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Ausgabe: 11. Mai 2017

Alex Gruber

Richtmarke 2000 Minuten

Der FC Wacker erwartet morgen (18.30 Uhr) BW Linz, die WSG Wattens spielt zeitgleich in Horn vor. Der Blick reicht freilich längst über das Saisonende hinaus.

Innsbruck, Wattens – Die personelle Bandbreite in der Saison 2016/17 spielt sich im Hause des FC Wacker Innsbruck zwischen Maurizio Jacobacci und Jeffrey Egbe ab. Mit dem Fehlgriff zum autoritären Italo-Schweizer war das Thema Aufstieg erledigt und im Saisonfinish werden unter Coach Karl Daxbacher Talenten wie Egbe – der 19-Jährige lieferte sehr solide 76 Minuten beim 2:3 gegen den LASK ab – Einsatzzeiten in Richtung Zukunft gewährt.

Wie sieht sie aus, die Wacker-Truppe, die in der neuen Saison um den Aufstieg kämpft? Beim Aus vieler Routiniers (Pichlmann, Hölzl, Grünwald, Säumel, womöglich auch Hauser) setzt neben sportlichen Aspekten auch der finanzielle Rotstift an. Und die nächste Generation um Armin Hamzic oder Simon Pirkl hat in den vergangenen Spielen kreative Momente versprüht. Linksfuß Pirkl (2011 Minuten) ist neben Speerspitze Patrik Eler (2544), Innenverteidiger Dominik Baumgartner (2175) und Roman Kerschbaum (2016) nach 33 Runden der einzige Feldspieler im Wacker-Kader, der in Sachen Einsatzstatistik die 2000er-Schallmauer sprengt. Das kann man als Indiz werten, dass die Schwarzgrünen unter drei verschiedenen Trainern (Jacobacci, Grumser, Daxbacher) lange Zeit auf der Suche nach der Stammwürze waren.

Die Sympathien auf den Rängen kehrten zuletzt mit vielen jungen und auch Tiroler Spielern (weiters Hamzic, Jamnig, Lercher, Siller) wieder zurück, Pirkl will eines sicher nicht unerwähnt lassen: „Unsere Routiniers, die keinen Vertrag mehr bekommen, verhalten sich beim Training vorbildlich und helfen uns weiter.“ Worte, die das 20-jährige Eigengewächs ehren. General Manager Alfred Hörtnagl baut darauf, dass Pirkls Saat (Vertrag bis 2019) in Innsbruck aufgeht.

Querpass zur WSG Wattens. Dort, wo der Aufsteiger mit nur einem Punkt Rückstand auf den FCW auf Tuchfühlung im Kampf um Rang vier liegt. Bei Wunschspieler Stefan Rakowitz (Wr. Neustadt), der Christian Gebauer ersetzen soll, muss man sich mit einer Antwort bis Montag gedulden. Stress kommt in der Kristallweltenmetropole keiner auf. Die WSG führt ja die „Glorreichen Sieben“, gleich sieben Tiroler Spieler, die den 2000er knackten: Flügel Gebauer (2884 Minuten) liegt hinter zwei Torhütern (Knett/Lustenau und Oswald/WSG) in der Liga-Dauerbrenner-Wertung sogar auf Rang drei, Florian Buchacher (2702), Sandro Neurauter (2520), Florian Toplitsch (2356), Michael Steinlechner (2289), Benni Pranter (2203) und Drazen Kekez (2122) weisen starke Referenzwerte aus. „Schade, dass es keinen Tirol-Topf gibt“, führt Coach Thommy Silberberger aus. Toplitsch, der in Horn gelbgesperrt passen muss, weiß: „Unser Geheimnis ist der Teamgeist. Wir sind ein eingeschworener Haufen und haben immer super Typen dazubekommen.“ Zwischen den Linien greift im Fußball auch das Prinzip der „elf Freunde“.