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Ausgabe: 12. August 2017

Alex Gruber

Wacker fand die WSG-Schnittstellen

Mit einem 3:1-Auswärtssieg bei der WSG Wattens konnte der FC Wacker Innsbruck die Papierform im ersten Tiroler Saisonderby bestätigen. Das unterhaltsame Chancenfestival ging an die Schwarzgrünen.
Das erste Saisonderby im Gernot-Langes-Stadion verlangte schon vor dem Anpfiff auf beiden Seiten nach einer Reaktion. Wacker hatte zwar die Partie gegen Lustenau (3:2) gedreht, richtig rund war der Motor aber da auch nicht gelaufen. Und im Hause der WSG Wattens war nach der 0:1-Niederlage beim FAC auch nicht gerade alles im grünen Bereich.

Zu den Reaktionen: Wattens-Coach Thommy Silberberger wollte dem Wacker-Speed über die Flügel mit Rechtsverteidiger Sebastian Santin und einem Wechsel in der Innenverteidigung (Sandro Neurauter für David Gugganig) kontern. Beim FC Wacker griff Cheftrainer Karl Daxbacher in der Form durch, dass er Kapitän Christoph Freitag nur auf der Bank platzierte.

Das Match begann munter und im beiderseitigen Vorwärtsgang, vor allem Rechtsaußen Florian Jamnig hatte seine Szenen. Zunächst nach einer Dedic-Flanke (3./Kopfball daneben), danach als Vorbereiter bei einem Hochkaräter für Daniele Gabriele (10./WSG-Keeper Oswald hielt). Danach zündete auch die WSG den Vorwärtsgang, schrammte nach einem schönen Schuss von Milan Jurdik (16.) knapp an der Führung frei und kam vermehrt zu Standards – bislang in dieser Saison eine große Defensiv-Schwäche bei Wacker: So fiel nach einem Mader-Freistoß durch Jurdik im zweiten Versuch die Wattener 1:0-Führung (21.). Sattelfest wirkten aber auch die Abwehrreihe der Hausherren nicht. Gabriele ließ einen feinen Dedic-Lochpass zwar noch liegen, nach einem Harrer-Freistoß nutzte Dominik Baumgartner die Kekez-Schulter als Vorlage zum 1:1 (29.). Und nur sieben Minuten später vernaschte Dedic Neurauter am Flügel, um Gabriele per perfektem Stanglpass Wackers 2:1-Führung zu servieren. Das konnte man als individuelle Klasse des Ex-Teamspielers oder Blauäugigkeit von Neurauter in dieser Szene interpretieren. Die Fehlerquellen in der Rückwärtsbewegung auf beiden Seiten ließen zum Pausentee weitere Tore erwarten.

Das Chancenfestival setzte sich auch zu Beginn der zweiten Halbzeit fort. Bei einer Doppelchance von Jurdik (48.) rettete zuerst Wacker-Goalie Christopher Knett, dann Matthias Maak vor der Linie. Knett konnte sich auch nach einem Mader-Schuss beim Abstauber von Kovacec auszeichnen (59.). Es hätte aber auch gut und gerne 3:1 für die Schwarzgrünen stehen können, denn der starke Dedic ließ nach Harrer-Eckball bzw. Jamnig-Stanglpasss zwei Topchancen liegen. Und schon zuvor hatte WSG-Keeper Oswald einen Harrer-Fernschuss pariert. Es war schon nach einer Stunde eine wahre Litanei an Hochkarätern, die den Derbyrivalen ab heute jede Menge Stoff für die Videoanalysen bietet.

Der Titelmitfavorit aus Innsbruck zog sich in der Folge wieder etwas (zu) tief in die eigene Hälfte zurück, überließ den Wattenern vermehrt die Spielanteile, die die Hausherren nicht in ganz große Gelegenheiten ummünzen konnten. Ganz im Gegenteil: Nach einer frühen Balleroberung des eingewechselten Wacker-Kapitäns Freitag gegen den ebenfalls eingewechselten WSG-Joker Flo Toplitsch vollendete Dedic endlich zum 3:1 und seinem ersten Treffer. Dem Slowenen fiel beim Torjubel ein Riesenstein vom Herzen. Genauso wie der ganzen Wacker-Crew, die nach dem 4:3-Erfolg im letzten Derby der alten Saison auch das erste der neuen im Gernot-Langes-Stadion für sich verbuchen konnte.