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Ausgabe: 09. April 2017

Wolfgang Müller

Ein Punkt, zwei Sichtweisen

Enttäuschung beim FC Wacker nach dem 2:2 gegen Wr. Neustadt, dafür konnte Wattens mit dem Punkt in Lustenau ganz gut leben.

Innsbruck - Das leidige Abstiegsgespenst hatte die Koffer eigentlich schon gepackt und war darauf eingestellt, sich für diese Saison aus dem Tivolistadion zu verabschieden. Zu klar beherrschten die Schwarzgrünen den Tabellenvorletzten Wr. Neustadt, zu gut spielte die junge Truppe auch, um noch mit dem Abstiegskampf in Verbindung gebracht zu werden. Das war der Stand nach 45 Minuten, nach dem Schlusspfiff reagierte wieder der Frust und das Abstiegsgespenst machte es sich wieder gemütlich im Tivoli. So wie der FC Wacker den 2:0-Vorsprung aus der Hand gab, muss man sich schon wieder Sorgen machen. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung weiter auf den Vorletzten - ein Polster, aber noch lange kein Ruhekissen.

Für Trainer und Spieler fühlte sich das 2:2 wie eine Niederlage an, General Manager Alfred Hörtnagl war natürlich auch enttäuscht, sah aber auch Positives: "Wir waren in Horn gut und gegen Wr. Neustadt die erste Halbzeit richtig gut. Das müssen wir mitnehmen und trachten, dass wir über 90 Minuten die Konstanz halten."

Auffallend - der Klub der "30er" hat beim FC Wacker schlechte Karten. Pascal Grünwald (34), Andi Hölzl (32) und Jürgen Säumel (32) saßen auf der Tribüne, Harald Pichler (knapp 30), Alex Hauser (32) und Thomas Pichlmann (35) nahmen auf der Ersatzbank Platz. Ältester Wacker-Profi auf dem Rasen war der 27-jährige Sebastian Siller. Ein Schuss Routine hätte gerade nach dem Anschlusstreffer aber ganz gut getan.

In Wattens sah man das 2:2 in Lustenau durchwegs von der positiven Seite. "Freilich tut es etwas weh, wenn man den Ausgleich erst in der 89. Minute kassiert. Aber das zweite Tor hätten schon früher fallen können, so gesehen geht das Ergebnis in Ordnung", kann Thomas Silberberger mit dem Punkt ganz gut leben: "Schließlich haben wir zuletzt in den Duellen gegen den Zweiten und Dritten immerhin vier Punkte geholt."

Was den Wattener Trainer freilich schon etwas ärgerte, war der unerklärliche Rückfall in gefährliche Passivität ausgerechnet nach der 2:1-Führung. "Das spielt sich im Kopf ab, da sind die Beine dann machtlos." Es wäre sich dank eines überragenden Ferdl Oswald im WSG-Gehäuse fast noch ausgegangen, doch in der Schlussphase hatten die Wattener einfach nichts mehr entgegenzusetzen. "Wenn du gegen die Lustenauer 13 Eckbälle zu verteidigen hast, wird es natürlich eng", so Silberberger, der schon an die nächsten Spiele denkt: "Am kommenden Freitag erwarten wir BW Linz, am Dienstag darauf müssen wir nach Floridsdorf und dann kommt der FC Wacker ins Langes-Stadion." Danach wollen die Wattener mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben.