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Ausgabe: 19. März 2017

Gernot Gsellmann

„Sieben“: Horror erlebt Neuauflage

Für Wattens nichts Überraschendes, für Wacker hingegen eine völlig neue Situation: Abstiegskampf!

Hätte dies jemand vor der Saison geplant - die Regie bzw. das Drehbuch wäre absolut Oscar-verdächtig! Doch David Fincher, der Macher des Horror- und Thriller-Klassikers „Sieben“ von 1995, hat seine Finger nicht im Spiel. Dem Amerikaner wird von der Erste-Liga wohl nie etwas zu Ohren gekommen sein ...

... auch wenn sich die zweithöchste rot-weiß-rote Klasse spätestens seit Freitag Anleihen in seinem Kultfilm geholt hat: Nach Runde 25 sind sieben Klubs endgültig im Abstiegskampf angekommen! Mittendrin im „Horror“ die Tiroler Klubs:

„Wir fallen nicht aus allen Wolken!“
Doch Wattens-Coach Thomas Silberberger bleibt ruhig. „Eigentlich ist die neu entstandene Konstellation gut für uns: Vor dem Start rechneten fast alle nur mit einem Dreikampf zwischen BW Linz, FAC und uns um den Klassenerhalt - dass es mehr sind, kann nur hilfreich sein.“ Und im Frühjahr kann „Silbi“ mit der Ausbeute durchaus zufrieden sein. „Auch wenn wir durch die Niederlage in Kapfenberg etwas dem Plan hinterher hinken.“

„Wir können die Tabelle lesen!“ Dagegen ist Wacker seit der Winterpause bedauerlich, agiert besorgniserregend. „Wir haben nur Phasen im Spiel, die passabel sind. Das ist einfach zu wenig.“ Kapitän Alex Hauser stimmt vor allem der fehlende Offensiv-Elan nachdenklich: „Eine Handvoll konkrete Torchancen aus dem Spiel in fünf Partien erarbeitet ...“ Wacker nicht würdig. „Jeder muss beginnen, vor der eigenen Haustüre zu kehren. Nur so können wir die Kurve kratzen.“

Zusätzlich zum Abstiegskrimi gibt es für Kapfenbergs Präsident Erwin Fuchs einen weiteren Horror: Nach dem Punkteabzug droht ihm noch mehr Ungemach - wenn eine „News“-Story stimmt. In der dubiose Deals und Machenschaften enthüllt werden. So soll zum Beispiel bei einem Transfer ein und derselbe Spieler zweimal (!) verkauft worden sein! Es gilt natürlich (noch) die Unschuldsvermutung.