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Ausgabe: 20. April 2017

Wolfgang Müller

Kein Favorit im vierten Derby

Im letzten Saison-Derby treffen morgen zwei Tiroler Teams voll auf Augenhöhe aufeinander. Sowohl Wattens als auch der FC Wacker holten acht Punkte aus den letzten vier Runden.

Innsbruck– „Der FC Wacker wird im Derby immer Favorit gegen uns sein“, stapelt WSG-Coach Thomas Silberberger vor dem letzten Saison­duell gegen den FC Wacker tief. Damit kann FCW-Kämpfer Sebastian Siller nicht viel anfangen: „Sie gewannen schon drei Derbys, spielen eine echt starke Saison und haben zudem Heimvorteil. Also wann, wenn nicht morgen soll Wattens Favorit sein?“ Fakt ist, dass sich beide Teams auf Augenhöhe gegenüberstehen. Beide Mannschaften trennt nach 29 Runden nur ein Punkt, zuletzt erkämpften sich sowohl die Schwarzgrünen als auch die Grünweißen acht Punkte aus den letzten vier Runden und verscheuchten das leidige Abstiegs­gespenst Richtung Osten.

Im Tivoli froren zwar nur rund 1000 Zuschauer beim 3:3-Torspektakel gegen Kapfenberg erbärmlich, die Leistung der Innsbrucker stimmt­e für das Derby allerdings optimistisch. „Es geht stetig aufwärts, in der Defensive dürfen wir uns gegen Wattens freilich nicht so anstellen“, überwogen bei Karl Daxbacher die positiven Aspekte. Dass nach drei Derby-Pleiten eine vierte nicht folgen darf, ist dem FCW-Coach bewusst: „Das wird ein Kraftakt, der über den Kampf entschieden wird.“ Daher würde ein Ausfall von Christoph Freitag extrem schmerzen. Der Mittelfeldregisseur bekam am Dienstag einen Schlag und musste gestern pausieren.

Beim FC Wacker wird der „große Schnitt“ vor der nächsten zukunftsweisenden Saison schon vollzogen. Gegen Kapfenberg saßen Pascal Grünwald, Andi Hölzl, Jürgen Säumel und Thomas Pichlmann nur auf der Tribüne. Neben dem routinierten Quartett werden noch weitere Profis ab Sommer nicht mehr zum Kader zählen. Zum Teil, weil Verträge nicht verlängert werden oder andere Vereine rufen. Das wird in erster Linie für Patrik Eler gelten. Der 25-jährige Slowene trifft wie am Fließband und macht damit natürlich Werbung in eigener Sache. Wie im Fußball üblich, ist das alles eine Frage des Geldes. Bis 2019 plus Option steht Eler jedenfalls beim FC Wacker unter Vertrag.

Bei der WSG Wattens erledigt sich ein Großteil der Kaderplanung bei Klassenerhalt von selbst, weil die Verträge der Leistungsträger dann automatisch verlängert werden. Trotzdem wird es zahlreiche Veränderungen geben, Christian Gebauer zum Beispiel ist ab Sommer eine Klasse höher in Altach „angestellt“.

Zukunftsmusik, gegenwärtig steht natürlich das Derb­y im Mittelpunkt. „Durch die letzten Runden haben wir uns zusätzlich Ruhe verschafft. Wir spüren keinen Druck und haben wie in den letzten Duellen gegen den FC Wacker eigentlich nichts zu verlieren“, so Silberberger. Also wären aller guten Dinge vier? „Klingt gut, aber das ist kein Wunschkonzert. Ich werde meinen Spielern jedenfalls sagen, dass sie mit vier Derby-Siegen in einer Saison Tiroler Sportgeschichte schreiben können.“