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Ausgabe: 18. Mai 2017

Wolfgang Müller

Der Wacker-Kapitän geht schweren Herzens von Bord

Nach acht Jahren beim FC Wacker verabschiedet sich Kapitän Alex Hauser morgen im Tivolistadion. Pichlmann fix beim SC Schwaz.

Innsbruck – Morgen wird Alex Hauser den FC Wacker im letzten Saison-Heimspiel gegen den SV Horn noch einmal als Kapitän aufs Feld führen. Das Abschiedsspiel wurde in der beiderseiten Vertragsauflösung mit FCW-Präsident Gerhard Stocker so vereinbart. Nach acht Jahren verabschiedet sich der 32-jährige vom Tivoli: „Schweren Herzens, aber es hat für mich letztlich keinen anderen Weg mehr gegeben.“

237 Spiele, 18.804 Einsatzminuten, 14 Tore stehen auf Hausers schwarzgrünem Datenblatt. Damit ist er Mitglied im Tiroler „Legendenklub“. „Wir bedanken uns bei Alexander Hauser für seinen unermüdlichen Einsatz in Schwarz-Grün. Er war zweifelsohne – auf und abseits des Platzes – eine wichtige Stütze für den FC Wacker Innsbruck. In acht Saisonen spielte sich Alexander ins Herz der Fans, war durch seinen Einsatz ein Vorbild und wurde so zu einer schwarzgrünen Identifikationsfigur“, zollte Stocker dem Kämpfer Lob. Und der gibt das in der offiziellen FCW-Erklärung gleich postwendend zurück: „Es waren acht schöne und intensive Jahre mit vielen emotionalen Momenten. Speziell die Entscheidungsspiele gegen Horn und Wolfsberg und das Aufstiegsspiel in Pasching werden immer in Erinnerung bleiben. Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen Fans und bei allen, die beim Verein mit Herzblut dabei sind, bedanken. Ich werde dem FC Wacker Innsbruck immer verbunden bleiben.“

Dass Alfred Hörtnagl nicht zitiert wird, ist bezeichnend für die „Causa Hauser“. „Zum Schluss waren die Gespräche mit ihm sehr emotional“, blickt der Unterländer auf kein sehr leichtes Frühjahr zurück. „Stimmt. Die Art und Weise, wie mit mir umgegangen wurde, war nicht gerade fein. Aber ich will auf keinen Fall Schmutzwäsche waschen. Mir ist ein sauberer Abschied wichtig, weil mir der Klub am Herzen liegt“, setzt Hauser einen geraden Schlussstrich und freut sich auf seinen letzten Auftritt gegen Horn. Nachdem der Kapitän zuletzt aus vertragstechnischen Gründen auf die Tribüne verbannt wurde, darf er noch einmal im FCW-Dress das tun, was er am liebsten tut – Fußball spielen.

Das finale Wacker-Angebot kam für Hauser nicht mehr in Frage. „Weil ich meine Karriere noch nicht beenden will und mich entsprechend fit fühle, weiter als Profi zu kicken.“ Wo und in welcher Liga das sein könnte, wird sich weisen oder eben nicht. Der FC Kitzbühel wäre bei Westliga-Aufstieg auch eine Option. Dann würde Hauser auf einem Kumpel aus gemeinsamen Wacker-Zeiten treffen. Thomas Pichlmann, Torschützenkönig der Sky Go Erste Liga Saison 2015/16, der ebenso wie praktisch alle Routiniers beim Tiroler Zweitligisten aussortiert wurde, unterschrieb gestern beim SC Schwaz und absolviert am kommenden Montag sein erstes Training bei den Knappenstädtern.