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Ausgabe: 10. April 2017

Florian Madl

Wacker muss weiter um Lizenz bangen

Die Erstinformation der Fußball-Bundesliga zur Lizenz beschäftigt die Innsbrucker weiter, Wattens im Plan.

Innsbruck - "Wir hatten angesichts des negativen Eigenkapitals ohnehin mit Auflagen gerechnet", kommentierte Wacker-Manager Alfred Hörtnagl gestern die erste Rückmeldung der Bundesliga zur Lizenzerteilung am vergangenen Freitag. Im Rahmen besagter Überprüfung erhebt das Gremium (Senat 5) bekanntlich auch die finanzielle Eignung der österreichischen Top-Vereine in Sachen Profifußball. In Innsbruck sind dazu einige Fragen offen.

Beantworten will Alfred Hörtnagl diese vorerst nicht, man sei in einem laufenden Prozess. Manches müsse man Nachreichen, damit hätte man ohnehin zu rechnen gehabt. Bis zum 21. April hat man nun Zeit, in Wien für Aufklärung zu sorgen und damit die Lizenz für die kommende Spielzeit zu sichern. Von Auflagen wie etwa einem vierteljährlich zu erbringenden Reorganisationsbericht eines Wirtschaftsprüfers ist auszugehen.

Präsident Gerhard Stocker reagiert auf TT-Anfrage nüchtern. Man habe gewusst, dass noch einige Fragen offen sind. "Deshalb haben wir uns im neuen Vorstand von Beginn an darauf festgelegt, dass der Verein nicht schon bis zum 30. Juni 2017, sondern erst 2018 schuldenfrei sein kann." Was der Wattener nicht verhehlt: dass die Ausgangsposition für die neuen Leute am Ruder nicht die beste sei. "Man ist mit sehr viel Euphorie in ein erhofftes Aufstiegsjahr gestartet, was sich am Ende so nicht bewahrheitet hat." Das gilt etwa für die Zuschauererwartungen oder die erhoffte Zusage des einen oder anderen Sponsors.

Wer sich im Vereinsumfeld umhörte, erfuhr auch von mündlichen Zusagen potenzieller Geldgeber, die nicht eingetreten seien. "Wir müssen rudern. Wenn es sich mit der Lizenz nicht ausgeht, müssen wir umdenken", spielt Präsident Stocker alle Szenarien durch. Der Profifußball stünde dann auf der Kippe.

Auch Wattens erhielt die Rückmeldung der Bundesliga, Probleme tauchten dabei keine auf. "Nur einige Verständnisfragen sind zu klären", berichtet Clubsekretär Martin Schneebauer. Die Frist (bis 21. April) werde man nicht ausreizen müssen.