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Ausgabe: 11. März 2017

Tobias Waidhofer

FC Wacker besiegte sich gegen Liefering selbst

Die Ampelkarte gegen Alex Hauser war der Anfang vom Ende. Der FC Wacker verlor auch die dritte Frühjahrspartie gegen Liefering mit 0:2.

Innsbruck – Auch wenn Wacker-Trainer Karl Daxbacher schon des Öfteren betonte, von Statistik nicht viel zu halten, standen die Vorzeichen gestern im Tivoli-Stadion gut. Schließlich kam mit dem FC Liefering so etwas wie der Lieblingsgegner nach Innsbruck. Nur ein einziges Mal in den vergangenen sieben Duellen gingen die Schwarzgrünen als Verlierer vom Platz.

Personell setzte „Sir Karl“ gestern auf eine Abwehrdreierkette, die im zentralen Mittelfeld von Roman Kerschbaum, Christoph Freitag und Simon Pirkl unterstützt wurde. Das Zentrum sollte also dichtgemacht werden. Weichen musste dafür Jürgen Säumel. Vorne erhielt Thomas Pichlmann, unterstützt von Ante Roguljic, den Auftrag, für Tore sorgen.

Und ohne zu viel verraten zu wollen: Das Defensiv-Konzept der Innsbrucker ging auf. Im ersten Durchgang gab’s keine einzige gute Chance für die Letsch-Truppe, aber auch der FC Wacker wurde nur ansatzweise gefährlich: Zum Beispiel nach einem Kerschbaum-Eckball (1.) oder bei einer Jamnig-Hereingabe (22.), die gerade noch vor dem lauernden Pichl­mann geklärt wurde. Der FC Wacker war besser, hatte mehr vom Spiel. Am Sechzehner war aber Schluss mit der Kreativität, der letzte Pass fehlte.

Beim FC Liefering standen nur vier Spieler jener Mannschaft, die in der UEFA-Youth-League sensationell ins Halbfinale eingezogen war, in der Startelf. Dafür durfte Ex-Wacker-Kicker Rami Tekir mitmachen. Der 20-Jährige schoss zwar fast alle Standards, blieb aber unauffällig.

Die erste Großchance in Halbzeit zwei hatten aber dann die Salzburger: Nach einem Baumgartner-Fehler war Okugawa eigentlich auf und davon. Weil er sich aber (zum Glück) für das Abspiel statt den Abschluss entschied, konnte Kobleder in extremis retten (48.). Die erste Wacker-Möglichkeit hatte dann Baumgartner per Kopf (53.). Für Simon Pirkl brachte Daxbacher nach 63. Minuten Säumel. Was wohl auch eine Reaktion darauf war, dass Liefering immer besser ins Spiel kam.

In der 67. Minute stoppte Baumgartner mit einer tollen Grätsche den durchbrechenden Mergim Berisha. Beim darauf folgenden Konter hatte Jamnig die Chance auf die Innsbrucker Führung. Noch größer war aber zwei Minuten später jene für Roguljic, der an Liefering-Goalie Coronel scheiterte. Das Spiel stand auf Messers Schneide. Und als der gelb vorbelastete Alex Hauser zu ungestüm in den Zweikampf ging und zu Recht die Gelb-Rot sah (73.), schien das Pendel zu Gunsten der Lieferinger auszuschlagen.

Und so war es auch: Zuerst parierte Grünwald einen Distanzschuss stark, um eine Minute später einen harmlosen Berisha-Freistoß ins Netz rutschen zu lassen (79.). In der Folge brachen alle Dämme: Nach Pichler-Foul traf wieder Berisha per Elfmeter zum 0:2 (80.). Und so leerten sich die ohnehin spärlich besetzten Ränge noch ein bisschen schneller. Das lag unter anderem auch daran, dass gestern die Routiniers ausließen ...