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Ausgabe: 08. April 2017

Georg Fraisl

Auch Daxbacher war verdattert: „Die konnten uns doch gar nicht weh tun“

Wacker führte ganz sicher mit 2:0 und schenkte dann den Sieg noch her

Das Selbstbewusstsein ist schon ein sehr eigenartiges Gewächs. Die einen haben einen Baum, den kannst in deinem Leben nie umhauen. Und andere nur so ein ach so zartes Pflänzlein
Wacker? Da ist der Glaube an sich selbst höchstens ein kümmerlicher Grashalm. Den biegt’s schon beim leichtesten Hauch um. Anders ist das gestrige Unentschieden im Tivolistadion gegen Wiener Neustadt wirklich nicht zu erklären.

Denn selten zuvor hatte es in dieser Fußball-Arena nach Halbzeit eins so sicher nach drei Punkten für die Hausherren ausgesehen. Zwei Tore in Front und den Gegner im Griff wie in dieser Saison sonst niemanden.

Man muss sich die Zahlen dieser ersten Halbzeit auf der Zunge zergehen lassen: Ballbesitz 74:26 (!) Prozent, Pässe 312:113, angekommene Pässe 312:60. Ja genau: Die Gäste waren anwesend, aber nicht mehr.

Und dann? Ein Gegentreffer gleich nach Seitenwechsel, eigentlich ein halbes Eigentor (von Siller sprang Durans Kopfball ins Netz) – und die Knie begannen zu schlottern. Selbst wenn die Tiroler optisch weiter die Oberhand behielten, ortete auch Karl Daxbacher an der Outlinie: „Die Unkonzentriertheiten haben zugenommen, viel zu viele Flüchtigkeitsfehler.“

Und so kam, was kommen musste. Ein Gegner, von dem man zur Pause noch glaubte, „dass die uns nie und nimmer weh tun können“ (Daxbacher), kamen billig zum Ausgleich (76.).

„Vielleicht waren wir uns schon zu sicher“, ächzte Patrik Eler, der mit seinen Saisontreffern 13 und 14 für die verdiente 2:0-Führung (29. und 39.) gesorgt hatte.

In der Nachspielzeit kassierte Ante Roguljic noch Rot. Weil zwei Bälle am Spielfeld waren, wollte er einen wegschießen und traf Hager dabei aus fünf Metern (!) in den Bauch.