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Ausgabe: 25. September 2017

Martin Hofbauer

Aufholbedarf

Der dritte EM-Platz unserer Damen-Nationalmannschaft ist den Fußball-Freunden noch in bester Erinnerung. Ich fieberte mit dem Team mit – auch wenn meine Philosophie eher im Schießen von Toren und die von Teamchef Dominik Thalhammer im Verhindern liegt. Die defensive Spielanlage war aber die richtige Taktik, wie der Erfolg zeigte. Im Sog des Turniers in Holland stieg auch bei uns die Akzeptanz gegenüber den Damen enorm.

Wacker-Trainer Masaki Morass, schon Kotrainer bei den Herren in Salzburg und Horn, sieht bei den Mädchen aber immer noch großen Aufholbedarf im Westen Österreichs. Vor allem bei den Sechs- bis 12-Jährigen, da sollten die Vereine den Unterbau sichern. Nur über die Breite kann in Tirol auch die Spitze profitieren.

St. Pölten ist ein Vorreiter. Dort funktioniert die Spitzenförderung perfekt und nur dort können Mädchen später in Österreich professionell Fußball spielen. Wenn sie nicht ins Ausland wechseln, wie unsere EM-Stars Nicole Billa und Katharina Schiechtl.

Ich habe die Aussage von Morass noch gut in den Ohren: „Wenn jemand sagt, im Fußball ist zu viel Geld im Spiel, soll er zum Damenfußball kommen“. Auch wenn Fußball bis zu einem gewissen Grad eine Männerdomäne bleiben wird, denke ich, dass wir den Damen mit viel Respekt und Akzeptanz gegenüber treten sollten. Der ORF zeigt ab nun ein Frauen-Fußball-Magazin. Ein Tipp für die Papas. Schickt eure Töchter zum Fußballverein. Das sage ich als begeisterter Vater einer 12-Jährigen, die Eishockey spielt.