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Ausgabe: 12. August 2017

Georg Fraisl

Für Bengalen war es nicht zu nass

Die Sprinkler-Anlage für den Rasen des Gernot-Langes-Stadion, so viel ist in der noch jungen Saison bereits klar – die können sich die Wattener sparen. Drittes Heimspiel – und zum dritten Mal übernahm es der Himmel, das Grün zu wässern.
Etwas übereifrig, könnte man sagen. Schließlich waren die Schleusen schon den ganzen Tag derart geöffnet, dass man fast um die Durchführung bangen musste.
Aber der Wattener Rasen war saugfähig und viele Fußball-Fans wetterfest. Ein echter Tiroler kennt ja kein schlechtes Wetter, höchstens schlechtes G’wand.
Und die Sicherheitsbeauftragten hätten im strömenden Regen eh am liebsten getanzt: Zu nass für Bengalen – oder? Hahaha, die Wacker-Fans zeigten nach der Pause, dass es doch geht.
Und auf der überdachten West-Tribüne ging schon vor dem Match der Rauch auf. Die WSG hatte das Einlaufen mit Pyrotechnik in den Vereinsfarben umrahmt.
Was Präsidentin Diana Langes ein strahlendes Lächeln ins Gesicht zauberte. 45 Minuten später schaute die Blondine den Spielern beim Gang in die Kabine aber missmutig zu. Der rasche Ausgleich und Daniele Gabrieles Führung hatten ihre Stimmung gekillt.
Wacker-Obmann Gerhard Stocker, eigentlich in Wattens wohnhaft, hatte sich auf der Ehrentribüne nicht neben Diana niedergelassen, wie es Vorgänger Josef Gunsch getan hatte. Man war sichtlich um respektvolle Derby-Distanz bemüht.
Was für das gesamte Stadion galt. Keine Spur von der Stimmung, die das Tirol-Duell im vergangenen Herbst geprägt hatte. Vermummte Wacker-Anhänger hatten die Kabine der Schwarzgrünen gestürmt, die Spieler nach der 1:2-Niederlage zur Rede gestellt.
Gestern holte Innsbruck nach den 4:3-Eler-Festspielen im Frühjahr den zweiten Derby-Sieg. Was auch dazu beitrug, dass die vielen Polizisten einen entspannten Abend hatten. Nur das Lächeln, das kehrte nicht in Dianas Gesicht zurück.