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Ausgabe: 17. März 2017

Florian Madl

Nur nicht in den Strudel kommen

Innsbruck - Der Glaube an den viel zitierten Lauf, eine Häufung von Erfolgserlebnissen, beflügelt. Und dieser Glaube ist bei Blau-Weiß Linz heute (18.30 Uhr) sicher stärker ausgeprägt als beim FC Wacker. "Wir wollten das 1:0 drüberbringen, verlassen sollten wir uns auf unser Glück aber in Zukunft nicht", meinte Roman Kerschbaum zum jüngsten Sieg gegen Lustenau. Das war am Ende mehr ein Hängen und Würgen als befreit über die Zeit gebracht.

Ob Blau-Weiß, in Linz stets im Schatten des LASK, die Qualität der Vorarlberger vorzuweisen hat, darf bezweifelt werden. "Ihr Bester ist Thomas Goiginger", meint Karl Daxbacher lapidar. Also jene Nummer 27, die mit Tempodribblings und aus Standards heraus für so manche brenzlige Situation sorgen kann. Das reichte, um im Frühjahr zehn Punkte aus vier Spielen zu holen und im Kampf um den Klassenerhalt ein entscheidendes Wörtchen mitreden zu können. Vom FC Wacker (31 Punkte/4. Platz) bis zu den Linzern (25/9.) reicht die Gefahrenzone, der FAC (20/10.) hinkt nach. Dass die Bundesliga den Kapfenbergern tatsächlich sechs Punkte (wegen Lizenzverstößen) abzieht, daran glaubt Karl Daxbacher indes nicht: "Das ist ein normaler Vorgang in Österreich: Erst bestraft man, dann folgt der Protest..." Unausgesprochen: Und am Ende kommt nichts heraus.

Der 63-Jährige wirkte gestern entspannt, Personalsorgen hat der Niederösterreicher auch keine. Nur ein Rezept gegen Blau-Weiß Linz wollte "Sir Karl" nicht verraten, nicht einmal am Reißbrett: "Auch die Linzer lesen Zeitung." Viel Geheimnistuerei also. Nur an der Marschrichtung - einem möglichen Sieg, um im vorderen Mittelfeld zu bleiben - ändert das nichts.