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Ausgabe: 14. März 2017

Alex Gruber

Drei Punkte - der Zweck heiligt am Ende die Mittel

Der Bann ist endlich gebrochen: Mit einem 1:0-Zittersieg über Austria Lustenau beendete Wacker gestern die Nullnummer im Frühjahr.

Innsbruck - ?Drei Spiele ohne Punkt drückten vor dem Anpfiff aufs Gemüt. Und im vierten Frühjahrsspiel warf Wacker-Trainer Karl Daxbacher gestern vor ?gut? 1000 Fans die Rotationsmaschine an: Für den verletzten Pascal Grünwald (Blockade des Kreuz-Darmbein-Gelenkes) hütete Lukas Wedl das Tor, für den gesperrten Alex Hauser rückte wie erwartet Michael Lercher links in die Viererkette und rechts war wieder Michael Schimpelsberger am Zug. Dass Patrik Eler statt Thomas Pichlmann wieder als Speerspitze auftauchte, war auch keine Überraschung. Schon viel mehr, dass Felipe Dorta zu seinem Debüt kam.

Die Schwarzgrünen begannen durchaus ambitioniert, Ante Roguljic setzte den ersten Hochkaräter nach Eler-Zuspiel aber am langen Eck vorbei (5.). Etwas später drosch Holenstein nach Dorta-Vorlage die Kugel halbvolley drüber. Von den Gästen kam nach vielen torlosen Spielen und ohne den abgewanderten Raphael Dwamena offensiv nicht viel. Bis Jodel Dossou nach einer Flanke völlig frei zum Kopfball kam, den Ball von fünf Metern in Minute 30 aber daneben setzte. Da trug Glücksgöttin Fortuna endlich wieder einmal den Wacker-Dress und quasi im Gegenzug lupfte Eler die Kugel über Lustenau-Goalie Christopher Knett zum 1:0 ins Netz. Es war der erste Frühjahrstreffer aus dem laufenden Spiel und das zehnte Saisontor des Slowenen. Bei einem platzierten Kopfball von Roman Kerschbaum war sogar das 2:0 möglich, Knett parierte (41.).

Warum der FC Wacker trotz Führung in erschreckender Passivität aus der Kabine kam, war schwer erklärbar. Es fand kaum noch Entlastung statt, in manchen Szenen scheuten die Schwarzgrünen den Vorwärtsgang wie der Teufel das Weihwasser. Die logische Folge war ein klares Übergewicht für die Vorarlberger, das in durchaus großen Chancen von Joao Pedro (55.), Dossou (70.) und Daniel Sobkova (76.) seinen Ausdruck fand. Ein harter Zweikampf zwischen Wacker-Verteidiger Michael Schimpelsberger und Lustenaus Kreativperle Bruno endete in zwei verletzungsbedingten Auswechslungen.

Das große Zittern in den Schlussminuten, das nach Abstiegskampf roch, hätte Eler den Seinen nach 81 Minuten und schwerem Stückler-Fehler ersparen können ? er hob den Ball zwar über Knett, aber auch übers Tor. Mit Kampf rettete der FC Wacker den ersten Pflichtspielsieg im Kalenderjahr über die Zeit, die Unverwüstlichen auf der Nord ließen sogar die Welle folgen. Christoph Freitag (fünfte Gelbe Karte), gestern Kapitän, fehlt am Freitag bei BW Linz.