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Ausgabe: 10. Mai 2017

Florian Madl

Haid: „Das müssen sie bereinigen“

Hypo-Vorstand Johannes Haid (54) über seine Befindlichkeit zum Wacker-Sponsoring und die Freude über die Hypo-Volleyballer.

Den FC Wacker Innsbruck belastet ein Verlustvortrag in Höhe von mehreren 100.000 Euro. Wie geht es Ihnen als Ökonom, als Hauptsponsor, damit?

Haid: Ich bin der Auffassung, dass der FC Wacker in Tirol schon eine Bedeutung besitzt. Nur leider ist der Verein seit Jahren finanziell mit Schwierigkeiten behaftet, das gibt mir zu denken. Denn gleich ob Verein oder Unternehmen – jedes Konstrukt muss für sich wirtschaftlich sein, das müssen sie hinkriegen.

Das erweckt nicht den Eindruck, als würden Sie augenblicklich darauf vertrauen.

Haid: Wenn es gelingt, dann hat jeder Verein natürlich seine Rechte. Nur derzeit schaut es so aus, dass sie finanziell nicht ganz auf den Beinen sind. Das müssen sie bereinigen, wenn sie in die Zukunft schauen wollen.

Was würden Sie sich für den FC Wacker wünschen?

Haid: Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das einfach ein Tiroler Fußballverein sein muss, bei dem man auch viele Tiroler Gesichter sehen sollte.

2018, das Jahr der Entscheidung. Sollte der Bundesliga-Aufstieg nicht gelingen – fließt dann der eine oder andere Euro nicht mehr?

Haid: Wir haben einen Vertrag bis 2018/19. Sollte man die Liga nicht halten, gibt es Klauseln, dass das Geld dann nicht mehr in der gleichen Höhe weiterfließt. Die letzten Jahre wollten sie jedenfalls immer wieder aufsteigen, sie haben das Ziel aber nicht erreicht.

Das heißt: kein „Nein“ zu einer gemeinsamen Zukunft, aber der Wunsch nach einer Trendumkehr.

Haid: Derzeit hat der Verein gewisse finanzielle Mittel, und es hat den Anschein, dass man damit nicht auskommt. Das schmerzt den Betriebswirt. Man kann nicht mehr ausgeben, als man hat. Aber es gehört abseits des Sportlichen mehr dazu: Wenn man am Spielfeld merkt, dass vornehmlich junge Tiroler Spieler ihr Herz ausschütten, wenn der FC Wacker eine Drehscheibe der Kommunikation wird, ist das Sponsoring sinnvoll. Da hat man zuletzt immer wieder ausgelassen, auch heuer im Herbst.

Sportartwechsel – was halten Sie vom Volleyball-Projekt der Hypo-Mannschaft in Deutschland?

Haid: Das ganze Volleyball in Tirol hängt am Namen Hannes Kronthaler, ich habe ihm gegenüber hohe Wertschätzung. Er zeigt, was man damit alles bewegen kann. Und wenn es eine Spielmöglichkeit im Ausland gibt und er das anstrebt, setze ich voraus, dass Hannes Kronthaler seine Ziele auf dieser Ebene verfolgen will und dem Volleyball in Tirol auf anderer Schiene helfen will. Dort gibt es schließlich auch mehr Gegner für sein Team.

Betrachtet man das Sportsponsoring Ihrer Bank, so konzentriert sich alles auf Volleyball und Fußball.

Haid: Beim Volleyball ist die Wort-Bild-Marke sehr toll, Fußball hat eine lange Geschichte. Dahinter passiert wenig. Wenn Vereine kommen und jeder eine Kleinigkeit will, müssen wir das auch alles sauber darstellen, wir sind der Wirtschaftlichkeit verpflichtet.

Welches Argument müsste ein Ansuchen beinhalten? Sie sind schließlich einer, der die Vereinslandschaft in vielen Facetten kennt.

Haid: Ich finde, das Tollste am Sport ist das soziale Umfeld und dass Jugendliche von der Straße wegkommen, ein sportliches Zuhause finden. Im Fußball passiert da sehr viel, da herrscht reger Zulauf. Wichtig wäre, das auch über viele andere Sportarten, über Schulen zu forcieren.