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Ausgabe: 11. August 2017

Kronen Zeitung

KEIN Spiel wie jedes andere

Zur Prime-Time serviert: Das erste Tiroler Saison-Derby steigt heute (20.30) in Wattens. Und dabei gibt es keinen klaren Favoriten. Oder, geehrte Trainer?

Thomas Silberberger, warum heißt der Sieger nach dem Schlusspfiff Wattens?

Weil wir das Publikum auf unserer Seite haben, an unsere Heimstärke anschließen und alles in die Waagschale werfen werden.

Worauf gilt’s beim Gegner besonders zu achten?

Wacker hat in der Offensive punkto Schnelligkeit große Qualität – Rakowitz, Harrer, Jamnig haben Top-Potential in dieser Liga. Da geht die größte Gefahr aus, da werden wir gegensteuern, ihnen den Wind aus den Segeln nehmen.

Ist die überraschende Derby-Bilanz (3:1) von vergangener Saison bei euch noch in den Köpfen, macht das Mut?

Nein, bei mir überhaupt nicht. Ich denke keine Sekunde darüber nach – die Voraussetzungen haben sich komplett verändert. Wacker hat eine andere Mannschaft, und wir auch.

Der nach Altach in die Bundesliga gewechselte Christian Gebauer hatte 2016/17 in den Duellen gegen den Lokalrivalen vier Treffer erzählt – wer wird in diesem Spieljahr der Mister Derby der WSG?

Das ist mir wurscht. Wir haben genügend Spieler in den Reihen, die dafür in Frage kommen können.

Wie schaut vor dem ersten Tiroler Kräftemessen die personelle Situation aus – kannst du aus dem Vollen schöpfen?

Florian Toplitsch ist nach seiner Schulterverletzung noch nicht im Kader. Kevin Nitzlnader ist fraglich, muss erst einen Fitness-Test bestehen. Sebastian Santin fehlte zuletzt beim FAC (0:1) wegen einer Bauchgrippe, kehrt wieder zurück.

Auch wenn Trainer die Bedeutung von Derbys oft gerne ein bisschen herunterspielen, um etwas Druck herauszunehmen – so ist es doch kein Spiel wie jedes andere. Auf einer Skala von eins bis zehn, wie hoch würdest du deinen momentanen Kribbel-Faktor einschätzen?

Relativ gering, auch wenn ich gerade im Stadion bin, wo eifrig alles hergerichtet wird. Ich würde sogar sagen null. Für ein Kribbeln wäre es am Tag vor dem Spiel noch zu früh.

Alex Tramposch

Karl Daxbacher, warum könnten nach dem Premieren-Derby 2017/18 drei Punkte mehr auf dem schwarz-grünen Konto aufscheinen?

Weil wir mehr Tore schießen! Hoffentlich. Nein im Ernst: Im letzten Duell war ja jeder Schuss ein Treffer, das würde mir für heute schon passen.

Worauf muss deine Mannschaft genau achten?

Auf Benni Pranter, der ist offensiv und im Abschluss sehr, sehr gefährlich. Dazu hat die WSG mit Florian Mader einen Denker und Lenker, der das Umschaltspiel einleitet.

Schwirrt die katastrophale Derby-Bilanz noch in den Innsbrucker Köpfen herum?

Im Umfeld mit Sicherheit! Die drei Pleiten haben doch allen Spielern weh getan. Denn egal wie die Tabellen-Konstellation auch ist – in der Öffentlichkeit ist Wacker dank seiner Geschichte immer der Favorit.

Frankreich lockte, Patrik Eler erlag – wer bitte soll den überragenden Goalgetter der Erste-Liga und jenen Mann, der für den einzigen Wacker’schen Derbysieg praktisch im Alleingang verantwortlich war, ersetzen?

Ich hoffe doch, dass es Zlatko Dedic werden kann. Aber mit Flo Jamnig mit der Treffsicherheit des Frühjahres oder Harrer und Rakowitz haben wir doch jene Spieler, die eine Partie entscheiden können.

Auf welchen Kader kannst du im Gernot-Langes-Stadion zurückgreifen?

Es bleibt alles beim alten. Simon Pirkl und Armin Hamzic fallen noch länger aus, Lukas Hupfauf wird erstmals nach seiner Verletzung bei den Amateuren probieren.

Ist der Kribbelfaktor beim ruhigen und besonnenen Karl D. eigentlich vorhanden?

Ein klares Nein – in den Tagen vor dem Spiel. Doch beim Anpfiff müsste jeder Trainer und Spieler lügen, wenn man ein leichtes Ziehen nicht spüren würde. Aber schlussendlich geht’s auch im Derby nur um drei Zähler. Zugegebenermaßen um drei sehr wichtige!

Gernot Gsellmann