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Ausgabe: 08. Mai 2017

Alex Gruber

Sportliche Ziele, soziale Werte

Die Wacker-Fohlen (gestern 3:2 beim SAK), Schwaz und Kufstein rittern im Westliga-Finish noch um den Status bester Tiroler Klub. Im Hintergrund laufen auch Zukunftsplanungen.

Innsbruck – Das Profidebüt von Raphael Galle (Freitag in Lustenau) ist ein Grund, wie Wacker-Amateure-Coach Thommy Grumser seine Arbeit interpretiert. Gestern lief die schwarzgrüne Fohlen-Elf im Nonntal mit einem Durchschnittsalter von 19,06 Jahren auf, in der Startaufstellung stand mit Sandro Gavric sogar ein 16-jähriger Quereinsteiger, der via Brixlegg und Probetraining zum FC Wacker kam. „Wir schauen uns immer wieder um“, betont Grumser, der weiß, dass das Gros an Talenten aus der Akademie kommt. Die drei Punkte beim Tabellenschlusslicht hievten die Fohlen in der Tirol-Wertung auf Platz eins: „Die Leistung war in Ordnung. Der Sieg hätte höher ausfallen können, wir lassen immer noch viele Chancen liegen.“

Der SC Schwaz trat im Frühjahr mit neun Zählern in neun Partien etwas auf der Stelle. Mit Thomas Pichlmann, um den ein ähnliches Spieler-Nachwuchs­trainer-Paket wie bei Ronald Gercaliu geschnürt wird (Schwaz), will man die Torgefahr steigern. In Summe, so Sektionsleiter Hannes Vogler, wolle man den Abstand zu den Spitzenreitern verringern: „Das gilt nicht nur für die Punkte, sondern auch in spielerischer Hinsicht.“ Gegen Leader Anif fielen auch einige Hochkaräter (Cihak, Augustin, Knoflach) aus. Dafür feierte mit Hamid Aminpur ein 18-jähriger Flüchtling aus dem Iran seine Feuertaufe. Dem Youngster und seiner Familie griffen die Knappenstädter auch auf privater Ebene unter die Arme. Mit Infrastruktur, Nachwuchsarbeit und einem Trainer (mit Stefan Höller wurde verlängert), der die Talente fördert, will man laut Vogler auch in der Zukunft punkten: „Wir haben nicht so viel Geld wie Kufstein oder Kitzbühel.“ Die nahende Reform, mit 16 Teams in Liga zwei, sei mit etwas Abstand ein Thema, könne man sich aufgrund der finanziellen Mittel aber nicht als fixen Zielpunkt setzen.

Beim FC Kufstein wird nach zehn Punkten aus den letzten vier Spielen das Budget für die neue Saison evaluiert. Die Abstiegsgefahr ist gebannt, der Rückstand auf Schwaz beträgt nur noch einen Zähler. „Als ich nach Kufstein gekommen bin, waren es noch zwölf Punkte. Wir haben einen ganz guten Weg hingelegt“, sagt Kufstein-Coach Martin Hofbauer, der visionär auch auf die 16er-Liga blickt. Sollten die Festungsstädter auf Sicht tatsächlich wieder dort oben landen, kommt eine Doppelfunktion (Trainer und Sportliche Leitung) für „Hofi“ nicht mehr in Frage.