wappenform. Man sieht, dass es auch leichte Formanpassungen gegeben hat. Die Idee unseren Hauptsponsor, unseren wichtigsten Partner in die Mitte dieses symbolischen Wappens aufzunehmen, ist auch ein ganz starkes Zeichen, dass wir zu unseren Partnern stehen. Wir sind sehr, sehr froh die TIWAG als Partner zu haben. Sie hilft uns in vielen Bereichen und ist ein sehr geschätzter Partner. Wie gesagt, wurde das diskutiert. Der Ideengeber des Wappens hat auch diesen Vorschlag gemacht. Wir können zu hundert Prozent sagen, dass wir diese Form der Integration des Sponsors absolut gutheißen und sie für uns keinen Eingriff in das Wappen darstellt. Es ist eine Dress in Anlehnung an die Form des Wappens, aber nicht das Vereinswappen an sich.

Wenn es sich nur um die Wappenform handelt, warum hat man dann verzichtet, das eigentliche Vereinswappen nochmal auf Herzhöhe abzubilden?



Wir mussten uns primär dafür entscheiden, weil wir sonst für die Integration der Sponsoren keinen Platz mehr hatten. Das Wappen ist aber hinten auf der Dress (Anmerkung: im Nackenbereich) nochmals integriert. Auch die Anlehnung des Wappens entspricht so hundert Prozent der Marke FC Wacker Innsbruck. Wenn man sich diese Dress, dieses Unikat, ansieht, kann es keine andere Assoziation als FC Wacker Innsbruck geben.

Befürchtungen wurden laut, dass es Bestrebungen geben könnte, auch in das Vereinswappen einen Sponsor zu integrieren, wie eben auf der Dress. Was kann man diesen Stimmen entgegnen?



Die Angst davor ist positiv, da man merkt, wie sehr sich die Menschen mit dem Verein identifizieren. Ich kann aber beruhigen, es gibt keinerlei Ideen eine Sponsor in das Wappen zu integrieren. Laut Markengrundbuch ist dies ausgeschlossen. Kleiner Sidestep dazu: Die Dress ist natürlich unserem Hauptsponsor vorab präsentiert worden, weil u.a. auch das Logo der Tiroler Wasserkraft eine Spur kleiner geworden ist. Es war vom Design nicht anders möglich bzw. ist die Logogröße jetzt an internationale Maße angepasst. Der Aufsichtsratvorsitzende der Tiroler Wasserkraft, Bruno Wallnöfer, hat die Dress begutachtet und von sich aus gefragt, ob es ein Problem ist, ihr Logo in unsere Wappenform zu integrieren. Er selbst hat darauf hingewiesen, dass dies ja nicht gewünscht sein werde. Wir haben dann mit den selben Argumenten entgegnet, dass dies ja nicht unser Wappen sei, sondern nur die Dress in Anlehnung an das Wappen ist.

Die außergewöhnliche Dress erscheint auch zu einem außergewöhnlichen Zeitpunkt. Ein Jahr vor den 100-Jahr-Feierlichkeiten. Dürfen wir uns im Jubiläumsjahr wieder auf eine besondere Dress freuen oder warum wird diese schon ein Jahr davor präsentiert?



Wieso ist das ein Jahr davor gekommen? Im Endeffekt ist es ein Prozess, der seit 2007 andauert. Seit damals war der Wunsch da, die Marke FC Wacker Innsbruck auch auf der Dress zu präsentieren. Welche Dress es im Jubiläumsjahr geben wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Wir sind allerdings davon überzeugt, dass dieses wunderschöne Unikat so in den Köpfen der Menschen verankert sein wird, dass auch die möglicherweise erscheinende Dress zum Vereinsjubiläum sehr, sehr ähnlich aussehen wird. Es ist ja auch im Sinne der Marke immer Selbstähnlichkeit zu wahren. Jetzt hat man erstmals keine Dress von der Stange. Zur Dress in einem Jahr kann ich nicht mehr sagen.

Das impliziert allerdings, dass es eine neue Dress geben wird.



Keine Ahnung. Ich muss gestehen, das kann ich noch nicht sagen. Ganz banal formuliert, wird das auch von den Absatzzahlen abhängen. Wir mussten eine bestimmte Stücksumme bestellen. Ob jetzt diese Dress für das Vereinsjubiläum zusätzlich veredelt wird oder ob es möglicherweise eine neue Dress gibt, ist weder diskutiert noch entschieden. Wir freuen uns, dass die Dress heute präsentiert wird und sind überzeugt, dass sie allen Fans des FC Wacker Innsbruck und den Spielern große Freude bereiten wird. Beim Fotoshooting mit den Spielern wurde die Dress unheimlich gut aufgenommen. Interessehalber habe ich jeden Spieler nach dem Dressendesign gefragt. Es gab ausschließlich positive Rückmeldungen. Gut 90% meinten, dass dies die schönste Dress sei, in der sie je gespielt haben.

Unsere Fans sind zurecht sehr kritisch. Beim Anblick der weiß-grünen Auswärtsdress könnte die Assoziation zu Rapid kommen. Was kann man dem entgegnen?



Das Wichtigste in der Markenführung ist die Form. Wer mit unserem Wappen, dem großen Schriftzug FC Wacker, dem Gründungswappen FCW und Innsbruck dann Rapid assoziiert, hat auf jeden Fall einen sehr großen Interpretationsspielraum ausgenützt. Fakt ist, wenn wir eine dritte Farbe neben den grünen leicht akzentuierten Streifen aufgenommen hätten, wäre sie unspielbar gewesen, weil man dann bei keinem Verein mehr mit der weißen Dress antreten hätte können.

Zum Abschluss eine nicht ganz ernst gemeinte Frage: Um das Vereinswappen auf der Dress zu vervollkommnen würde über dem Wappen der goldene Stern fehlen. Dürfen wir uns darauf freuen, dass sich die Spieler den Stern auf die Stirn malen?



Davon ist nicht auszugehen, wobei wir keinem Spieler eine diesbezügliche Vorschrift machen werden. Es wäre sicher ein netter Gag, aber ich denke nicht. Wobei man sagen muss, dass die eigentliche Dachmarke ohne Stern ist und als emotionale Erweiterung der Stern dazu genommen wurde. Nur die Dachmarke ist auch ausreichend.

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Christian Hummer Christian Hummer

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