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Ausgabe: 09. April 2017

Georg Fraisl

So ein Ei: Tiroler schon als Osterhasen am Weg

Ach, du dickes Ei! Wacker Innsbruck und Wattens standen am Freitag Abend jeweils kurz, ganz kurz vor einem Dreier. Beide mussten sich am Ende aber mit einem Punkt zufrieden geben. Die Tiroler Klubs waren schon als Osterhasen am Weg und haben freimütig Geschenke verteilt. Damit sollte nun freilich Schluss sein, sonst ... wird Ostern nicht sooo froh sein.

FC Wacker: Sogar die Wiener-Neustadt-Spieler schauten ein wenig befremdet, als sie in ihre Kabine im Tivolistadion stapften. Ostern – das ist ja erst in einer Woche, oder? Das 2:2 mutete für die Niederösterreicher wie ein Geschenk an – und für die Tiroler wie ein faules Ei. Auch General Ali Hörtnagl staunte förmlich Bauklötze: „Zur Pause war eigentlich alles ideal und dann kommt durch ein Gegentor wieder diese Unsicherheit hinein. Da ist es im Kopf der Spieler plötzlich eng geworden.“

Man müsse, sagte Hörtnagl und war da mit Trainer Karl Daxbacher einer Meinung, das Positive dieses 2:2-Unentschiedens hervorkehren: „Die erste Halbzeit war gut, sehr gut sogar. Und das ist das, auf dem wir auch aufbauen sollten.“

Das ist für ein offizielles Statement gut. Insgeheim werden sich aber sowohl Trainer als auch General sehr wohl darüber den Kopf zerbrechen, welcher Wurm da in dieser Truppe steckt. Von einer Sieger-Mentalität ist Schwarzgrün derzeit gleich weit entfernt wie vom Aufstieg. Und wenn man in der kommenden Saison den Aufstieg anpeilen will (oder eher: muss), dann braucht es Typen, die durchs Feuer gehen. Die niemandem auch nur ein Tor schenken, geschweige denn einen Sieg wie am Freitag. „Der Kern ist zu sehen. Und der ist gut“, beharrt Ali.

Wattens: Ärger? Natürlich hat sich Trainer Thomas Silberberger geärgert. Und nicht nur, weil die Ampel beim Arlberg-Tunnel kurz vor dem WSG-Bus auf Rot sprang und den Tirolern auf der Heimfahrt eine zusätzliche Wartezeit bescherte. Auch dieses Ausgleichstor in Lustenau im Finish wurmte alle. „So kurz vor dem Schlusspfiff – das ärgert einen immer“, zuckte Silberberger die Achseln. Auch wenn es sich abgezeichnet hatte: Immer weiter hatten sich die Wattener in die Defensive drängen lassen, das 2:2 war dann nur noch eine Frage der Zeit. „Oswald hat gehalten wie ein Esel, aber irgendwann nützt das auch nichts mehr.“ Lange hielt Silberbergers Ärger nicht an: „Vieles war richtig gut.“