Impressum

Ausgabe: 06. März 2017

Wolfgang Müller, Daniel Sukert

Field Goal statt Torjagd: Pichlmanns Football-Traum

Vom Fußballer zum Footballer: Thomas Pichlmann könnte sich eine Kicker-Karriere vorstellen, Christian Kellner hat es ihm vorgemacht.

Innsbruck – Thomas Pichlmann wird am 24. April 36 Jahre alt. Klar, dass sich der Fußballprofi Gedanken über die Zeit nach der Karriere macht. Der Vertrag beim FC Wacker läuft bis 30. Juni, was danach kommt, steht noch in den Sternen. Lederwuchtl und/oder Eierlaberl – ein Gedankenspiel. „Zuerst muss beim FC Wacker etwas weitergehen“, lässt sich der Fußball-Torjäger nicht aus der Reserve locken, ob er künftig vielleicht auch als Kicker bei den Swarco Raiders auftritt. „Das Ei würd’ ich schon treffen“, schmunzelt Pichlmann, der seine private Zukunft in Tirol sieht. In den nächsten Wochen konzentriert er sich noch voll und ganz auf seinen Arbeitgeber FC Wacker. „Nach dem Fehlstart ist Punkten in den beiden Heimspielen gegen Liefering und Lustenau angesagt. Denn danach warten die Auswärtspartien bei BW Linz und in Horn. Dort will ich nicht mit der Abstiegsangst im Nacken auflaufen müssen.“ Sang- und klanglos will er die Wacker-Zeit nicht ausklingen lassen: „Schließlich war ich letzte Saison noch Torschützenkönig.“

Als Fußball-Profi musste sich Pichlmann im gegnerischen Strafraum durchsetzen, Zweikämpfe gehörten zum täglichen Brot. Beim Football müsste er sich nur auf den Kick ohne Feindberührung konzentrieren. „Es ist ein Gedankenspiel, das aus seiner Blödelei entstand, aber überhaupt noch nichts Konkretes“, lässt sich Pichlmann auf sein Football-Projekt nicht festlegen. Zuerst stünden Gespräche mit FCW-Generalmanager Ali Hörtnagl an, dann würde sich weisen, was die Zukunft bringt. Fußball und Football seien jedenfalls Optionen für Pichlmann.

Der Wacker-Goalgetter wäre nicht der erste Fußballer, der die Lederkugel gegen das „Eierlaberl“ für die Raiders tauschen würde. Das hatte schon Christian Kellner vor sechs Jahren getan. Und der Ex-Austria-Wien und -Wacker-Profi hätte für den Fall der Fälle einen ganz speziellen Tipp für seinen Wiener „Spezl“: „Du musst das Ei unbedingt treffen!“

Das ist anders gemeint, als es vielleicht klingt. Denn der „Kelly“ erinnert sich noch genau daran, was los war, als er anfangs nicht traf: „Da haben sie mich ein- oder zweimal geblockt, so schnell kannst du gar nicht schauen, wie sie dann auf dich zustürmen!“

Den Weg zu den Swarco Raiders fand Kellner über Ex-Teamchef Didi Constantini. Den hatte Raiders-Präsidentin Elisabeth Swarovski gefragt, ob er einen „verrückten“ Fußballer kennen würde. „Am Telefon hat der Didi dann gleich gesagt, dass er jetzt nicht wegen dem Nationalteam anrufen würde“, erinnerte sich der ehemalige Austria-Wien-Profi mit einem breiten Grinser im Gesicht. „Die Idee hat mir von Beginn an gefallen.“ Nach ein paar Versuchen stand der Entschluss fest: Der „Kelly“ wurde ein Raider.

Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Im ersten Jahr (2011) gab es für ihn und die Tiroler Footballer gleich das Double (Österreichischer Meister, Eurobowl-Sieger) zu bejubeln. Im Jahr danach folgte noch der rotweißrote Vizemeistertitel. Danach war für den Mittelstürmer Schluss. „Ich habe ja parallel noch bei den Absamern im Unterhaus gekickt und das war dann alles zu viel.“

Missen möchte er die Zeit unterm Helm auf keinen Fall, ein besonderes Erinnerungsstück liegt natürlich immer noch zu Hause: „Der Austrian-Bowl-Ring.“