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Ausgabe: 09. Mai 2017

F. Madl / W. Müller

Ü30-Routiniers sind nicht mehr gefragt

Thomas Pichlmann wurde gestern verabschiedet und Jürgen Säumels Abgang wurde verkündet, Pascal Grünwald geht und vielleicht auch Alex Hauser.

Innsbruck – Man schrieb die sechste Minute des Wacker-Spiels in Lustenau am vergangenen Freitag, eben musste Ante Roguljic verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Doch nicht der dafür vorgesehene Routinier Jürgen Säumel (32) kam aufs Spielfeld, sondern der erst 17-jährige Raphael Gallé betrat den Platz. Der Steirer soll von seiner Einwechslung abgeraten haben, ein Junger solle spielen. „Ich wollte einem jungen Spieler einen Gefallen tun“, relativierte der 20-fache Teamspieler, der kurz zuvor von seinem Wacker-Abschied informiert worden war. Gestern wurde das offiziell – so wie der Abgang des Schweizers Claudio Holenstein und von Marco Hesina (künftig Kufstein?). Beide konnten sich beim FC Wacker nicht wirklich durchsetzen. Das Szenario hat Thomas Pichlmann bereits hinter sich, der 36-Jährige wechselte bekanntlich von den Wacker-Fußballern zu den Footballern der Swarco Raiders.

Im Fall von Torhüter Pascal Grünwald gibt es wohl ebenfalls nichts mehr zu diskutieren, der 34-Jährige wird den Verein verlassen und, wie berichtet, möglicherweise nach Lustenau wechseln. Im Gegenzug könnte Christopher Knett (26) nach Innsbruck rochieren. Der Tiroler ist noch ein Akteur, der quasi über die Hintertür den Verein verlässt, nachdem er seinen Stammplatz zuletzt Lukas Wedl (21) überlassen musste.

Anders stellt sich die Situation bei Alexander Hauser dar, seit Sommer 2009 eine fixe Größe im Verein und damit längstdienender Akteur im aktuellen Kader. Nur noch ein Spiel fehlt dem 32-Jährigen, damit sich sein bis Saisonende laufender Vertrag automatisch verlängern würde. Aber seit drei Spielen steht der St.?Johanner plötzlich nicht einmal mehr im Kader. Äußern will sich Alexander Hauser zur Situation nicht, Fragen wirft seine Personalie allemal auf.

Von den Ü30-Spielern ist Andreas Hölzl mit 192 Spielen (und 15 Toren) in der Statistik verankert. Seine Zeit geht dem Ende zu, die Westliga (Kitzbühel) ruft. Bis auf das erste Saisonspiel (FAC/90 Minuten) und zwei Kurzeinsätze war vom Rechtsverteidiger nichts zu sehen, die Wacker-Ära des 32-jährigen Ex-Teamspielers endet im Juni.

Schon seit fünf Spielen fehlt einer, der angesichts seiner Vergangenheit (seit 2011 in Diensten des FC Wacker) durchaus als Urgestein der Mannschaft bezeichnet werden darf: Alex Gründler (23), jung und laufstark, darf nicht mit seiner Vertragsverlängerung rechnen. Sein Stammverein Schwaz soll Interesse bekundet haben, auch Wattens gilt als Option. „Es war eine schwierige Saison“, gesteht der Dauerläufer. Unmissverständlicher Nachsatz: „Ich will Profi bleiben.“ Im Fall seines Abgangs und dem von Torjäger Patrik Eler – die Trefferquote macht seinen Verbleib unwahrscheinlich, allerdings müsste schon ein „unmoralisches“ Angebot eintrudeln – stünde dem Verein für die kommende Saison vorerst kein etatmäßiger Stürmer mit Bundesliga-Erfahrung zur Verfügung.

Die Zukunft hat längst begonnen, das dokumentiert augenblicklich der extrem junge Kader: Gegen den LASK stand mit Jeffrey Egbe ein 19-Jähriger von den schwarzgrünen Amateuren erstmals in der Startformation, Okan Yilmaz (19) und Raphael Gallé (17) gelten als Optionen für die Zukunft.

Spannend dürfte die Situation rund um Philipp Riegler (18) werden. Der durfte zuletzt zwar Bundesliga-Luft schnuppern, soll aber nach Saisonende nicht mehr an den FC Wacker gebunden sein.