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Ausgabe: 09. August 2017

Wolfgang Müller

3:2-Aufholjagd, aber zu viel Sand im Wacker-Getriebe

Trotz 0:2-Rückstand feierte der FC Wacker gestern vor 2479 Zuschauern im Tivoli gegen Austria Lustenau den heißersehnten ersten Saisonsieg.

Innsbruck - ?Ende gut, längst nicht alles gut ?- der erste Saisonsieg des FC Wacker ist unter Dach und Fach, aber überzeugend ist anders. Trotz der ambitionierten Aufholjagd vom 0:2-Rückstand zum 3:2-Heimerfolg gegen Austria Lustenau war man sich im Lager der Tiroler sehr wohl bewusst, dass noch zu viel Sand im Getriebe den Spielfluss blockiert. "?Es war eine schwere Geburt. Aber wir haben Moral gezeigt und dann trotz des Rückstandes auch noch verdient gewonnen", bilanzierte Wackers Siegtorschütze Matthias Maak nach dem Schlusspfiff realistisch.

Wie angekündigt reagierte FCW-Coach Karl Daxbacher auf die enttäuschende Vorstellung in Hartberg. Flo Jamnig rückte ins Sturmzentrum, Stefan Rakowitz kam über rechts, Maak ersetzte in der Innenverteidigung den gesperrten Dominik Baumgartner und Michael Lercher verteidigte links statt Albert Vallci. Doch von einer Wende zum Besseren war bei den Schwarzgrünen in der Anfangsphase nichts zu sehen. Im Gegenteil ?- keine Bewegung, fehleranfällig und verunsichert stolperten die Hausherren in den 0:1-Rückstand. Einen Fehlpass von Christoph Freitag nützte Christopher Drazan und Jodel Dossou versenkte die Maßflanke des Ex-Rapidlers per Kopf (12.). Mit dem harten Ausschluss von Ex-Wacker-Profi Christoph Kobleder, dem Abwehrchef der Lustenauer, schien das Spiel eine Wende zu nehmen. Doch ein Kopfball von Harald Pichler (22.) und ein Weitschuss von Freitag (29.) verfehlten nur knapp das Austria-Gehäuse. Als die in Unterzahl und nur noch auf Konter lauernden Gäste durch Gabriel Barbosa (36.) sogar auf 2:0 erhöhten, wurde es ruhig im Tivoli. Erst nach dem Gabriele-Hammer zum Anschlusstreffer knapp vor dem Wechsel keimte leise Hoffnung auf. Wobei die Tiroler unmittelbar vor dem Pausenpfiff bei zwei Lattenschüssen von Souza und Dossou das Glück überstrapazierten.

Daxbacher brachte Zlatko Dedic für Freitag und Vallci für Lercher. Der Druck wurde erhöht, zwingende Ausgleichschancen -? zunächst Fehlanzeige. Mit Okan Yilmaz wurde der letzte Offensivjoker gezogen, in der Abwehr auf Dreierkette umgestellt. Das zahlte sich aus ?- Roman Kerschbaum (75.) erzielte den Ausgleich, der aufgerückte Maak nach Gabriele-Freistoß mit einem wuchtigen Kopfball in der 86. Minute den umjubelten Siegestreffer. Zugleich der erste Treffer des Innenverteidigers im FCW-Dress. Zweifellos ein Sieg der Moral, trotz mangelnder fußballerischer Qualität.