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Ausgabe: 21. April 2017

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Wer ist die Nummer eins im Land?

Die WSG Wattens träumt im vierten Saisonderby gegen den FC Wacker heute (20.30 Uhr/live ORF Sport Plus) zuhause vom historischen vierten Sieg. Für die Innsbrucker geht’s um Rangordnung und Versöhnung.

VON ALEX GRUBER

Wattens– Der Auftritt der WSG Wattens in dieser Saison ist top. Vielleicht sogar „over the top“. Wie einst Sylvester Stallone beim Armdrücken im gleichnamigen Kinofilm. Fakt ist, dass der Aufsteiger aus der Kristallweltenmetropole seine Muskeln mit vielen Tiroler Eigengewächsen ordentlich spielen ließ – ganz besonders in den Derbys, in denen drei Siege (zweimal 2:1, zuletzt zum Frühjahrsauftakt 1:0 am Tivoli) aufscheinen.

„Lass dich überraschen“, lautet auch heute der Titel, den WSG-Coach Thommy Silberberger auf der Taktikorgel spielt. In Innsbruck schickte er seine Elf in einem 3-4-3-Korsett auf den Rasen: „Und wir lassen uns wieder etwas einfallen.“ Mit Michael Steinlechner und Niels-Peter Mörck kehren zwei zuletzt Gesperrte in den Kader zurück, zudem sollte Mittelfeldstratege Florian Mader nach überstandener Erkrankung wieder im Vollbesitz seiner Kräfte stehen. „Wir sind hochmotiviert und können mit der Leichtigkeit des Seins ins Spiel gehen“, blickt Silberberger auch auf die Tabelle. Entscheidend werde heute auch sein, „wer mehr will“.

Die Flügelzange Christian Gebauer und Benni Pranter war ein Trumpf-Ass, das die Wattener in den Derbys ausspielten, der Faktor Torhüter – Ferdinand Oswald ist wohl über Wacker-Jungspund Lukas Wedl zu stellen – könnte im vierten Saisonduell auch ein Attribut sein.

„Sie haben den Druck, denn vier Wattener Derbysiege wären wohl historisch“, ergänzt Silberberger, der Wackers Außenseiter-Bemühungen mit einem Lächeln bewertet: „Wenn sie das so sagen – entweder hat dann eine Partei sehr gut gearbeitet und eine andere besonders schlecht?…“ Kaum einer hätte in Wattens vor der Saison daran geglaubt, dass in Runde 30 ein Match um Platz vier steigt.

Bei aller Rivalität und Besonderheit dieses Spiels hält WSG-Sportmanager Stefan Köck fest, dass man den Klassenerhalt in den nächsten 14 Tagen fixieren möchte. Das würde die Kaderplanung einer homogenen und funktionierenden Mannschaft weiter erleichtern. Präsidentin Diana Langes-Swarovski streut eine wichtige Botschaft ein: „Wir wollen gemeinsam einen tollen Abend genießen.“ Mit der Rekordzahl von 340 VIPs.

VON TOBIAS WAIDHOFER

Innsbruck– Irgendwie grüßte beim FC Wacker in dieser Saison des Öfteren das Murmeltier. Wie im Hollywood-Klassiker, in dem Bill Murray den gleichen Tag jeden Morgen aufs Neue erlebt, ging’s den Schwarzgrünen im Tiroler Derby: dreimal probiert – ebenso oft verloren.

Deshalb bemühte man sich im Lager des schwarzgrünen Traditionsklubs gestern auch um ganz viel Understatement. „Schaut man auf die Fakten, ist eher die WSG Wattens Favorit. Wir sind ein aussichtsreicher Außenseiter“, diktierte Trainer Karl Daxbacher gestern in die Notizblöcke. Zurückhaltung soll ja manchmal auch eine Tugend sein. In diesem Fall sind die Worte des Trainer-Routiniers wohl eher in den Bereich der „psychologischen Kriegsführung“ einzuordnen.

Für Flügelflitzer Florian Jamnig, der vor dem Duell mit seinem Ex-Klub immer besser in Form kommt, ist das Rezep­t für einen Derbysieg klar: „Wir müssen von Anfang an aggressiv in die Zweikämpfe gehen. Wir wissen, wie wichtig das Spiel für unsere Fans ist.“

Das weiß natürlich auch Trainer Daxbacher, den gestählt durch unzählige Wiener Derbys („Als Trainer waren es zwölf bis vierzehn, als Spieler sicher über 50“) so ein Lokalduell in der zweiten Liga aber nicht aus der Ruhe bringen kann. „Wir gehen heute sicher in das Spiel des Frühjahres.“ Auch wenn man sich als „Nummer eins in Tirol nichts kaufen“ könne. „Das ist ein Titel ohne Mittel.“

Viel Lob hat „Sir Karl“ für Wattens übrig: „Ich muss gestehen, dass ich die Mannschaft vor der Saison nicht gut gekannt habe. Aber dass sie nach 29 Runden so weit vorne stehen, hätte niemand erwartet. Dort wird sehr gute Arbeit geleistet. Davor muss man den Hut ziehen.“

Die Schlüsselspieler der WSG sind ohnehin bekannt: „Pranter und Gebauer sind beides gefährliche Spieler. Sie ergänzen sich sehr gut.“ Der eine (Gebauer) bringe die Schnelligkeit ins Spiel, der andere (Pranter) sorge für Passgenauigkeit.

Details, die den Wacker-Fans egal sein werden. Sie wollen ihre Mannschaft endlich im Derby siegen sehen. Der Gästeblock ist mit 400 Tickets ausverkauft.