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Ausgabe: 17. März 2017

Alex Gruber

Geschichten aus der dritten Liga

Morgen startet das Tirol-Quartett SC Schwaz, Wacker Amateure, FC Kufstein und Wörgl ins Westliga-Frühjahr. Die TT fragte bei vier Evergreens nach der Lage der jeweiligen ?Fußball-Nation?.

SC Schwaz -? Martin Troppmair: Neben Sebastian Huber (seit 2008) und Tobias Vogler (2010) ist Goalie Troppmair seit 2011 tragende Säule der Knappenstädter. Der 33-jährige Diplomkrankenpfleger steht für ?100-prozentigen Einsatz?. Und für internen Druck sorge mit Lukas Wackerle Goalie Nummer zwei. "?Man kann schon sagen, dass ich in Schwaz ein bisschen etwas erlebt habe. Und jetzt wollen wir natürlich wieder so viele Punkte wie möglich machen?", zeigt sich der Routinier optimistisch und fährt gleich Neuzugang und Ex-ÖFB-Teamspieler Ronald Gercaliu lobend übers Haupt: "?Er hat sich super integriert, hat null Allüren, spricht viel und kann unser Team pushen."? Im Frühjahr pusht sich Troppmair selbst auch noch einmal, denn im Sommer könnte für ihn nach Verschleißerscheinungen am eigenen Körper Schluss sein: ?"Die Frage heißt nicht, was für Beschwerden ich habe, sondern wo ich keine habe. Es steht im Raum, dass ich den Hut draufhaue?, sagt er lächelnd."

FC Wacker Amateure ?- Pascal Gredler: Den regen Wechsel von jungen Spielern im schwarzgrünen Talenteschuppen macht Allrounder Gredler seit 2011 mit. ?"Wenn ich meine Mannschaftskollegen anschaue, bin ich alt?", gesteht der 26-jährige Bachelor der Wirtschaftswissenschaften, der das Doktorat als Ziel hat. Auch Intelligenz spielt ja Fußball. Die Liebe zu den Fohlen erklärt Gredler professionell: "?Hier will jeder was erreichen. Mir gefällt, wie rund um Coach Thommy Grumser gearbeitet wird."? Die Amateure haben im Frühjahr Luft nach oben.

FC Kufstein ?- Mathias Treichl: 2009 zog Mathias Treichl von Söll aus, um sich in der Festungsstadt neben Eigengewächs Stefan Schlichenmaier als längstdienender Kicker zu verankern. ?"Die Westliga ist auch nach acht Jahren eine Herausforderung"?, sagt der 31-jährige Angestellte eines Planungsbüros, der die vielen Personalwechsel beim FC Kufstein kritisch beäugt: ?"Man redet im Fußball gerne von Automatismen. Es ist schon nervenaufreibend, bis bei vielen Transfers wieder ein Rad ins andere greift. Es wäre zu hoffen, dass wieder ein Stamm entsteht, der ein paar Jahre zusammenbleibt."? Vorerst muss Coach Hofbauer mit einer Multikulti-Truppe die Liga halten.

SV Wörgl ?- Denis Husic: Im Unterland verleiht beim Aufsteiger Erfolgstrainer Deni­s Husic dem SV Wörgl seit neun Jahren ein Gesicht. Ein Eigengewächs wie Andreas Neurauter (absolviert gerade die Altenpflege-Schule) zog er schon mit 15 Jahren heran, Bruder Haris und Emil Bubalo wuchsen auch über viele Jahr­e bis in die Westliga mit. Dort will man auch bleiben. Der Auftaktgegner Anif ist schwer, mit fünf Neuen, von denen einer wie Christian Schreder das Zeug zur tragenden Säule hat, ist der Klassenerhalt Gebot: ?"Nächste Saison tun wir uns leichter.?"