Impressum

Ausgabe: 19. April 2017

Wolfgang Müller

FC Wacker zeigte Moral und fatale Nachlässigkeit

0:2 zurück, dann 3:2 geführt und am Ende reichte es für den FC Wacker gestern gegen Kapfenberg vor 1068 Zuschauern nur zu einem 3:3-Remis.

 

Innsbruck – Im Eiskasten Tivoli wurde gestern 1068 frierenden Fans ein spannendes und torreiches Spiel, aber kein Sieger geboten. Nach dem 3:3 gegen Kapfenberg sah Trainer Karl Daxbacher Schatten, aber auch Licht am schwarzgrünen Horizont. „Drei Tore darf man daheim nicht bekommen. Aber die Reaktion auf den 0:2-Rückstand war gut und spielerisch entwickelt sich die Mannschaft stetig weiter.“ Dennoch war man im Tiroler Lager einmal mehr enttäuscht, dass es so wie gegen Wr. Neustadt zu keinem Heimsieg reichte.

Das erste Erfolgserlebnis hatten die Steirer schon vor Spielbeginn, denn das Bundesliga-Protestkomitee verringerte den vor einigen Wochen verhängten Sechspunkteabzug wegen Verstoßes gegen die Lizenzbestimmungen auf vier; zwei Zähler wurden „bedingt“ nachgesehen. Kuriose Eingriffe in die laufende Meisterschaft, aber dieses Szenario passt punktgenau zu dieser zweitklassigen Liga.

Nach 14 Minuten waren die Gäste dann in der Tabelle zwischenzeitlich schon gleichauf, weil die FCW-Abwehr völlig danebenstand. Zunächst durfte der Brasilianer Joao Victor eine Flanke völlig freistehend verwerten, dann freuten sich Dominik Rieser und Torschütze Dominik Feyrer über unglaubliche Freiräume und bedankten sich mit dem zweiten Treffer.

Es war höchste Zeit, endlich aufzuwachen. Also fasste sich Patrik Eler (16.) ein Herz und hämmerte einen Freistoß auf das Kapfenberger Gehäuse, Tormann Paul Gartler konnte nur kurz abwehren und Dominik Baumgartner war zur Stelle. In der Folge waren die Schwarzgrünen am Drücker – Eler (24.) scheiterte von der Strafraumgrenze nur knapp und auch Jamnig (26.) brachte den Ball nicht im KSV-Kasten unter. Knapp vor dem Wechsel scheiterte Roman Kerschbaum (43.) nach toller Vorarbeit von Flo Jamnig und Baumgartner an Gartler. Eler (45.) traf noch die Stange, der Ausgleich hing förmlich in der kalten Luft, doch in der Halbzeit hatte Daxbacher in der Kabine noch den 1:2-Rückstand zu besprechen.

Fünf Minuten nach dem Wechsel war alles wieder offen, weil Eler einen zu kurz geratenen Rückpass von Stefan Meusburger eiskalt zum 2:2 verwertete. In dieser Tonart ging es gleich weiter – nach einem Elfer-Foul an Kerschbaum nagelte Eler (59.) den Ball zur 3:2-Führung in das Gäste-Tor. Der 16. Saisontreffer des Slowenen, der sich zur personifizierten Lebensversicherung der Tiroler entwickelte. Zum Sieg reichte es nicht, weil Victor (84.) einen Doppelpack schnürte und aus spitzem Winkel zum 3:3-Endstand traf. „Mit dem Punkt können wir nicht zufrieden sein, weil wir eigentlich gewinnen hätten müssen“, so FCW-Stürmer Eler.