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Ausgabe: 09. März 2017

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Setzt sich Wattens vom FC Wacker ab?

Während beim FC Wacker im morgigen Heimspiel gegen Liefering auch ohne den verletzten Torjäger Patrik Eler „unbedingt punkten“ angesagt ist, reist die WSG Wattens relativ entspannt nach Kapfenberg.

VON WOLFGANG MÜLLER

Innsbruck – Zwei Spiele, null Punkte, Torverhältnis 1:4, nur sieben Punkte vor einem Abstiegsplatz der Sky Go Erste Liga – Karl Daxbacher weiß ganz genau, was am Freitag im Tivolistadion angesagt ist: „Wir müssen endlich anschreiben, sonst wird alles noch schwerer.“ Der Blick nach Wattens ist für den neuen Wacker-Coach nebensächlich: „Ich weiß, dass es im Vereinsumfeld verdammt wehtut, drei Derby verloren zu haben und in der Tabelle hinter ihnen zu stehen. Aber momentan geht es nur darum, in die Spur zu finden.“

Ob da Titelkandidat Liefering gerade recht kommt, wird sich weisen. „Wird verdammt schwer. Ein Großteil jener Talente, die sich mit einem Sieg gegen Atlético Madrid für das Halbfinale der UEFA Youth League qualifizierten, werden auch im Tivoli auflaufen.“ Erschwert wird die schwarzgrüne Aufgabe durch Sperre und eine Verletzung. Für Patrik Eler wird es bis morgen verdammt knapp. Der Stürmer zog sich am Montag bei einem Pressball eine schmerzhafte Ristprellung zu und konnte gestern noch nicht mit dem Ball trainieren. „Das wird verdammt knapp. Nur wenn er wirklich fit ist, spielt er. Schließlich haben wir am Montag gegen Lustenau schon das nächste Heimspiel“, rechnet Daxbacher eher nicht mit dem 25-Jährigen.

Auf die Sperre von Michae­l Schimpelsberger, der nach dem Ausschluss beim LASK ein Spiel pausieren muss, wird wohl mit einer System­umstellung reagiert. Weil And­i Hölzl noch immer an einer Fersenverletzung laboriert, wird der FC Wacker gegen Liefering womöglich mit einer Dreierkette (Baumgartner, Pichler/Siller, Kobleder) in der Abwehr agieren. „Die Jungbullen kommen gefährlich durch die Mitte. Da ist es kein Fehler, wenn wir das Abwehrzentrum dichtmachen“, so Daxbacher.

VON ALEX GRUBER

Wattens – Bei der WSG Wattens herrscht Ruhe. Jene familiäre Ruhe, die schon zum Frühjahrsstart mit zwei Siegen gegen Wacker (1:0) und Wiene­r Neustadt (3:0) maximalen Ertrag brachte. Viermal in Serie leuchtete hinter Goalie Ferdl Oswald die Null. „Aber es hätte auch anders laufen können“, mahnt Sportmanager Stefan Köck dennoch zur Vorsicht.

In diese Töne stimmt auch Benjamin Pranter in seinem x-ten Wattener Frühjahrsfrühling (wieder Tor und Assist gegen Neustadt) ein: „Natürlich ist es ein schönes Gefühl, vor Wacker zu stehen, und ein Beweis, dass wir auf einem guten Weg sind. Aber wir dürfen uns nicht ausrasten und müssen weiterhin höllisch aufpassen“, hat die 27-jährige Kreativperle den trockenen Blick auf die Abstiegsränge noch lange nicht zu den Akten gelegt.

So schön das derzeitige Hoch sei, so schnell könne es auch in die andere Richtung gehen. Dem verbesserten Kaderangebot mit den Neuzugängen David Gugganig und Florian Mader zollte in den ersten beiden Frühjahrsrunden etwa Rechtsverteidiger David Zimmerhofer Tribut, der im Herbst zum Stammpersonal zählte. Nach einer Knieverletzung und erhöhter taktischer Variabilität rückte zuletzt Sandro Neurauter öfters nach rechts. Was Coach Thommy Silberberger zuletzt anfasste, ging fast immer auf.

Und die WSG hat eben (einen) Typen wie Benni Pranter. Der trug wie viele andere schon Schwarzgrün und glänzt jetzt seit Jahren in Grünweiß. Die Nestwärme im Gernot-Langes-Stadion schraubt den Leistungspegel nach oben. Kollege Christian Gebauer wechselt im Sommer nach Altach, Routinier Pranter hätte sich mit fünf Toren und sieben Assists („eigentlich sind es acht“) eigentlich auch in die Auslage gespielt. „Ich bin schon 27 und nicht mehr so interessant“, zwinkert er mit den Augen, bevor er heute in den Bus nach Kapfenberg steigt. Dort ist sogar Platz vier möglich.