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Ausgabe: 18. Mai 2017

Wolfgang Müller

„Braveheart“ aus besonderem Fußball-Holz

Wer als 16-jähriger Tiroler zu den Glasgow Rangers wechselt, der muss schon aus besonders hartem Fußball-Holz geschnitzt sein. Gestatten Alex Hauser – ein Kämpfer vor dem Herrn. Einer, der Gras frisst und weder sich noch Gegner schont. Auf der linken Seite im Dress des FC Wacker machte der St.?Johanner in den letzten acht Jahren jede Menge Kilometer ohne Rücksicht auf Verluste. Auf den Kapitän war immer Verlass, auch wenn der Körper dem aufwändigen Spielstil zuletzt immer öfter Tribut zollen musste. Wer austeilt wie ein „Braveheart“, der muss wie im berühmten schottischen Filmepos mit Mel Gibson halt auch entsprechend einstecken.

Bevor Alex Hauser als Fußball-Profi nach Tirol zurückkehrte, absolvierte er Lehr- und Wanderjahre bei SW Bregenz, Superfund Pasching, Schwanenstadt, Hartberg, Austria Kärnten und Wr.?Neustadt. Seit Sommer 2009 steht er beim FC Wacker unter Vertrag, zuletzt führte er den Traditionsklub als Kapitän durch stürmische Zeiten. Morgen ist Schluss im Tivoli, das wird für Hauser noch einmal eine emotionale Achterbahnfahrt. Es spricht für den Familienvater, dass die Trennung sauber über die Bühne gehen soll. Schmutzwäsche zu waschen, ist nicht in seinem Sinn. Auch wenn er zweimal schlucken muss, um sich seinen Frust und die Enttäuschung nicht doch von der Seele zu reden. Abhaken, auch wenn es verdammt schwerfällt, lautet die Devise. Dem Fußball wird er weiter erhalten bleiben. Vielleicht als Profi „mit einem oder vieleicht noch zwei schönen Jahren“. Oder als Regionalligakicker im Unterland mit Schwerpunkt auf seine Trainer-Ausbildung. Für die A-Lizenz will er sich auf jeden Fall anmelden. Dem FC Wacker und Präsident Gerhard Stocker wird er weiter verbunden bleiben, mit General Manager Alfred Hörtnagl wird er so schnell nicht mehr auf einen Kaffee gehen.