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Ausgabe: 21. April 2017

G. Fraisl/G. Gsellmann

Das Derby vor dem Derby

Vor dem heutigen vierten Tiroler Derby duellierten sich die Klub-Chefs Gerhard Stocker und Diana Langes im Interview

? Das Präsidenten-Amt – ist es für Sie eine „Krone“ oder doch ein schwerer Rucksack?

Gerhard Stocker: Ich hoffe doch, dass es sich vom Rucksack zur Krone entwickeln wird! Ich bin guter Dinge. Dabei ist es sicher von Vorteil, dass ich durch meine erste Amtsperiode weiß, was alles auf mich zukommt. 
Diana Langes: Für mich ist es eine wunderschöne Herausforderung, die ich dem Wunsch meines Vaters Gernot Langes-Swarovski verdanke. Er hat mir vorgelebt, wie unendlich viel Herzblut man in diese Sache stecken kann. Und diese Leidenschaft hat er an mich weiter gegeben. Ich bin jetzt vier Jahre Präsidentin und bin dabei vor allem ein noch größerer Fußball-Fan geworden, als ich es ohnehin schon war. 

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Wie groß ist die Rivalität zwischen Wattens und Wacker tatsächlich?

Stocker:
 Für mich? Überhaupt nicht! Hut ab, was in Wattens passiert ist. Wichtig wird sein, dass die Positionierung beider Klubs klar gestellt ist – weil eines für mich auch klar ist: Der Markt in Tirol wäre für zwei Bundesligisten einfach zu klein! 
Langes: Rivalität? Ach, für uns ist es einfach ein echtes Volksfest, auf das ich mich richtig freue. Und wir würden uns gern mit einem vierten Sieg ein Platzerl in den Geschichtsbüchern des Tiroler Fußballs sichern. Aber das ist kein Muss, ein Derby ist auch so oder so schön. Und vielleicht setzt sich der Gerhard ja auf der Tribüne neben mich ...

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Hat die leidige Rechnungs-Affäre (beim letzten Derby wurden VIP-Tickets für Gernot Langes-Swarovski verrechnet) die Rivalität zwischen den Klub noch erhöht?

Stocker:
 Erledigt, gänzlich abgehakt. 
Langes: Ich habe eine Rechnung bekommen und die wurde bezahlt. Alle anderen Fragen bitte an den Herrn Stocker richten. 

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Können Sie sich eine Hochzeit der Klubs in naher Zukunft vorstellen?

Stocker:
 Nein. Weil es schade um beide Klubs wäre. Alleine von den Strukturen beider Vereine her gesehen: Es ist wichtig, dass es Wacker Innsbruck gibt. Aber auch, dass es die WSG Wattens gibt! Doch eine engere Zusammenarbeit ist absolut vorstellbar, wünschenswert. Auch wenn beide in der Erste-Liga sind. 
Langes: Tja, wer weiß, ob ich den Gerhard Stocker wirklich heiraten sollte ... (lacht). Mal schauen. Nein, ich habe zu diesem Thema meine Meinung schon kund getan. Wir sind die WSG Wattens, ein eigenständiger Verein. Und das wollen wir auch bleiben. Wir sind auch zu unterschiedlich, das würde nicht zusammen passen. Sorry. Da gibt es nichts Neues im Westen.
 
?Wer ist die Nummer 1 im Land – der Klub, der mehr Derbys gewinnt oder der in der Tabelle vorne liegt?

Stocker: Die Nummer 1 im Land, langfristig gesehen, ist der, der im Tivoli-Stadion Tirol spielt! Die Öffentlichkeitswirkung und -wahrnehmung ist hier eine ganz andere. Diese Position hat mit den Derbys nichts zu tun – auch wenn es sportlich gesehen natürlich gut ist, dass richtig Feuer drin ist. 
Langes: Das klingt jetzt fast ein bissl nach einer Fangfrage – ich verstehe ... (lacht). Was ich aber sagen kann: Ich glaube, dass wir mit Wattens auf einem sehr guten Weg sind, die beste Mannschaft in Tirol zu werden. Aber aus meiner Sicht gehört da schon mehr dazu als Siege in einem Derby oder auch der Platz in der Tabelle. Das hat meiner Meinung nach viel mit Nachhaltigkeit zu tun, um den Gesamt-Auftritt eines Vereines. Ich habe diese Vision und wir arbeiten daran. 

?Ihr Tipp für Derby 4?

Stocker: Kein Kommentar. (Pause) Mein Wunsch wäre nur, dass wir wenigstens eines der vier gewinnen könnten. 
Langes: Ich hoffe sehr, dass uns der vierte Sieg gelingt. Und ich glaube an einen 2:0-Sieg der WSG.