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Ausgabe: 06. November 2017

Tobias Waidhofer

Genug gekämpft: Westligisten sehnen Winterpause herbei

Der Westliga-Herbst wird so richtig lang: Vier vorgezogene Runden sorgen für ein gewisses Unverständnis unter manchen Tiroler Trainern.

Innsbruck – Es kommt nicht oft vor, dass sich die Tiroler Westliga-Trainer in einer Sache ziemlich einig sind. Die Winterpause naht und wird von (fast) allen herbeigesehnt.

„Es wird Zeit, dass es richtig schneit“, meinte zum Beispiel Kufstein-Trainer Markus Duftner. „Wir haben seit Jänner keine Pause, so geht es nicht weiter“, schimpfte auch Kitzbühel-Trainer Alex Markl. Und Schwaz-Trainer Bernhard Lampl flüchtete sich in Galgenhumor: „Ich weiß nicht, warum wir vier vorgezogene Runden im Herbst haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass von uns einer für die WM in Russland nominiert wird.“

Am schlimmsten erwischte es Aufsteiger Kitzbühel: Am 15. Juni beendeten die Gamsstädter die Tiroler-Liga-Saison, um bereits am 15. Juli in den ÖFB-Cup und eine Woche später in die Meisterschaft zu starten. „Wir hatten quasi keine Vorbereitung“, kritisiert Trainer Alex Markl. „Das geht nicht mehr. Man kann nicht immer nur reden, man muss was tun, um den Amateurteams ein faires Antreten zu ermöglichen.“ Der Spiele-Stress manifestierte sich vor allem in Verletzungspech. Beim 2:2 in Hohenems hatte Markl nur noch einen gesunden Spieler auf der Ersatzbank.

Tiroler Dauerbrenner ist der SV Wörgl, der inklusive der abschließenden Westliga-Runde seit Sommer 24 Spiele absolviert hat. Damit kommen die Unterländer auf ein Match mehr als die Profis des FC Wacker. „Natürlich freuen wir uns auf die Winterpause. Wir haben die meisten Spiele auf dem Buckel und haben das gut gemeistert“, fuhr Trainer Denis Husic seinen Mannen lobend über das Haupt.

Die wenigsten Spiele aller Westligisten haben seit Sommer die Wacker Amateure (19 Uhr) absolviert. „Es ist schad­e, dass wir im Cup nicht mitspielen dürfen“, meint Trainer Thomas Grumser, der sich mit solchen Dingen „grundsätzlich nicht beschäftigt, aber ich verstehe die Tiroler-Liga-Aufsteiger“. Die Zeitspanne sei kurz: „Vielleicht sollte man im Sommer ein bisschen später beginnen.“