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Ausgabe: 16. März 2017

Alex Gruber

"Je mehr in der Verlosung dabei sind, desto besser"

Morgen ist in der Sky Go Erste Liga Crunch-Time: Wattens hat Horn vor der Brust, Wacker muss zu BW Linz und Ex-Coach Schmidt.

Innsbruck, Linz - ?Totgesagte leben länger. Und wenn man einen Koma-Patienten im Fußball wieder zum Leben erwecken will, liegt offenbar der Griff zu Klaus Schmidt nahe -? jenem Emotionsmenschen, den im Zweitliga-Herbst 2014 Ex-Wacker-Sportdirektor Florian Klausner als Retter aus dem Hut gezaubert hat. Klausner ist bei Wacker ebenso längst Geschichte wie Schmidt, der nach der Winterkrone 2015 und durchwachsenem Frühjahr 2016 eine Runde vor Schluss das schwarzgrüne Lager verlassen musste. Eine Entscheidung, die in die Agenda von General Manager Alfred Hörtnagl fällt.

Es ist, wie es ist. Während der FC Wacker unter Karl Daxbacher, dem dritten Trainer in dieser Saison, gegen Lustenau den ersten Sieg gefeiert hat, macht sich hinter dem LASK auch Lokalrivale BW Linz mit zehn Punkten in den letzten vier Runden zum Überholmanöver auf. Der Trainer dort heißt Klaus Schmidt. ?Unsere Bilanz ist ganz passabel?, hält es der 49-jährige Steirer trotz starker Bilanz in seinen zwölf Saison-Spielen (vier Siege, sieben Remis, nur eine Niederlage) weiter mit dem Understatement. Im Wissen, dass die Rechnung zum Klassenerhalt zum Schluss aufgehen muss: ?"Mit uns hat keiner mehr gerechnet, aber je mehr in der Verlosung dabei sind, desto besser?", weist er das zusammengerückte Feld -? zwischen seinem Team und dem FC Wacker liegen nur sechs Zähler ?- mit dem eigenen Humor aus. Was er bei BW Linz macht? ?Die Jungs sind schwer motiviert. Und hart gesagt: "Ich treibe sie vor mir her. Ich habe ja Erfahrung im Abstiegskampf."? Den FC Wacker rechnet Schmidt nicht zu den Abstiegskandidaten (?"Da habe andere mehr Schmerzen?"), eines stehe vor dem Treffen aber fest: ?"Wer letztlich hinter uns liegt, ist mir egal.?"

Dass bei BW Linz ein Sechs-Punkte-Spiel steigt und entscheidende Runden warten, weist auch Wacker-Trainer Daxbacher aus, der das Phrasenschwein ?"von Spiel zu Spiel schauen"? nicht unbedingt bedienen will: ?"Wenn wir in Linz gewinnen, schaut es gut aus. Wenn wir verlieren, sind wir dabei.?" Momentan könne es in viele Richtungen gehen.

"?Man muss immer aufs Tagesgeschäft schauen und darf nicht zu weit vorausblicken?", diktierte Wattens-Coach Thomas Silberberger nach dem 0:2 beim LASK. Die WSG überzeugte spielerisch in allen vier Spielen und trifft jetzt mit dem SV Horn (neun Frühjahrs­punkte) auf einen direkten Konkurrenten. ?"Ich kann die Tabelle lesen, sehe es aber entspannt. Wir bleiben positiv."?