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Ausgabe: 13. August 2017

Wolfgang Müller

Nach dem Derby ist vor Ried

Der Derbysieg wurde in Wattens nur kurz abgefeiert, denn heute sitzen die Wacker-Profis schon wieder im Bus. Zlatko Dedic hat nach seinem ersten Tor Lust auf mehr.

Innsbruck –Nach dem Schlusspfiff im Langes-Stadion schaltete Schwarzgrün auf Feiermodus. Trainer Karl Daxbacher vollführte einen Freudentanz im Mannschaftskreis, Kapitän Christoph Freitag schnappte sich ein Megaphon und stimmte die Wacker-Fans ein. Das 3:1 gegen die Wattener sollte für die Innsbrucker richtungsweisend sein. Erstmals steht der FC Wacker auf einem direkten Aufstiegsplatz und natürlich vor dem Konkurrenten aus dem eigenen Bundesland. Aber diese Faktoren sind für Trainer, Funktionäre und Spieler noch Nebensache, denn es sind erst fünf Runden gespielt. „Nur eine Standortbestimmung. Wr. Neustadt wird mir langsam auch unheimlich“, blickt Karl Daxbacher nicht so sehr auf die Tabelle als vielmehr auf den Terminplan. „Nach dem Derby ist vor Ried“, lautet das Motto. Morgen (18.30) steht bereits das Gastspiel im Innviertel am Programm, am Freitag steigt das Heimspiel gegen Liefering und am Montag darauf das Nachtragsspiel in Hartberg. „Zum Trainieren kommt man kaum noch, Regeneration ist angesagt“, so der FCW-Coach, der gestern in der Reichenau den Amateuren auf die Beine schaute.

Das Derby wird freilich gerne noch einmal analysiert. „Eine rassige Partie. Die Mannschaft, die ihre Chancen genützt hat, ging dann auch als Sieger vom Platz“, freute sich Daxbacher über drei wichtige Punkte und berechnet schon seinen Aufstiegsplan: „Acht Punkte in vier Spielen ergäben nach 36 Runden 72 Punkte, das würde reichen.“ Zukunftsmusik – gegenwärtig wird an der Taktik für das Ried-Gastspiel gebastelt. Ob Freitag so wie in Wattens wieder auf der Bank sitzt, wird sich weisen. Im Derby nahm Daxbacher Risiko, setzte auf eine offensivere Mittelfeld-Variante und hatte Erfolg damit.

Ausgerechnet im Derby löste Zlatko Dedic seine Torblockade. Mit seinem siebten Schuss im vierten Erste-Liga-Spiel traf der Slowene erstmals im Wacker-Dress. „Es war ein sehr wichtiges Tor für die ganze Mannschaft und für mich persönlich auch, aber das Team steht im Vordergrund.“ Der in einer Blitzaktion für den nach Frankreich abgewanderten Patrik Eler verpflichtete Dedic hat nach seinem Premierentreffer Lust auf mehr: „Wir haben ein großes Ziel und dafür will ich meinen Beitrag leisten. Hauptsache, wir gewinnen. Ob ich ein Tor erziele, ist dann wirklich zweitrangig.“

Druck, als Eler-Nachfolger besonders in der Pflicht zu stehen, empfindet der 42-fache slowenische Teamspieler keinen: „Ich weiß, was ich kann, und hab’ im Fußball auch schon zu viel erlebt.“ Der FC Wacker ist immerhin seine zehnte Auslandsstation. In Innsbruck fühlt sich der 32-Jährige Familienvater – Frau und die beiden Kinder bleiben vorerst in Frankfurt – schon pudelwohl: „Die Mannschaft hat mir den Wechsel auch leichtgemacht.“