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Ausgabe: 18. März 2017

Florian Madl

Da standen sie wie begossene Pudel

Wer es bis gestern nicht glauben wollte: Seit dem 1:3 bei BW Linz steckt der FC Wacker im Abstiegskampf. Und die Leistung gibt wenig Anlass zur Hoffnung.

Linz - ?Es mag schon ein schlechtes Omen gewesen sein, dass über Linz pünktlich zum Spielbeginn ein Gewitter hereinbrach. Der ?Stahlstadtklub?, wie er sich gerne nennt, nahm von Beginn an das Heft in die Hand. Und die Innsbrucker knüpften in vielen Szenen an das Lustenau-Match an ? an die schwache zweite Hälfte nämlich. Pomadig, umständlich, niemals zwingend.

Die Linzer waren bestens auf den FC Wacker eingestellt, von Tirols Ex-Trainer Klaus Schmidt durfte man das auch erwarten. In der 9. Minute verzog Thomas Goiginger aus 16 Metern, jener Mann, der Wacker-Trainer Karl Daxbacher im Vorfeld am meisten Respekt einflößte. Und in der 25. jubelten die Linzer verfrüht ? als Florian Maier ans Außennetz köpfte.

Die Tiroler? Eine Halbchance durch Alex Hauser (30.), das war?s. Und nur vier Minuten später schoss erneut Goi­ginger daneben, jetzt stand Fortuna den Innsbruckern bei. Und in Minute 42 erneut (Freistoß). Und dann, in Minute 43, da durfte der Ex-Grödiger schließlich jubeln: Erst ein haarsträubender Abspielfehler im Mittelfeld, dann ein Spaziergang durchs Mittelfeld ? und der Abschluss zum 0:1 aus 16 Metern. Es wurde Zeit für ein Halbzeit-Gewitter, diesmal aber von Karl Daxbacher, der wie sein Linz-Pendant Klaus Schmidt 45 Minuten im Regen stand. Buchstäblich.

In Hälfte zwei bekamen die 1146 Besucher etwas mehr geboten. Zunächst jubelten die Tiroler, als Kapitän Alex Hauser per Kopf traf. Dann die Korrektur von Schiedsrichter Helmut Trattnig: Der 32-Jährige soll bei der Freistoßflanke zuvor im Abseits gestanden sein, erhielt den Ball dann neuerdings ? von einem Linzer. Tiroler Jubel, Verwirrung, Enttäuschung.

Und es kam dicker für die Tiroler. Neuerdings brach Thomas Goiginger, vor dem Daxbacher so eindringlich gewarnt hatte, rechts durch, sein abgefälschter Heber landete über Lukas Wedl im Netz (65.), 0:2.

Das Ende? Nein, denn ein Foul an Wacker-Verteidiger Michael Schimpelsberger im rechten Strafraumeck wurde mit Elfmeter geahndet, Eler (67.) sagte danke. Ergebniskosmetik, nicht mehr. Und die Schlussoffensive kam zu spät ? Linz legte durch Sinisa Markovic (94.) zum 3:1 nach.

Nach Spielschluss standen elf Tiroler samt Trainer wie begossene Pudel im Linzer Stadion. ?Abputzen und weitermachen?, gab Wacker-Präsident Gerhard Stocker die Devise vor.