Impressum

Ausgabe: 17. Mai 2017

Alex Gruber

Der FC Wacker mischt hinten noch keinen Beton

Die Kaderplanungen beim FC Wacker geben weiter Rätsel auf. Bei Sebastian Siller und Christoph Kobleder wurde die Option nicht gezogen.

Innsbruck – Mit welchen Säulen der FC Wacker in der neuen Saison ein weiteres Mal die Mission Aufstieg plant, bleibt in einigen Mannschaftsteilen weiter mehr als nur offen. Fakt ist, dass der Klub rund um General Manager Alfred Hörtnagl die Option auf Vertragsverlängerung bei den beiden Innenverteidigern Sebastian Siller und Christoph Kobleder verstreichen ließ.

Dabei kam der FCW in den vergangenen Wochen auch dank der beiden Abwehr­recken wieder in die Spur. Siller warf sich wie schon beim rettenden Bundesliga-Wunder von Wolfsberg (2013) gewohnt charakterstark in die Schlacht. Und Linksfuß Kobleder, den Hörtnagl als einen seiner ersten Transfers präsentiert hat, wurde im Laufe des Frühjahrs als Stammspieler ausgerufen, der die Aufstiegshoffnungen in Zukunft tragen soll.

„Ich bin auch überrascht, dass die Option nicht gezogen wurde“, sagt Kobleder, der wie Siller ja theoretisch dennoch – zu anderen Konditionen – an den schwarzgrünen Verhandlungstisch geladen werden könnte. „Die Defensivplanungen sind nicht abgeschlossen. Wir müssen überall nach der besten Lösung schauen“, hält Hörtnagl von Vereinsseite fest.

Augenblicklich stehen für die neue Saison von rechts nach links mit Dominik Baumgartner, Harald Pichler und Michael Lercher nur drei Defensivspieler unter Vertrag, bei Michael Schimpels­berger hielt der Verein auch eine einseitige Option für eine einjährige Verlängerung, die im April nicht gezogen wurde. „Meine Zukunft ist offen. Ich fühle mich wohl in Tirol, auch wenn ich wie andere ein durchwachsenes Jahr hatte“, sagte Schimpelsberger, der weiß, dass der Markt in Österreich immer kleiner wird: „Die Teams haben immer weniger Geld.“

Ein wenig Schmerz – die Causa um Routinier Alex Hauser, dem nur ein Einsatz auf die Vertragsverlängerung fehlt – begleitet das aktuelle Treiben. Humor ist, wenn man wie Master-Student Sille­r trotzdem lacht: „Wenn mich der Kurz ruft, gehe ich in die Politik.“ Sebastian und Sebastian – „Sewi und Sewi“, das hätte ja was.

Scherz beiseite, Siller hält wie seine scheidenden Kollegen Augen und Ohren offen, könnte sich in Sachen Lebenserfahrung auch ein Auslandsjährchen vorstellen. Morgen ist die Freude im Hause Siller ohnehin groß: Pap­a Sebastian wird 28, Sohnemann Sam Prince feiert den ersten Geburtstag.

Julian Wießmeier (Lustenau) wäre ein interessanter Mann. Um die Kreativperle, so Hörtnagl, buhlen aber auch viele andere Klubs.