Weiterlesen: Da war doch mal was...?!Krems ist ein historischer Boden. Mit Schulterblättern von Mammuts bedeckte Kindergräber aus dem Paläolithikum, eine dicke Dame namens Venus aus dem nahen Willendorf, eine noch ältere, tanzende Fanny vom Galgenberg, die Menschen haben sich hier in der Wachau schon immer wohl gefühlt. Kein Wunder, dass sie auch vor 96 Jahren schon einen Fußballverein gründeten, den Kremser Sportclub. Der tingelte in seiner Geschichte sogar mal in der Staatsliga A rum, und auch die Bundesliga wurde Ende der 80er aufgesucht. Wenn Ihnen das alles nichts sagt, dann haben sie das Glück des Spätgeborenen. Denn da war mal was...

Weiterlesen: Jö schau, ein Vogerl!Hätte man dem schwarz-grünen Anhang vor der Saison gesagt, sein geliebter Wacker Innsbruck würde das erste Viertel als Tabellenführer und Tormaschine der Liga abschließen, man hätte gepflegt, höflich, aber dennoch recht deutlich den Vogel gezeigt bekommen. Dass man nun in Runde 10 die Chance bekommt, das achte Team der Liga zu besiegen, klingt noch immer genauso unrealistisch wie die Tatsache, dass Innsbruck bereits genauso viele Treffer erzielt hat wie in der vergangenen Saison nach 28 Runden. Am Freitag kommt jedoch ein unangenehmer Gegner, die Sportvereinigung Kapfenberg hat es sich zum Ziel gesetzt, den Innsbrucker Höhenflug zu stoppen.

Weiterlesen: Pecha Kucha (oder: Unaussprechlich)Fußball bringt manchmal ganz unaussprechliche Dinge mit sich. Und damit sind nicht die Versuche Rainer Pariaseks gemeint, ein Spiel des Heart of Midlothian Football Club im Tyncecastle Stadium, Edinburgh, anzusagen. Und auch nicht der Vereinsname eines kleinen violetten Vereins aus dem Nachbarbundesland, der, obwohl unaussprechlich, dennoch seit Beginn der Meisterschaft vom schwarz-grünen Fananhang partiell skandiert wird. Nein, manchmal ist es unaussprechlich, was Geld, ein globaler Masterplan und eine paralysierte Liga an Vereinen hervorbringen. Ebenso unaussprechlich ist der neue Trend, der langweilige Powerpoint-Präsentationen zu einem Kulturphänomen emporhebt: Pecha Kucha. Also Petscha Kutscha. Oder Peccchaa Kucccha in Teilen Nordtirols. Oder Pekutschka bei manchen Veranstaltern. Oder Peeha Kuuha in Kärnten (das h wäre hier stumm, bitteschön). Ein Thema, 20 Bilder, je 20 Sekunden. Vielleicht eine Möglichkeit, um das unaussprechliche Phänomen FC Liefering anzukündigen, in leicht adaptierter Form: 20 Sätze, 20 Worte.

Weiterlesen: Radioactive, man!*Innsbruck strahlt. Nicht nur die Hand voll LaborantInnen und RaumpflegerInnen, welche die Ehre hatten, im Ostalgiecharme der Alten Chemie das ein oder andere Quäntchen Sievert kennenzulernen, sondern ganz Fußballinnsbruck. Nach einer Horrorsaison, ach, was sage ich, nach Horrorjahren, die das „annus horibilis“ von Englands längstregierender Monarchin locker in den Schatten stellen, lacht der FC Wacker Innsbruck mit strahlendem Gesicht von der Tabellenspitze. Und Tirol strahlt mit ihm. Nicht ganz so strahlend ist die Gegenwart des SC Wiener Neustadt – aber auch nicht unbekannt...

Weiterlesen: HeiligenquartettEin neuer Patron ist in der Stadt. Keine Angst, sie sind hier nicht in einem niederösterreichischen Remake von „The Godfather“ gelandet – wobei, manche behaupten, auch solches soll sich in der jüngsten Landeshauptstadt Österreichs abspielen In einem erst kürzlich erbauten Stadtviertel würden Zustände herrschen wie... nein, den Vergleich ziehen wir jetzt nicht. Ein neuer Schutzpatron ist vor Ort und soll den SKN St. Pölten vor allem Unheil bewahren. Vordergründig: Tore und Niederlagen, wie etwa morgen gegen den FC Wacker Innsbruck.

Weiterlesen: Wer fürchtet sich vorm Lindwurm?Er ist zum Fürchten. Ein schrecklich verzerrtes Gesicht, das Maul weit aufgerissen, ein gewaltiger, muskulöser Schweif, der den Gegner von den Beinen holt, Schwingen am Rückenpanzer, Klauen an den Beinen und bluttriefend von seinen Opfern im sumpfigen Umland. Hätte er einen angsterfüllenden Namen, wäre er ein Drache, man würde vor Schreck erstarren. Aber „Lindwurm“?! Klingt dann doch eher nach einer Köderart beim idyllischen Angelausflug am Wörthersee. Gleich da hinterm Stadion, in welchem ein kleines Fußballteam daheim ist, violett, jung und auch nicht gerade furchteinflößend. Oder ängstigen Sie sich vor „Austria Klagenfurt“? Nein? Sollten Sie aber.

Weiterlesen: Hail to the kingAls König Arthur das Schwert Excalibur aus dem Stein zog, wusste jeder schon vorab von seinem zukünftigem Erfolg. Niemand dachte an Krieg, Verlust der Freunde und Liebe und ein mysteriöses Ende auf der Insel Avalon. Als Ludwig 1845 in Nymphenburg das Licht der Welt erblickte, wussten alle Bayern, dass er einmal ihr König sein würde. Und niemand dachte an Entmündigung, Absetzung und ein Ende im Starnberger See. Vor der Runde der Zweitligasaison 2015/16 wusste bereits jeder, dass der König nur LASK Linz heißen kann. Doch niemand weiß, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Zunächst treffen die Oberösterreicher in Runde drei auf den Tabellenführer. Und jetzt wird es völlig absurd: sein Name ist FC Wacker Innsbruck.

Weiterlesen: Bah, Humbug!Marley war tot, damit wollen wir anfangen. Kein Zweifel kann darüber bestehen. Der Schein über seine Beerdigung ward unterschrieben von dem Geistlichen, dem Küster, dem Leichenbestatter und den vornehmsten Leidtragenden... Na, erkannt? Richtig, es ist der Beginn der wohl bekanntesten Erzählung von Charles Dickens: „A Christmas Carol“. Ja, es sind noch vier Monate bis Weihnachten, und ja, es ist zwar kühl geworden, aber noch nicht so kalt, dass man Wintergefühle bekommen könnte. Aber dennoch ist es passend, finde ich, und wenn Sie etwas Zeit haben, versuche ich es zu erklären.

Weiterlesen: Fast. Not furious.Wien. Die Hauptstadt Österreichs, zweitgrößte Stadt des deutschsprachigen Raums, Metropole des ehemaligen Habsburgerreichs. Wien ist glitzernd, pulsierend, lebendig, historisch faszinierend, überraschend modern. Und dann ist Wien auch Floridsdorf, nicht ganz so anziehend, nicht ganz so Großstadt, nicht ganz so furios, eher fast. Dass dieses Floridsdorf, dieses mehr Tor zu als Teil von Wien die fußballerische Nummer drei der Stadt ist, ist schwer zu akzeptieren, angesichts so klingender Namen aus Döbling oder Dornbach. Aber dieser AC aus Floridsdorf ist der nächste Gegner des FC Wacker Innsbruck, und ihn zu unterschätzen wäre fatal.

Weiterlesen: In vino veritasDie Austria kommt! Gut, das ist in dieser Liga keine Besonderheit, sind doch ein Drittel aller Spiele, also auch sechs Heimspiele, Begegnungen mit einer Austria. Wenn man also daheim auf eine Austria trifft, während die Fans der Nord nur noch von der nächsten Runde gegen die Austria sprechen und dabei völlig übersehen, dass nach DEM Spiel gegen die Austria ja die Austria wartet, dann war nicht zu viel Wein im Spiel. Dann sähe man ja nur doppelt. Das Austria-Triple eröffnet am Freitag jene aus Lustenau, die älteste der Austrias. Wobei, nein, also... Ach, genehmigen Sie sich ein Viertel und ergründen's mit mir die Wahrheit, so sie existiert.

Weiterlesen: Tanz auf dem VulkanKSV 1870. Drei Buchstaben, vier Zahlen, die regelmäßig österreichische Sportvereine zum Zittern bringen, sie um ihre Existenz bangen lassen. Für Schwarz-Grün derzeit kein Thema, man schaut recht relaxt auf diese Abkürzung, auch wenn die Furcht vor ihr den FC Wacker Innsbruck dorthin brachte, wo er nun ist. Nun zittert man eher vor KSV 1919, einem Kürzel, das vor Jahren noch ein müdes Lächeln auf Innsbrucker Gesichter zauberte. Tja, so ändern sich die Zeiten im Tiroler Fußball, statt dem Kreditschutzverband von 1870, Österreichs führendem Gläubigerverband, wird die Kapfenberger Sportvereinigung von 1919 zur Standortbestimmung für die heimischen Ballesterer.