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Ausgabe: 19. Mai 2017

Florian Madl

Präsident Stocker haftet fürs Wacker-Budget

Innsbruck – Nicht jeder Präsident des FC Wacker hatte bislang das Bedürfnis, den Verein finanziell zu unterstützen oder über eine Bürgschaft Risiko zu übernehmen. Bei Gerhard Stocker ist das anders, der übernahm im Sinne der zuletzt fälligen Bundesliga-Lizenzierung kürzlich eine Haftung, damit der Verein die Wirtschaftsprüfung der Bundesliga übersteht. „Es geht ums Überleben des Vereins, da müssen wir alle zusammenhalten“, findet der Wattener auf Anfrage martialische Worte.

Ein kleines Bekenntnis in diese Richtung stelle seiner Meinung nach auch die „Golden Member“-Card (399 Euro) dar, die Leute aus dem Wacker-Umfeld zu Unterstützern des großen Ganzen macht. Geld, das laut Gerhard Stocker in den Verein und nicht in die GmbH (Profiabteilung) fließt. Auch auf Amateurebene geht es schließlich zur Sache, die Wacker-Damen stiegen kürzlich in Liga zwei ab. Man wolle umgehend wieder nach oben, hielt der Präsident gestern fest. Der gestrige Workshop soll dazu beitragen, Zuwendung erfährt das weibliche Pendant von Karl Daxbachers Mannschaft bislang in erster Linie durch Stadt und Land (jeweils 30.000 Euro). „Die Damen verdienen sich viel mehr Aufmerksamkeit, als ihnen zuteil wird“, proklamiert Gerhard Stocker eine PR-Offensive abseits des Spielfelds.

Derzeit geht es jedoch auf der Kampfmannschafts­ebene der Herren und dort am Transfermarkt rund. Gerüchte mehren sich, dass nun auch ein deutscher Verein ins Bieterverfahren um Torjäger Patrik Eler eingestiegen sei. Bei Raphael Dwamena, der im Winter von Erstligist Lustenau zum FC Zürich wechselte, sollen es 600.000 Euro gewesen sein. Bei Eler ist mittlerweile sogar von 750.000 Euro die Rede. Da kann der Slowene noch so sehr von Tirol schwärmen – beim dreifachen Verdienst wackelt so ein Bekenntnis schnell. Und auch Präsident Stocker, der Eler unbedingt halten will, wird mit seinem Gedankenmodell möglicherweise Schiffbruch erleiden. „Es gibt viele Spielarten. Etwa jene, dass er noch ein Jahr bei uns bleibt und erst dann wechselt.“

Spannend wird auch die Personalie Simon Pirkl, an dem Sturm Graz Interesse bekundete. Und was passiert mit Talent Philipp Riegler, der mit Saisonende bekanntlich ungebunden ist? Dem 18-Jährigen wird großes Potenzial attestiert, Leute wie der mehrfache Nachwuchsnationalspieler können sich auch bei Vereinen mit Faible für „junge Wilde“ (Wattens?!) entsprechend entwickeln. Wie das funktioniert, machte zuletzt der angehende Alt­acher Christian Gebauer vor?...